Was ist Slow Fashion? Definition & Tipps für nachhaltigen Konsum

James Hollingworth

Slow Fashion – Was ist das und was steckt dahinter? In diesem Artikel möchte ich dir die “Slow Fashion”-Bewegung vorstellen und dir einen groben Überblick über einen nachhaltigeren Umgang mit Mode verschaffen.

Was ist Slow Fashion?

“Slow Fashion” ist im Grunde eine Gegenbewegung zu “Fast Fashion”, was den schnelllebigen Modekonsum in der heutigen Wegwerfgesellschaft beschreibt – hier findest du weitere Informationen über das “Fast Fashion”-Problem und damit zusammenhängende Umweltprobleme.

Definition

Die “Slow Fashion”-Bewegung steht, wie der Name schon verrät, für eine Entschleunigung der Modeindustrie. Der Konsum soll verringert und bereits vorhande Kleidung soll länger getragen werden. Der Hauptgedanke hinter “Slow Fashion” ist also die stärkere Wertschätzung von Kleidung und den Menschen, die sie herstellen. Das Ziel ist, bessere Bedingungen für Mensch und Natur zu schaffen. Indem du nachhaltiger mit Mode umgehst und bewusster konsumierst, kannst du im Alltag ein Zeichen gegen den rasanten Modewahnsinn setzen!

Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten.

Die “Slow Fashion”-Bewegung

Wie bereits beschrieben, richtet sich Slow Fashion vor allem gegen den bösen Trend der “Fast Fashion”. Unter unwürdigen Bedingungen werden mehrere Kollektionen in kürzester Zeit produziert, dabei gelangen Giftstoffe in die Umwelt und wenn etwas übrig bleibt, wird nur ein verschwindend geringer Anteil wirklich recycelt. Da das natürlich ganz und gar nicht nachhaltig oder fair ist, entstand die “Slow Fashion”-Bewegung. Im Gegensatz dazu beschreibt Slow Fashion also nachhaltige Mode, darunter nicht nur fair produzierte Neuware, sondern auch die Nutzung von Second-Hand-Angeboten zur Schonung der Ressourcen.

Mode entschleunigen

Anstelle der kurzlebigen “Fast Fashion”-Trends, setzt Slow Fashion auf Qualität und zeitlose Schnitte. Verringerte Produktionsmengen sorgen für einen geringeren CO2-Ausstoß, beim Bio-Anbau von Materialien verzichtet man auf schädliche Pestizide – wodurch die Umwelt entlastet wird und weniger Müll entsteht. Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten. Besonders in asisatischen Produktionsländern leiden Arbeiter*innen und Bewohner*innen unter den Folgen der “Fast Fashion”-Industrie. Durch die “Slow Fashion”-Bewegung sollen auch die Löhne angehoben und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Vorteile von Slow Fashion

Eigentlich bringt Slow Fashion gar keine Nachteile mit – außer vielleicht für die gierige “Fast Fashion”-Industrie, denn wenn weniger konsumiert wird, nimmt man weniger ein. In dieser Liste habe ich die vielseitigen Vorteile für Mensch und Natur gesammelt.

  • Gesundheit – In “Billiglohn-Ländern” wie zum Beispiel Bangladesch schuften Arbeiter*innen unter menschenunwürdigen Bedingungen für die “Fast Fashion”-Industrie. Die “Slow Fashion”-Bewegung fordert neben Umweltschutz auch verbesserte Arbeitsbedingungen im Bezug auf Fairness und Gesundheit.
  • Wasser – Die Verschmutzung von Wasser und damit einhergehender Wasserknappzeit zählt zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Die “Slow Fashion”-Bewegung verhindert die Ableitung von Abwasser in Flüsse und Seen, schützt so nicht nur die Natur, sondern auch Menschen.
  • Müll reduzieren – Wer bewusster konsumiert und in qualitativ hochwertige Kleidung investiert, vermeidet dadurch auch eine Menge Textilabfall. Im Sinne des “Zero Waste”-Lifestyles kannst du alte Kleidungsstücke noch reparieren, umstylen, upcyceln und ihnen so ein neues Leben einhauchen!
  • Geld sparen – Ja, ein T-Shirt für 4€ erscheint auf den ersten Blick günstig – doch Hand aufs Herz, wie lange halten diese Schnäppchen wirklich, bevor sie auswaschen oder ihre Form verlieren? Wie oft hast du schon lose Nähte gefunden oder plötzlich kleine Löcher entdeckt? Investierst du in qualitative, langlebige Basics, musst du seltener Nachkaufen und sparst damit auf nachhaltige Weise Geld.
  • Minimalismus – Wenn du dich mit Slow Fashion beschäftigst und deinen Konsum überdenkst, entwickelst du ganz nebenbei ein ganz neues Bewusstsein. Somit lernst du mit der Zeit auch, Qualität über Quantität zu schätzen und lebst damit grundsätzlich minimalistischer.

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen.

So kannst du zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen

Möchtest du gerne zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen? Super! Ich habe über die Zeit einige Tipps dazu gesammelt, wie du die “langsame Mode” Stück für Stück in deinen Alltag integrieren kannst!

Slow Fashion in deinen Alltag integrieren

Fange bei deiner bereits vorhandenen Kleidung an. Schau, was dein Kleiderschrank hergibt, was du magst und was nicht, was du ausmisten und weitergeben kannst. Werde dir bewusst darüber, was du alles bereits besitzt.

Nicht gleich wegwerfen!

Findest du beschädigte Kleidungsstücke, überlege dir, ob du selbst die nötigen Reparaturen vornehmen kannst. Alternativ kannst du das Kleidungsstück natürlich auch in eine Änderungsschneiderei bringen und es dort verarzten lassen, damit du länger Freude daran haben kannst.

Second-Hand kaufen

Ein wichtiger Bestandteil der Slow Fashion ist Second-Hand Mode. Viele Unikate und schicke Blusen warten auf neue Besitzer, die sie liebhaben! Kaufst du Second-Hand, schonst du nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern kannst auch Geld sparen, wenn du eher weniger Budget zur Verfügung hast.

Verschenken, tauschen, verkaufen!

Klar, es kommt auch mal vor, dass du ein bestimmtes Kleidungsstück nicht mehr tragen magst oder es einfach nicht mehr passt. Bitte nicht wegwerfen! Lade doch ein paar Freund*innen ein und organisiere eine Tauschparty, bei der ihr neue Lieblingsstücke entdecken könnt. Informiere dich über Flohmärkte in der Nähe oder klick dich durch Secondhand-Seiten und schau, ob du es irgendwo verschenken oder verkaufen kannst. Viele gemeinnützige Organisationen nehmen auch gerne Spenden an – informiere dich aber bitte vorher, was gerade wirklich gebraucht wird!

Kleidung aus-und verleihen

Steht ein Fest an und du hast dafür nichts im Schrank? Anstatt gleich ein neues Kleid oder einen Anzug zu shoppen, kannst du dir für einmalige Anlässe auch Kleidung ausleihen! Bei zahlreichen lokalen Geschäften oder Online-Portalen, wie zum Beispiel UNOWN oder RE-NT, gibt es die Möglichkeit, Kleidung auszuleihen oder sogar selbst zum Leihen anzubieten.

Wertschätzen und pflegen

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen. Erinnere dich immer wieder daran, deinen Besitz auch zu pflegen. Durch regelmäßige Pflege wie “Auslüften lassen” und “textilschonendes Waschen” verlängerst du die Lebensdauer deiner Lieblingsstücke und sparst dir häufige Neukäufe – und schonst dabei gleichzeitig die natürlichen Ressourcen.

Materialien retten und wiederverwenden

Ganz im Sinne von Slow Fashion: Denke langfristiger! Große Stoffstücke oder Knöpfe einer alten Bluse – du kannst noch eine Menge wiederverwenden! Nähe Stoffstücke um, um sie als Putz- oder Trockentücher weiterzuverwenden. Sammle Knöpfe, damit du im Notfall immer einen ersetzen kannst – vielleicht sieht das Hemd dann noch viel cooler aus? Sei kreativ und experimentiere – es gibt viele Möglichkeiten, Vorhandenes neu zu beleben!

Nachhaltig entsorgen

Okay, manchmal bleibt dir nichts anderes übrig. Komplett ausgeleierte T-Shirts mit Löchern und Flecken, die sich partout nicht auswaschen lassen – machen niemanden mehr glücklich, also weg damit! Absolut unbrauchbare Kleidungsstücke kannst du am besten im Hausmüll oder auf einem Wertstoffhof entsorgen.

Die Sache mit den Altkleidercontainern

Altkleidercontainer finden sich an jeder zweiten Straße und wirken auf den ersten Blick wie eine tolle Möglichkeit, ausrangierte Kleidungsstücke zu entsorgen. Doch die dort eingeworfene Kleidung kommt oft gar nicht dort an, wo sie gebraucht wird. Der Altkleidermarkt wird immer unübersichtlicher, es gibt teilweise auch unseriöse Container, und das bringt damit auch die afrikanischen Textilmärkte in Gefahr.

Möchtest du deine ausrangierten Kleidungsstücke in einen Altkleidercontainer geben, achte darauf, dass die Sammlung eine deutsche Adresse hat und unter einer Festnetznummer zu erreichen ist. Außerdem solltest du dich vorher über die jeweilige Organisation informieren und gucken, wie mit den Spenden umgegangen wird. Seriöse Sammler tragen Siegel wie das “BVSE-Qualitätssiegel“, das “DZI-Spendensiegel” oder das der “FairWertung e.V.“.

Slow Fashion: Tipps für den Einkauf

Brauchst du unbedingt einen Mantel um den kommenden Winter zu überstehen? Sind deine alten Schuhe abgelaufen? Hast du sämtliche Shops und Secondhand-Seiten im Internet abgegrast und es findet sich absolut nichts für dich? Dann investiere besser in faire Mode!

Weitere Informationen zu “Fair Fashion” findest du in diesem Artikel.

Nachhaltige Materialien nutzen

Lässt sich der Neukauf nicht vermeiden, solltest du beim Einkaufen auf umweltfreundliche Materialien achten. Leinen, Hanf, Bio-Baumwolle oder möglicherweise auch Bio-Seide sind nachhaltige Materialien, die auch eine lange Lebensdauer aufweisen. Leder hingegen wird nur in den wenigsten Fällen fair produziert, beim Gerben kommen immer noch oft giftige Stoffe wie “Chrom VI” zum Einsatz.

Regional produzierte Kleidung kaufen

Ein Blick auf das Etikett eines Kleidungsstücks zeigt dir, wo es hergestellt wurde. Im Sinne von “Slow Fashion” solltest du darauf achten, lange Transportwege zu vermeiden. Inzwischen findest du im Internet Listen für fair und umweltfreundlich produzierten Waren aus Europa oder Deutschland.

Unterstütze neue Ideen!

Nachhaltige Modelabels sprießen wie Unkraut aus dem Boden – es werden immer häufiger umweltfreundliche Materialien benutzt und auf regionale Produktion gesetzt. Die meisten grünen Labels sind leider noch recht klein und brauchen Unterstützung, um sich am Markt behaupten zu können. Achte deshalb beim Einkauf auf zertifizierte Labels, um den Fortschritt zu unterstützen.

Achte auf Siegel und Zertifikate

Suchst du neue Kleidung mit guter Qualität aus fairer Herstellung? Vertrauenswürdige, zertifizierte Siegel wie zum Beispiel das “GOTS-Siegel” oder das Siegel der “Fair Wear Foundation” weisen auf nachhaltige Kleidung hin. Das “IVN-Best“-Siegel beispielsweise zeichnet Naturtextilien aus, bei denen vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück keine Chemikalien zum Einsatz kommen. Weitere Siegel wie “Bluesign“, “Cradle to Cradle“, “Standard 100” von Oeko-Tex und das “Fairtrade“-Siegel helfen dir dabei, nachhaltige Kleidung zu erkennen.

Vegane Kleidung

Vegane Kleidungsstücke erkennst du zum Beispiel am “PETA-Approved Vegan“-Siegel. Das heißt, dass diese Mode ohne tierische Materialien wie Leder, Wolle oder Pelz auskommt. Auf den ersten Blick lassen sich diese Materialien ganz einfach identifizieren – doch auch Knöpfe an Jacken oder Schilder an Jeans können beispielsweise aus Horn oder Leder gefertigt sein. Bevorzugst du vegan Kleidung, gehst du damit auf Nummer sicher und setzt ein Zeichen gegen Tierleid.

Capsule Wardrobe anlegen

Ja, auch das Anlegen einer Capsule Wardrobe kann dir helfen, bewusster zu konsumieren. Mach doch mal den kleinen Test am Ende dieses Artikels und finde heraus, ob eine Capsule Wardrobe was für dich sein könnte. Legst du dir eine Capsule Wardrobe an, beschränkst du dich und kaufst dadurch gezielter und weniger ein. Damit sparst du auch Geld und hast am Ende einen übersichtlichen Schrank gefüllt mit Lieblingsstücken, der dir zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten bietet!

Lass dich inspirieren!

Es gibt so viele Möglichkeiten, selbst etwas zur “Slow Fashion”-Bewegung beizutragen. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen Überblick darüber verschaffen, wie du deinen Alltag und deinen Konsum etwas entschleunigen kannst – ganz im Sinne unserer Umwelt und der Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten.

Hast du bereits Erfahrungene mit “Slow Fashion” gemacht? Hast du noch weitere Tipps, die du teilen möchtest? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Nachhaltige Geschenke: Weihnachten und weitere Anlässe

Mel Poole

Nachhaltige Geschenke, ganz ohne dicken Konsum und materielle Güter – geht das überhaupt? Na klar! Hier möchte ich dir einige nachhaltige Geschenke vorstellen, mit denen du vielleicht sogar noch etwas Geld sparen kannst.

Erinnerst du dich auch noch an deine Kindheit, wie du schon Tage vor Weihnachten oder deinem Geburtstag total aufgekratzt und neugierig warst und vielleicht selbst auf Tour gegangen bist, um die versteckten Geschenke aufzustöbern?

Warum schenken wir eigentlich?

Die Idee des Schenkens und des Verschenkens ist schon uralt. Mit Geschenken drücken wir unsere Zuneigung und Verbundenheit aus. Wir Menschen mögen es seit je her, unseren Lieben eine Freude zu machen. Es gibt kaum etwas schöneres als das freudestrahlende Gesicht des Beschenkten. Ich freue mich immer wenn jemand etwas, was ich verschenkt habe, im Alltag oft benutzt oder trägt und damit indirekt zeigt, wie sehr ihm mein Geschenk gefällt.

Damals und heute

Erinnerst du dich auch noch an deine Kindheit, wie du schon Tage vor Weihnachten oder deinem Geburtstag total aufgekratzt und neugierig warst und vielleicht selbst auf Tour gegangen bist, um die versteckten Geschenke aufzustöbern? Auch wenn ich meine Geschenke bereits vorher entdeckt hatte, habe ich trotzdem jedes Jahr brav vor der Tür gewartet, bis meine Eltern alles fertig hergerichtet hatten. Mit der Zeit schenkt man dann natürlich auch selbst mehr und wird nicht mehr nur von Eltern und Verwandten beschenkt. Es kommen Freunde, Partner und vielleicht die eigene Familie dazu, der Kreis der Ver- und Beschenker vergrößert sich.

Was macht den Beschenkten glücklich?

Wie ich schon in diesem Artikel geschrieben habe, möchte ich wirklich nur noch Dinge verschenken, die auch wirklich sinnvoll sind und die mein Gegenüber auch wirklich will. Doch was macht den Beschenkten eigentlich glücklich? Selten dürften es wirklich die dekorativen Tassen oder putzigen Schlüsselanhänger sein, auch wenn sie natürlich trotzdem aussagen, dass man an denjenigen gedacht hat. Nachhaltige Geschenke sehen jedoch anders aus.

Nachhaltige Geschenke für jeden Geschmack

Um dir vielleicht ein wenig Inspiration für nachhaltige Geschenke zu geben, habe ich hier einige Tipps unter verschiedenen Kategorien wie “DIY”, “Gutes tun” oder “miteinander Zeit verbringen” zusammengestellt, wobei sich einige auch überschneiden. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei und du kannst es direkt dieses Jahr umsetzen!

Nachhaltig schenken: generelle Tipps

Hör genau hin!

Auch wenn du es generell schon weißt, möchte ich noch einmal daran erinnern, dass der erste Schritt zu nachhaltigen Geschenken daraus besteht, genau hinzuhören. Wenn du weißt, wofür jemand wirklich brennt und was er liebt, dann kannst du schneller erkennen, womit du deinem Gegenüber wirklich eine Freude machen kannst.

Es muss nicht immer neu sein!

Ich habe vor meiner Familie und meinen Freunden klar gemacht, dass gebrauchte Geschenke genauso cool sind, wie neu gekaufte. Frag doch einfach mal nach und finde heraus, wie deine Beschenkten zu Gebrauchtware stehen. Haben sie kein Problem damit, dann kannst du, selbst wenn die Geschenke dieser Liste nicht optimal sind, trotzdem der Umwelt etwas gutes tun indem du Secondhand shoppst, anstatt alle Geschenke neu zu kaufen.

Persönlicher Tipp

Um Geld zu sparen oder wirklich DAS perfekte Geschenk zu ergattern, bin ich das ganze Jahr auf der Suche. Ich pinne mir Geschenkideen für verschiedene Anlässe, beobachte Secondhand-Märkte und schaue immer mal wieder, wann bestimmte Seiten Sales oder Gutscheine anbieten. So bin ich vorbereitet und habe, beispielsweise kurz vor Weihnachten, keinen großen Druck, jetzt sofort etwas auftreiben zu müssen.

Setze auf Qualität statt Quantität!

Solltest du also typische Konsumgüter verschenken wollen, schau erst, ob sich das gewünschte Geschenk nicht auch gebraucht auftreiben lässt. Wirst du nicht fündig, oder hat der Beschenkte ein Problem damit, dann achte auf die Qualität und gib lieber für ein hochwertiges, langlebiges Geschenk etwas mehr aus, anstatt in einen Haufen kurzlebiger Krims-Krams-Geschenke zu investieren.

Nachhaltige Geschenke: DIYs

Überleg doch mal, was du gut kannst oder wo deine Talente liegen. Kannst du gut häkeln, stricken, nähen, kochen, malen oder singen? Machst du gerne Makramee oder arbeitest leidenschaftlich gerne im Garten? Lässt sich daraus ein DIY-Geschenk machen?

Selbstgemachtes Essen

Freunde und Familie freuen sich bestimmt über selbstgemachte Leckereien wie Kekse, Pralinen oder Lebkuchen. Ideal dabei ist, dass du ganz nach dem Geschmack der Beschenkten auswählen und im Hinblick auf mögliche Allergien oder Vorlieben Zutaten hinzufügen oder weglassen kannst. Außerdem sind viele selbstgemachte Leckerlis nicht nur günstiger, sondern auch umweltfreundlicher weil viel Verpackungsmüll entfällt. Wenn du magst, kannst du auch gleich einen kompletten Brunch oder ein Dinner ausrichten und es gemeinsam mit deinen Lieben in guter Gesellschaft genießen.

Selbst -genäht, -gestrickt, -gehäkelt

Bist du handwerklich begabt, dann sind selbstgemachte Kleidungsstücke oder Accessoires eine tolle Geschenkidee! Du kannst Materialien und Farben komplett frei wählen und die Größe genau auf den Beschenkten anpassen – alles ganz individuell! Für Weihnachten eignen sich vor allem Wollaccessoires wie Mützen, Schals oder Socken, denn wärmende Kleidungsstücke (mit Liebe in jeder Faser!) kann im Winter eigentlich jeder gut gebrauchen.

Lass andere dein Hobby kennenlernen

Hast du schon Sätze wie “Das schmeckt sooo gut, hast du das Rezept?” oder “Wow, das könnte ich auch gerne, wie geht das?!” gehört? Ob du nun eine Kochbox zusammenstellst und ein Rezept selbst aufschreibst oder ein kleines Set für die Grußkartenerstellung mit Handlettering inklusive passendem Stift zusammenstellst – lass andere dein Hobby kennenlernen, indem sie es selbst ausprobieren! Um dabei noch gemeinsam Zeit zu verbringen, könnt ihr euch treffen und es zusammen angehen.

Nachhaltig schenken & dabei etwas Gutes tun

“Ich brauche nichts.” oder “Ihr müsst mir nichts schenken, ich habe alles!” – kommt dir das bekannt vor? Für Menschen, die eigentlich nichts mehr brauchen, eignen sich diese nachhaltigen Geschenke, mit denen man gleichzeitig etwas Gutes tun kannst. Ja, perfekt! Neben den hier vorgestellten Ideen gibt es natürlich noch viele andere soziale oder umweltfreundliche Anbieter, bei denen du dich nach solchen Geschenken umsehen kannst.

Patenschaften für Tierfreunde

So gut wie alle Zoos bieten Tierpatenschaften an. Bereitet dir das Thema Zoo jedoch Bauchschmerzen, dann gibt es auch die Möglichkeit, Tiere in freier Wildbahn zu unterstützen. Der WWF beispielsweise bietet Tierpatenschaften ab 15€ im Monat an. Mit einem solchen Geschenk hilfst du, die Artenvielfalt zu erhalten und Tiere zu schützen. Je nach Interesse kannst du zwischen verschiedenen Patenschaften auswählen, zum Beispiel für Wölfe in Deutschland, Löwen in Afrika oder Eisbären und Klimaschutz.

Summ Summ: Imkern lernen

Schon einmal daran gedacht, einem eigenen Bienenvolk ein Zuhause zu geben? Honig kaufen kann jeder, ganz einfach im Supermarkt. Imkern kann nicht jeder, lässt sich aber lernen. Hat der Beschenkte Platz für ein Bienenvolk und keine Angst vor den kleinen gelben Tierchen, dann ist das eine großartige Geschenkidee! Orientierungsseminare oder “Kurse für ökologisches Imkern” lassen sich beispielsweise über stadtbienen.org buchen. Auch der Deutsche Imkerbund bietet Anfängerkurse für Interessierte an. Ist nicht genug Platz für ein eigenes Bienenvolk vorhanden, bietet sich auch eine Bienenpatenschaft wie zum Beispiel “BeeGood” von mellifera.de an.

Denen helfen, die fast nichts besitzen

Aktionen wie “OxfamUnverpackt” haben jede Menge Ideen, wie man mittellosen Menschen eine Freude machen kann. Inzwischen stehen mehr als 150 Geschenke und verschiedene Ausführungen zur Auswahl. Geschenke wie Nahrungspakete, Kondome, eine Ziege, Trinkwasser oder ein ganzes Klassenzimmer unterstützen sowohl Oxfams Nothilfe- und Entwicklungsprojekte, sowie Kampagnen für eine gerechtere Welt ohne Armut. Hast du also Menschen in deinem Umkreis, die im Grunde schon alles haben und nichts brauchen, dann lässt sich auf diese Weise Menschen, die fast nichts besitzen, helfen und eine Freude machen. Als Dank für die Teilnahme bekommen die Beschenkten eine Grußkarte mit einem Kühlschrankmagneten und haben die Möglichkeit, das Geschenk als Spende steuerlich abzusetzen.

Bäume pflanzen mal anders

Hat der Beschenkte keinen eigenen Garten oder zu wenig Platz, um selbst Bäume zu pflnazen, dann kann man auch pflanzen lassen. Vereine wie Prima Klima verkaufen Baumpflanzungen als Geschenk. Der Beschenkte erhält eine Baum-Urkunde und tut ganz nebenbei etwas für den Klimaschutz.

Nachhaltige Geschenke: persönliche Gutscheine

Gutscheine von Amazon, H&M und Zalando kennt jeder. Diese Gutscheine können durchaus nützlich sein, wenn man jemandem ein paar neue Kleidungsstücke ermöglichen will, aber sich bezüglich des Stils unsicher ist. Trotzdem sind diese Gutscheine, solange sie nicht digital ausgestellt werden, auf Plastik gedruckt und auch die Anbieter alles andere als nachhaltig. Persönliche Gutscheine, dazu noch liebevoll gestaltet, machen da gleich viel mehr her – auch im Sinne der Nachhaltigkeit!

Die Kategorien “persönliche Gutscheine” und “miteinander Zeit verbringen” hängen eng zusammen und überschneiden sich sogar ziemlich. Trotzdem habe ich mich, der Übersichtlichkeit wegen, dafür entschieden, die Tipps in zwei Kategorien zu unterteilen.

Personalisierte Shoppingtrips

Um von den klassischen Plastikkärtchen, die nur in einem Laden gelten, wegzukommen, bieten sich personalisierte Shoppingtrips als nachhaltige Geschenke an. So können insbesondere “Secondhand-Shoppingtrips” ein tolles Erlebnis werden, wenn ihr gemeinsam durch die Secondhandläden eurer Stadt zieht und nach neuen Lieblingsteilen sucht. Erfahrungsgemäß bleibt es dabei aber nicht nur beim Stöbern, sondern artet schnell zu einer kleinen Modenschau der grässlichsten Muster und knalligsten Farben aus.

Wiederverwendbare Artikel & Aktivität

Verschenkst du beispielsweise einen wiederverwendbaren Kaffeebecher oder Edelstahlstrohhalme, dann lässt sich dieses Geschenk ganz wunderbar mit einer passenden Aktivität verbinden – indem du den Beschenkten zum Beispiel noch auf einen Kaffee oder zum kreativen Cocktail machen einlädst, wo die neuen Artikel direkt zum Einsatz kommen. Ziemlich clever!

Eintritt oder Tickets

“Das müssen wir unbedingt mal ausprobieren” oder “Lass uns da mal hin!” sind beste Voraussetzungen für diese Idee. Warum nicht einfach mal den Eintritt oder die Tickets für interessante Veranstaltungen übernehmen?

  • Tickets für ein Konzert oder das Theater
  • Tagesticket fürs Schwimmbad oder Spa
  • Popcorn und Kinoticket
  • Eintritt für den Freizeitpark

An die frische Luft

Um gemeinsam mit dem Beschenkten an die frische Luft zu kommen, könntet ihr beispielsweise als Ehrenamt Hunde aus dem Tierheim ausführen, eine Naturwanderung oder eine organisierte Pilzsammlung besuchen. Das bedeutet nicht nur gemeinsame Zeit in der Natur, sondern auch neues Wissen und jede Menge Spaß!

Das Wiedersehen vorbereiten

Damit man überhaupt zusammen sein kann, kannst du Freunde oder Familienmitglieder, die weiter weg wohnen, mit einem Bahn- oder Flixbusticket oder einem Jahresabo der Bahncard überraschen – ein tolles nachhaltiges Geschenk!

Werde privater Touristenführer

Triffst du dich das erste Mal mit Freunden oder Familie in deiner Stadt, dann bietet sich eine persönliche Stadtführung an. Gib dein Wissen weiter, zeige deine Lieblingsplätze, empfehle Restaurants oder Wanderwege – und lasse deine Besucher die Stadt aus deiner Perspektive erleben!

Gutscheine für jeden Zweck

Neben Gutscheinen für Erlebnisse oder Aktivitäten, kannst du auch ein kleines Heftchen mit verschiedenen “Helfer-Gutscheinen” für jeden Zweck verschenken. So könntest du zum Beispiel “Beete umgraben”, “Fahrrad reparieren”, “Wände streichen”, “Möbel verrücken”, “Auto waschen” oder “beim Wocheneinkauf helfen” mit aufnehmen und auf diese Weise nicht nur helfen, sondern auch Zeit mit deinen Lieben verbringen.

Nachhaltig schenken & miteinander Zeit verbringen

Was gibt es schöneres als Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen? In Kombination mit der Kategorie der “persönlichen Gutscheine” findest du hier Tipps dazu, wie du ganz einfach “gemeinsame Zeit verschenken” kannst.

Kochen, backen oder grillen

Warum nicht mal zusammensetzen, gemütlich um den Grill herum oder ans Feuerchen? Zur Weihnachtszeit gemeinsam Kekse backen und individuell dekorieren oder etwas leckeres kochen, um es dann in kleiner Runde zu verspeisen.

Filmabend

Ein klassischer Filmabend mit den gemeinsamen Lieblingsfilmen, oder Filmen, die ihr unbedingt mal ansehen wolltet, ist ein tolles nachhaltiges Geschenk. Ausgestattet Kuscheldecken, Popcorn und Keksen kann nichts schiefgehen! Wollt ihr euren Horizont erweitern, könnt ihr auch gemeinsam eine Dokumentation ansehen und anschließend darüber diskutieren. Was hat euch berührt, was inspiriert, was bringt euch zum Nachdenken?

Gesellschaftsspiele

Auch ein gemütlicher Abend mit Gesellschaftsspielen wie Cluedo, die Siedler von Catan, Monopoly oder Phase 10 macht sich super. Nicht aufgepasst hat man plötzlich die ganze Nacht mit Spielen verbracht und dabei eine Menge Spaß gehabt!

Gemeinsames lesen

Bücher zu verschenken ist einfach. Eine schöne Abwechslung ist, wenn ihr euch gegenseitig vorlest und dabei vielleicht sogar bestmöglich die Stimmen imitiert. Nicht nur gemütlich, sondern unter Umständen auch sehr erheiternd.

Zusammen malen

Hast du noch eine große Pappe oder eventuell sogar eine Leinwand rumfliegen und sowohl Farbe als auch Pinsel? Dann malt doch gemeinsam! Macht eure Lieblingsmusik an, deckt den Boden ab und versorgt euch mit Snacks. Dann wird drauflosgepinselt! Je nachdem, wie viele Kunstwerke entstehen, könnt ihr jeder eines mit nach Hause nehmen und habt damit eine wunderschöne Erinnerung geschaffen.

Möchtest du auch nachhaltig schenken?

Und jetzt bist du dran: Was verschenkst du dieses Jahr? Besorgst du nachhaltige Geschenke? Hast du noch weitere Ideen, wie man nachhaltig schenken kann? Was wünschst du dir selbst? Feierst du überhaupt Weihnachten, wie verbringt deine Familie die Feiertage?

Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen?

Sarah Boudreau

Die sogenannte “Capsule Wardrobe” ist ein beliebter Trend. Doch für welche Menschen und welche Schränke eignet sich das eigentlich? Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen? Ich möchte dir mit diesen Fragen helfen, herauszufinden, ob dieses Prinzip für dich funktionieren könnte.

Capsule Wardrobe anlegen oder nicht?

Momentan erlebt die sogenannte “Kapsel Garderobe” einen echten Hype. Das finde ich persönlich super, denn das heißt auch, dass immer mehr Menschen verstehen, dass es nicht auf die Größe der Kleiderschränke ankommt. Schließlich kann man auch ohne die neusten Trends und ohne Designer-Stücke einen tollen Stil haben! Doch trotzdem ist eine Capsule Wardrobe nicht für jeden ideal – und das ist auch vollkommen okay so.

Eine Capsule Wardrobe ist eine Möglichkeit, an deinem Kleiderschrank und deinem Stil zu arbeiten – aber nicht die Einzige!

Der Kapsel-Schrank im Trend

Nur weil ein Trend existiert, heißt es nicht, dass du diesen auch mitmachen musst. Das ist nicht nur im Bezug auf einzelne Kleidungsstücke so, sondern natürlich auch auf den Umgang damit. Am besten sollte das Prinzip der Capsule Wardrobe auch mit deinem Leben vereinbar sein und dir darüberhinaus noch Spaß bereiten. Gerne wird die Capsule Wardrobe als eine Art “Allheilmittel” im Kampf gegen Fast Fashion gehandelt. Doch das Anlegen einer Capsule Wardrobe ist nicht der einzige Weg, deinen Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten und zu “entschleunigen”.

Eine Möglichkeit von vielen

Versteht mich nicht falsch, ich mag Capsule Wardrobes, habe nicht umsonst eine kleine Anleitung dazu verfasst. Doch trotzdem ist es nun einmal ein Fakt, dass nicht jeder davon profitieren kann. Willst du das beste aus der Kleidung machen, die du bereits besitzt? Nur noch Kleidungsstück besitzen, die sich leicht kombinieren lassen? Generell an deinen Einkaufsgewohnheiten arbeiten? Das alles kannst du mit Hilfe einer Capsule Wardrobe erreichen – aber auch komplett ohne! Eine Capsule Wardrobe ist EINE Möglichkeit, an deinem Kleiderschrank und deinem Stil zu arbeiten – aber nicht die Einzige!

Nichts muss, alles kann

Da wir alle individuell sind und sich sowohl unsere Lebensentwürfe als auch unsere Geschmäcker im Bezug auf Kleidung unterscheiden, kann es nicht DIE Lösung für jeden geben. Für den einen ist es einfach nicht praktisch, drei Monate lang weniger als 40 Kleidungsstücke zu tragen. Der Nächste braucht einfach mehr Abwechslung im Schrank und will sich nicht einschränken müssen. Fragst du dich, ob du dir eine Capsule Wardrobe anlegen solltest? Dann schau dir doch den kurzen Test am Ende des Beitrags an und versuche herauszufinden, ob das Prinzip für dich funktionieren könnte!

Vor- und Nachteile einer Capsule Wardrobe

Nun, was sind denn eigentlich die Vor- und Nachteile einer Capsule Wardrobe im Vergleich zu einem “normalen Schrank”?

Vorteile

  • einfache Planung, zum Beispiel bei Neuanschaffungen
  • immer neue Kombinationsmöglichkeiten entdecken
  • alles ist aufeinander abgestimmt
  • weniger Chaos im Schrank, leicht zu überblicken
  • mehr Übersicht und Erleichterung bei der Entscheidung morgens

Nachteile

  • weniger Auswahl
  • festes Farbschema, einzelne “knallige Teile” fallen raus
  • neue kurzlebige Trends finden keinen Platz
  • falls sich dein Geschmack stark verändern sollte, musst du viel umplanen

Deinen “normalen Schrank” aufwerten

Möchtest du dir keine Capsule Wardrobe anlegen, dann kannst du trotzdem den Inhalt deines Kleiderschranks aufwerten. Das geht zum Beispiel, indem du trotzdem bestimmten Teilen der “Anleitung für eine Capsule Wardrobe” folgst. So könntest du trotzdem deine Kleidungsstücke farblich abstimmen oder mit Hilfe von Apps den Überblick behalten. Wenn mal etwas Zeit hast, kannst du trotzdem deinen Kleiderschrank ausmisten und so regelmäßig neu entscheiden, was du wirklich brauchst und was nicht. Der einzige Unterschied dabei ist, dass du ohne eine begrenzte Anzahl von Kleidungsstücken versuchst, deinen Schrank bestmöglich deinem persönlichen Stil und deinem Lifestyle anzupassen.
Was hältst du vom Prinzip der Kapsel-Garderoben? Möchtest du dir auch in Zukunft eine Capsule Wardrobe anlegen? Warum? Warum nicht?

Test: Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen?

Wie viele Kleidungsstücke trägst du regelmäßig im Alltag?
(ausgenommen Unterwäsche, Sportkleidung oder andere spezielle Kleidung für Events)

Eigenen Stil finden: Einfache Tipps für Zwischendurch

Markus Winkler

Den “Bad Hair Day” kennen wir vermutlich alle, aber hattest du auch schon einen “Bad Wardrobe Day”? Warst einfach mit nichts zufrieden, was du im Schrank hast, und hattest keine Ahnung, was du anziehen sollst? Hier findest du einfache Tipps, mit denen du deinen eigenen Stil finden oder zu ihm zurückfinden kannst, wenn mal “Kleiderschrankflaute herrscht”.

Eigenen Stil finden: Kurz und knackig

Die meisten Tipps in diesem Artikel sind einfache Aufgaben, die du locker innerhalb von 10-15 Minuten erledigen kannst. Mit Hilfe dieser Aufgaben kannst du deinen eigenen Stil finden – oder zu ihm zurückfinden – indem du mit deiner Garderobe kreativ wirst und dabei mehr über deinen persönlichen Stil nachdenkst.

Finde neue Inspiration

Wenn du deinen eigenen Stil finden willst, eignen sich Pinterest und Modeblogger ganz wunderbar für neue Outfit-Inspiration. Erwischst du dich auch oft dabei, deine Pinterest-Boards mit Outfits zu füllen, die dir zwar optisch gut gefallen, aber einfach nicht praktisch genug für dein tägliches Leben sind? Egal ob es an den heißgeliebten High-Heels oder den unterschiedlichen Wetterbedingungen liegt – High-Fashion-Bilder spiegeln nicht immer die beste Option für dich wieder.

Outfits für den Alltag

Das soll nicht heißen, dass du diese Bilder nie wieder ansehen oder als Inspiration nutzen solltest, nein. Zu Abwechslung solltest du es dir jetzt zur Aufgabe machen, mindestens 10 Outfits zu finden, die du tatsächlich auch genau wie abgebildet (und zwar mit allen Teilen!) tragen würdest.

Kleiner Tipp

Wenn du in Zukunft wieder auf der Suche nach Inspiration bist, dann pinne die Bilder nicht einfach kommentarlos, sondern schreibe dazu, was dir besonders gefällt. Sind es die schönen Schuhe, der Oversize-Pulli oder der tolle Mantel? Was hat deine Aufmerksamkeit erregt, was würdest du davon selbst gerne tragen?

Versetze dich in eine andere Welt

Denk mal an all die Zeichentrickserien, die du so kennst. Was haben die Figur gemeinsam? Genau, sie tragen meist nur ein einziges Outfit. Stell dir vor, du wärst eine Zeichentrickfigur: Was wäre DEIN Outfit? Denke dabei nicht nur an Kleidung und Schuhe, sondern auch an Accessoires, Haare und Make-Up.

Schreibe dein Stilkonzept

Keine Frage, visuelle Inspiration ist äußerst hilfreich. Wenn du dir jetzt aber schriftlich eine Liste über deine Vorlieben anlegst, dann zwingt dich das dazu, in einer ganz anderen Weise über die Details nachzudenken. Denke dabei nicht nur an grobe Beschreibungen wie “Rollkragenpullover”, sondern beachte vor allem die Einzelheiten wie zum Beispiel Farben, Formen, Muster, Texturen und bestimmte Kombinationen. Grenze diese Liste dann auf 15 Elemente ein, die dir besonders wichtig erscheinen. Wähle daraus dann drei Stück, die so in deiner Garderobe noch nicht vertreten sind, und überlege, wie du sie integrieren könntest.

Beschreibe, wie sich dein Stil entwickelt hat

Überlege doch mal, wie sich dein Stil über die Jahre entwickelt hat. Beginne bei deiner Kindheit, denke dann an deine Teeniezeit und wo du dich heute siehst. Was wolltest du damals unbedingt zur Schule anziehen? Warum? Was fanden deine Eltern total toll, du aber so gar nicht? Gab es etwas, das du immer gerne gehabt hättest? Auf diese Weise kannst du herausfinden, woran dein Herz schon immer gehangen hat und eventuell findest du auch einige Kleidungsstücke, die du deiner “Nicht mein Style”-Liste hinzufügen kannst.

Konzentriere dich auf das Wesentliche

Fang mal bei Null an und stell dir vor, deine gesamte Kleidung wäre bei einem Brand verloren gegangen: Welche 20 Kleidungsstücke würdest du jetzt kaufen?

Worin fühlst du dich wohl?

Denke an deine Kleidung und überlege, worin du dich ganz besonders wohlfühlst. Lasse dabei aber das Design vorerst außen vor und konzentriere dich auf die Stoffe, Texturen und wie sich ein Kleidungsstück auf deiner Haut anfühlt. Kannst du eine Präferenz erkennen? Magst du dicke, wenig dehnbare Stoffe lieber als dünnes Jersey? Was fühlt sich am besten an? Notiere dir, worin du dich wohlfühlst und welche Stoffe du angenehm findest – sortiere diese Eigenschaften anschließend noch in Kategorien wie “kaltes Wetter” und “warmes Wetter”.

Kurze Ausmist-Session

Wenn du jetzt gerade nicht genug Zeit hast, deinen Kleiderschrank ausgiebig auszusortieren, dann starte doch mit einer kurzen Ausmist-Session. Anstatt gleich alles zu durchforsten, wählst du innerhalb von 5 Minuten nur jeweils ein Teil zum Verschenken, ein Teil zum Ersetzen und ein Teil zu Weitergeben oder Spenden aus.

Erstelle dir eine Farbpalette

Welche Farben bevorzugst du? Unsere Lieblingsfarben beeinflussen nicht nur die Kleidung, die wir tragen. Sieh dich mal in deiner Wohnung um: Welche Farben finden sich immer wieder? Wenn du dabei ein Muster erkennen kannst, dann erstelle dir ein kleines Farbschema. Nutze was du willst – Photoshop, Buntstifte, Papierfetzen oder Verpackungsreste. Deckt sich das Ergebnis mit dem Inhalt deines Kleiderschranks, passt es gut dazu?

Berücksichtige deinen Lifestyle

Wie ich schon in meiner “Anleitung für eine Capsule Wardrobe” erwähnt habe, sollte deine Kleidung zu deinem Lifestyle passen. Ändert sich bei dir etwas – wie etwa ein neuer Job mit Dresscode oder ein neues Hobby – dann solltest du deine Planung noch einmal überdenken. Nimm dir gerne das leere Tortendiagramm aus meinem Artikel als Vorlage und fülle es mit allem, mit dem du deine Zeit verbringst. Ist deine Garderobe vielseitig genug? Braucht ein bestimmter Bereich etwas Zuwendung? Könntest du in einem anderen Bereich dafür ausmisten?

Kleine Challenge mit Accessoires

Nimm dir ein einfaches Outfit vor, zum Beispiel blaue Jeans und ein weißes T-Shirt, und fordere dich selbst heraus: Kreiere mit diesem simplen Outfit 5 komplett unterschiedliche Looks, indem du nur mit Accessoires, Make-Up oder verschiedenen Frisuren arbeitest.

20×20 Challenge

Falls es eine kleine Challenge sein darf, dann wähle 20 Kleidungsstücke (inklusive Schuhe) aus und versuche, daraus 20 verschiedene Outfits zu basteln. Diese kannst du dann mit Accessoires noch weiter verfeinern. Dabei kommt es besonders darauf an, dass du Stücke in passenden Farben und Stilen auswählst. Du kannst dir auch verschiedene Gelegenheiten, wie zum Beispiel “Datenight” oder “Weihnachtsfeier bei der Familie” vorstellen und darauf zugeschnittene Outfits zusammenstellen. Wenn du etwas besonders magst, dann halte es doch auf Bildern fest und nutze das als Grundlage für spätere Anlässe.

Bin ich zu introvertiert für Social Media?

Prateek Katyal

Sollten es Social Media Plattformen nicht einfacher machen, mit anderen zu kommunizieren? Liegt es an den Plattformen oder an meinem eigenen Kopf? Bin ich zu introvertiert für Social Media, wenn ich nicht einmal online ins Gespräch komme?

Interaktionen fallen mir schwer

Ich war schon immer introvertiert, dazu noch eher schüchtern und ziemlich selbstkritisch. Ich hatte nie so eine “Sieh mich an, hier bin ich!”-Ausstrahlung wenn ich einen Raum betrete. Mir fällt bereits ein normaler Anruf schwer und noch schwieriger ist es für mich, ein Gespräch zu beginnen. Eigentlich sollten es mir Social Media Plattformen ja einfacher machen, denn so kann ich mich auf der Couch mit anderen unterhalten und muss mir keine Gedanken darum machen, wie ich gerade wirke, ob ich eine komische Mimik habe oder meine Hände seltsam bewege.

Voller Kopf, doch zu introvertiert oder selbstkritisch?

Doch nicht einmal im Internet beginne ich Gespräche oder kommentiere häufig das, was ich in meinem Feed vorfinde. Oft sehe ich, wie andere Nutzer Kommentare wie “Schön siehst du aus” oder “Tolles Outfit!” posten – aber das bin nicht ich. Ich würde gerne mehr schreiben: Wie zum Beispiel was ich denke, wenn ich ein besonderes Bild ansehe oder mehr auf bestimmte Details eingehen, die mich interessieren. Dann denke ich mir wiederum “Wen juckt das jetzt?”, oder “Im Grunde haben die Anderen schon alles gesagt, mein Kommentar wäre überflüssig” und zack, lasse ich es sein und scrolle weiter. Die Kombination aus Introvertiertheit, Schüchternheit und Selbstzweifeln lassen mich manchmal fast glauben, dass ich für den sozialen Teil der Social Media-Welt gänzlich ungeeignet wäre.

Alles eine Frage der richtigen Plattform?

Mit der Zeit habe ich herausgefunden, auf welchen Plattformen ich besser klar komme und auf welchen weniger. So ist Twitter zum Beispiel gar nichts für mich. Ich denke mir, dass das, was ich zu sagen hätte, bestimmt schon zehntausend Mal gesagt wurde und es nicht viel bringt, jetzt auch noch darüber zu posten. Irgendwie spielt dann auch noch dieser Zwang zu antworten, dass man dabei unbedingt witzig oder besonders klug sein muss, mit hinein – ich fühle mich unwohl, so als wäre ich gezwungen, etwas zu sein was ich gar nicht bin. Bei Instagram kann ich hingegen die Bilder für sich sprechen lassen und komme auch mit einer kurzen Caption davon. Wenn ich mehr zu sagen habe, verschiebe ich es auf meinen Blog und fühle mich dabei nicht so unangenehm beobachtet wie bei Twitter.

Mein fester Platz im Internet-Wirrwarr

Mein Blog ist meine eigene kleine Welt, die ich mir – frei nach Pipi Langstrumpf – machen kann, widdewidde wie sie mir gefällt. Auch wenn ich hier ebenfalls oft zweifle, ob es überhaupt noch Sinn macht, oft gesagte Dinge zu wiederholen und meine eigenen Erfahrungen hinzuzufügen, fühle ich mich zumindest nicht gezwungen, mich bestimmten “Plattform-Konventionen” anzupassen. Ich kann schreiben, über was ich schreiben will, so viele Zeichen benutzen wie ich will und eine Pause einlegen wann auch immer ich sie nötig habe. Auf anderen Plattformen könnte nach einer solchen Pause der Algorithmus längst entschieden haben, dass ich jetzt vorerst abgemeldet bin – was ich wiederum mit mehr sozialen Aktionen wieder rausholen müsste, wofür ich mich aber zu introvertiert fühle, besonders wenn meine “sozialen Reserven” für diese Woche schon aufgebraucht sind.

Qualität über Quantität

Zu viele Social Media Kanäle gleichzeitig zu bespielen macht mir einfach zu viel Arbeit, wenn ich ihnen wirklich gerecht werden möchte. Bilder optimieren, Beschreibungen anpassen, die Entscheidung, was ich wo poste. Deshalb habe ich mich auf wenige Social Media Plattformen beschränkt, auf denen ich dauerhaft teilen möchte. Dabei versuche ich zusätzlich, Dopplungen zu vermeiden, um mögliche plattformübergreifende Follower nicht zu nerven. Für mein “Kreativ-Branding” habe ich mich für das eigene Online-Portfolio, Pinterest, Instragram und gelegentliche Postings auf Behance oder Dribble entschieden. Für diesen Blog, also quasi meine “Nachhaltigkeits-Persönlichkeit”, setze ich neben Instagram hauptsächlich auf Pinterest.

Ich bin NICHT zu introvertiert für Social Media!

Offline bringe ich mich schon seit Jahren immer wieder dazu, meine eigene Komfortzone zu verlassen. Inzwischen kann ich sogar relativ gelassen Vorträge oder Referate halten und gerate nicht mehr in Panik, wenn ich mit fremden Menschen sprechen muss. Ich fühle mich offline “nicht mehr zu introvertiert” für dieses oder jenes – das möchte ich jetzt auch online erreichen. Ich werde nie ein Top-Influencer mit Massen von Followern werden – das ist cool, das möchte ich gar nicht sein. Aber ich gelobe Besserung und möchte zukünftig auch online daran arbeiten, häufiger mit anderen ins Gespräch zu kommen und dadurch vielleicht wirklich inspirierenden Gedankenaustausch zu ermöglichen.

Was ist Fast Fashion? Ursachen, Probleme & Lösungen

Heidi Fin

Hipper, schicker, neuer, schneller – die Modeindustrie ist außer Kontrolle geraten. “Fast Fashion” findet sich in jeder Einkaufsstraße, leider zu Lasten der Umwelt. Doch was genau ist Fast Fashion? In diesem Artikel erfährst du, was die Ursachen sind, welche Probleme dadurch entstehen und wie du persönlich dagegen angehen kannst.

Definition: Fast Fashion

Vom Designer auf den Laufsteg, vom Laufsteg in die Filialen der großen Modeketten. All das in nur wenigen Wochen. Kaum ist die neuste Mode vorgestellt, arbeiten große Modehändler eifrig daran, den jeweiligen Style zu imitieren und schnellstmöglich in die Läden zu bringen – so entstehen schnell mehrere Kollektionen in kürzester Zeit. Und genau das ist auch die grundsätzliche Definition von Fast Fashion: “Mehr Kollektionen in kürzerer Zeit”. Dadurch können Kunden neuste Mode schnell in den Läden finden und günstig selbst erwerben.

Das “Fast Fashion-Problem”

Neue Trends zu günstigen Preisen? Klingt doch ganz gut, oder? Leider nicht, denn genau da liegt das Problem. Es wird produziert und produziert, gekauft und gekauft. Dadurch lässt sich bei “dem Durchschnittskunden” die Entwicklung einer “Wegwerf-Einstellung” beobachten: “Kostet doch nicht so viel, das kann ich mir mal gönnen.” – und das zum Erscheinen jeder neuen Kollektion, mehrmals jährlich. Am Ende landen Tonnen von Textilien im Müll, oft sogar komplett ungetragen. Eine Studie von Labfresh zeigt, dass jeder Deutsche 4,7 Kilogramm Textilabfall im Jahr verursacht. Davon werden 0,4 kg als gebrauchte Kleidung am Markt bleiben und nur 0,5 kg werden durch Recycling dem Produktionskreislauf wieder hinzugefügt. So werden 1,2 kg Textilien pro Person umweltschädlich verbrannt und ganze 2,7 kg landen auf Mülldeponien.

Während das ständig wechselnde Angebot und verlockend günstige Preise Kunden in die Läden ziehen, arbeiten im Hintergrund tausende Menschen für einen Hungerlohn, um das zu ermöglichen. Fast Fashion trägt nachweislich zur Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern bei. Da viele große Modehersteller natürlich möglichst günstig produzieren wollen, führt diese Entwicklung zusätzlich auch zur Verschiebung von Arbeitsplätzen aus der EU in den asiatischen Raum.

Ein weiteres Problem ist der Schutz von intellektuellem Eigentum und dem dreisten Kopieren. In der Vergangenheit haben nicht wenige Designer beklagt, dass große Modeketten ihre Designs kopiert und zu Geld gemacht haben. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das der australischen Designerin Shannon Sheedy, und ihrem Label “The Dharma Door”, deren Design dreist von der Fast Fashion-Kette Mango geklaut wurde.

Ursachen & Folgen

Eigentlich ist es ganz einfach, die Ursachen von Fast Fashion zu benennen. Wir sind alle Schuld – die Konzerne, die sich höhere Profite erhoffen, und die Konsumenten, die regelmäßig preiswert shoppen wollen. Diese Wünsche, das Verlangen nach neusten Trends und möglichst vielen Verkäufen, lässt sich leider nur zu Lasten unterbezahlter Arbeiter*innen und der Umwelt ermöglichen. Fürchterliche Arbeitsbedingungen, Giftstoffe in der Produktion – ein durch und durch dreckiges Geschäft mit ernsthaften Folgen.

Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Gravierende Folgen von Fast Fashion

Dieses dreckige Geschäft funktioniert nur, indem in der Produktion und allen verwendeten Materialien gespart wird. Um die steigende Nachfrage nach günstigen Textilien zu bedienen, wird neben Erdöl (für synthetische Fasern wie zum Beispiel das beliebte Polyester) viel Baumwolle nötig. Um für Baumwollnachschub zu sorgen, und dabei möglichst billig einkaufen zu können, werden Regenwälder abgeholzt. Auf den gewonnen Ackerflächen wird dann mit Hilfe eines unglaublich hohen Wasserverbrauchs Baumwolle angebaut, wobei den Bauern nicht sonderlich viel davon bleibt, und zusätzlich gerne mit giftigen Pestiziden hantiert.

Fast Fashion ist umweltschädlich

Leider schaden der Umwelt nicht nur der Baumwollanbau, sondern auch Industrieabfälle, die zum Beispiel über das Abwasser in die Natur geraten und so zur Bodendegradation beitragen. Während der eigentlich heilige Fluss Ganges in Indien immer noch zur Trinkwasserproduktion und zur Bewässerung von Ackerflächen genutzt wird, fließen allein durch die Lederherstellung jeden Tag etwa 50 Millionen Liter Industrie-Abwasser in das Gewässer. Außerdem kommt es durch Fast Fashion zu einer erhöhten Verschwendung von Ressourcen, denn wo viel produziert wird, bleibt auch mehr übrig. Ausrangierte Ware, die nicht mehr von Hilfsorganisationen angenommen werden kann, wird verbrannt, denn die meisten Kleidungsstücke sind so billig, dass es sich nicht mehr lohnt, sie erneut aufzuarbeiten.

Die gesellschaftlichen Folgen von Fast Fashion

Die Modeindustrie ist riesig und schafft jede Menge Arbeitsplätze – doch unter welchen Bedingungen? Gerade in Ländern wie Bangladesch, wo der Billiglohn leider noch immer an der Tagesordnung ist, haben die Moderiesen eine Goldgrube gefunden. Was ist das für ein Job, den man unter katastrophalen Bedingungen ausführen muss?

Verschwindend geringer Stundenlohn, oft keine Festanstellungen, keine Geschwerkschaften geschweige denn Arbeitsschutz, Mutterschaftsgeld oder Rentenansprüche. Die Arbeit mit ätzenden Chemikalien in dunklen und dreckigen Hallen, das ist der Alltag für etwa 4 Millionen Menschen, die in Bangladesch in der Textilindustrie angestellt sind. Doch für was genau? Für das T-Shirt, das am Ende für 4,99€ im Laden hängt und von trendbewussten Konsumenten geshoppt wird. Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Vor- und Nachteile von Fast Fashion

Leider ist vielen Konsumenten nicht bewusst, was sich hinter den ordentlich aufgereihten Jeans verbirgt. Doch Fast Fashion hat nicht nur Nachteile, sondern bringt auch einige Vorteile mit. Du solltest dir überlegen, inwiefern die Vorteile die Nachteile überwiegen und wie wichtig dir günstige Trendteile sind. Auch für Geringverdiener und Menschen, die Sozialleistungen erhalten, gibt es inzwischen einige Alternativen. Ohne eine grundlegende Änderung im Bezug auf unser Konsumverhalten können wir nicht so weitermachen.

Vorteile

  • günstige Preise für den Endverbraucher
  • große Auswahl
  • modisch aktuell
  • überall erhältlich

Nachteile

  • umweltschädlich
  • schlechte Arbeitsbedingungen in der Herstellung
  • provoziert Verschwendung, sorgt für mehr Abfall
  • oft nicht langlebig, von geringer Qualität

Mögliche Lösungsansätze

Die umweltfreundliche Antwort auf “Fast Fashion” ist “Slow Fashion”. Wie der Name schon vermuten lässt, bezeichnet Slow Fashion die Wertschätzung des eigenen Besitzes und ist damit auch ein Teil des minimalistischen Lebensstils. Es bringt nicht viel, nur noch faire Kleidung zu kaufen, aber dabei noch immer so massig zu konsumieren wie zuvor. Um Fast Fashion auszubremsen, sind Wertschätzung und reduzierter Konsum die beste Möglichkeit.

Genau hinschauen

Zara, H&M, Esprit, C&A, Mango, Urban Outfitters. Ich denke, fast jeder von uns hat bereits Fast Fashion geshoppt, wenn auch nur unabsichtlich. Zum Glück gibt es mittlerweile schon eine Menge Anbieter, die sich auf faire Mode spezialisieren. Außerdem wächst das Angebot von Secondhand Online Plattformen und Flohmärkten weiterhin an. Wenn wir genau hinschauen, können wir Fast Fashion in unseren Schränken vermeiden.

So kannst du Fast Fashion vermeiden

  • vorhande Kleidungsstücke liebhaben & pflegen
  • auf Qualität statt Quantität setzen, z.B. eine “Capsule Wardrobe” anlegen
  • bewusst konsumieren und weniger einkaufen
  • gebraucht kaufen, wenn immer es möglich ist
  • Kleidung verschenken, tauschen oder verkaufen
  • reparieren, umnähen oder upcyclen anstatt wegzuwerfen

Weiterführende empfehlenswerte Ressourcen zum Thema Fast Fashion

Fazit

Die anfangs gestellte Frage “Was ist Fast Fashion?” lässt sich zusammengefasst so beantworten: Eine wichtige Rolle spielen dabei die immer neuen Kollektionen in geringer Qualität, die zu günstigen Preisen angeboten werden. Dadurch werden die Konsumenten dazu verleitet, häufiger neue Kleidung zu shoppen und dementsprechend auch mehr wegzuwerfen. Ausbaden müssen das die unterbezahlten Arbeiter*innen – und natürlich die Umwelt. Fast Fashion ist ein ernstzunehmendes Problem, das es sowohl aus umwelttechnischer, als auch aus ethischer Sicht, zu lösen gilt.

Minimalismus und Geschenke?

Kira auf der Heide

Der Juni dieses Jahres war heftig für mich, denn viele liebe Menschen aus meinem Umkreis haben in diesem Monat Geburtstag – jetzt, Anfang Oktober, geht es schon wieder Richtung Weihnachten. Natürlich möchte man nicht mit leeren Händen dort aufschlagen, gibt hier etwas dazu und besorgt dort noch eine Kleinigkeit. Doch man kann sich dem doch nicht einfach komplett entziehen, oder? Wie vertragen sich Minimalismus und Geschenke?

Minimalismus ≠ Geschenke?

Ich überlege schon länger, wie ich mit Feiertagen, Geburtstagen und sonstigen Anlässen umgehen möchte. Momentan bin ich am minimalisieren und möchte mein Leben nachhaltiger gestalten, doch wie verbindet man Minimalismus und Nachhaltigkeit mit Geschenken? Ich bin kein großer Fan von Feierlichkeiten jeglicher Art, von meinem eigenen Geburtstag schon gar nicht. Mich ganz auszuklinken erscheint mir zu radikal, schließlich bin ich als Mensch ein soziales Wesen und habe die Gesellschaft meiner Lieben hin und wieder doch ganz gern. Andererseits blutet mir das Herz, wenn ich sehe, wie viel Geld wir für eigentlich unnötige Gimmicks verbraten und wie etabliert das in unserer Gesellschaft ist.

Ist weniger nicht mehr?

Jeder will mehr, aber braucht jeder mehr? Jeder möchte mit seinem Geschenk beeindrucken, aber ist das überhaupt nötig? Neuer, teurer, besser, mehr. Konsum, egal wo hin man schaut. Doch sollte weniger nicht mehr sein? Bewusste Beschränkung auf das Nötigste? Fehlanzeige. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich schon viel zu oft miterlebt, wie im Grunde der letzte Schrott verschenkt wurde. Das möchte ich zukünftig, für mich und indirekt auch für meine Liebsten, ändern.

Mit gutem Beispiel voran

Ich habe mir überlegt, mit einem guten Beispiel voranzugehen. Ich habe bereits bekannt gegeben, dass ich nichts großartiges erwarte, mich über gebrauchte Bücher genauso freue wie über frisch gedruckte und mir zum Beispiel eine Einladung zum gemeinsamen Essen wichtiger ist, als das zehnte Jäckchen im Schrank. Bevorzugt möchte ich schöne Erlebnisse mit meinen Lieben und keine Deko, die später eh nur im Regal verstaubt. Außerdem möchte ich in Zukunft durchsetzen, dass ich nur noch Dinge bekomme, die auch auf meiner Wunschliste stehen. Dinge, die ich mir nicht eben so selbst leisten kann und wirklich benötige. Diese können dann sogar etwas hochwertiger und teurer sein, weil meine Gäste zusammenschmeißen und auf tausend Kleinigkeiten verzichten können. So zumindest der Plan. Bleibt fraglich ob das auf Dauer klappt.. oder ob nach dem nächsten Weihnachtsfest wieder alles vergessen ist.

Ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, möchte niemandem meinen aufzwingen und hoffe einfach, dass meine Lieben dann in der Zukunft auch meine Entscheidung für wenigere, aber wertigere Geschenke nachvollziehen können.

Minimalismus und Geschenke = Unmöglich?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und tut sich nicht selten schwer, mit über Jahrzehnten etablierten Traditionen zu brechen. Ich weiß nicht, ob ich meiner Mutter jemals ausreden kann, mir zu jedem Anlass einen Umzugskarton voller Kleinigkeiten zu schicken. Eigentlich ist das schön, weil ich weiß, dass sie das gerne macht und sich nicht dafür verschuldet. Das ist eigentlich alles ganz wunderbar, aber ich möchte das einfach nicht mehr. So viel Zeug an einem Tag… das ist viel mehr als ich mir normalerweise innerhalb von fünf Monaten selbst zulege. Ich habe sie bereits darauf angesprochen, dass so viel eigentlich nicht notwendig ist und trotzdem fand immer wieder eine zusätzliche Kleinigkeit den Weg ins Paket. Aber was soll ich tun? Sie anschreien und schütteln, bis sie es versteht? Das Paket einfach nicht annehmen und zurückschicken lassen? Nein, das könnte ich niemals über mich bringen und würde sie sicherlich verletzen. Ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, möchte niemandem meinen aufzwingen und hoffe einfach, dass meine Lieben dann in der Zukunft auch meine Entscheidung für wenigere, aber wertigere Geschenke nachvollziehen können.

Keine Geschenke mehr von mir?

Ist die Konsequenz daraus jetzt, dass ich selbst nie wieder etwas an andere verschenke? Da ich ein Mensch bin, der lieber schenkt als selbst beschenkt zu werden, habe ich mir natürlich auch darüber meine Gedanken gemacht. Einfach alle Geschenke streichen könnte ich nicht, niemals, dafür mache ich anderen zu gerne eine Freude. Niiiiiemals!

Klasse statt Masse!

Wie bei mir selbst rege ich meine Lieben nun dazu an, mir ihre Wunschlisten zukommen zu lassen. So kann ich mich sicher nicht verkaufen und die beschenkte Person bekommt nur Dinge, die sie sich auch wirklich wünscht. Ich möchte nicht von anderen “zugemüllt werden”, also werde ich das auch nicht tun. Wenn mir jemand keine Wunschliste zukommen lassen kann und auch sonst keine besonderen Wünsche verlauten lässt, halte ich mich zurück und orientiere mich an den allgemeinen Interessen dieser Person.

Aufmerksam planen

Ich habe schon immer aufgehorcht, wenn jemand über seine Wünsche gesprochen hat. So wusste ich bisher immer ganz gut, was gut ankommen könnte und auch gewollt ist. Außerdem bin ich darauf umgestiegen, auf hochwertige, faire Alternativen zurückzugreifen und mich um viele meiner Geschenke möglichst früh zu kümmern. So kann ich bequem innerhalb von Sales nach Rabattcodes oder Secondhand-Schnäppchen Ausschau halten oder selbst etwas anfertigen, muss nicht einen Tag vorher in die Stadt hetzen und fördere dadurch mit etwas Glück noch die Nachhaltigkeit.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema “Minimalismus und Geschenke”? Wie geht ihr mir „Viel- und gerne-Schenkern“ um, seid ihr schon einen Schritt weiter als ich oder stört euch das gar nicht?

Eigenen Stil finden: Die “Nicht mein Style”-Liste

Green Chameleon

Du möchtest deinen eigenen Stil finden? Hast du schon genau darüber nachgedacht, was du NICHT magst? Eine “Nicht mein Style”-Liste kann dir helfen, deine Kleidung oder deine Wohnung genau nach deinem Geschmack zu gestalten.

Deine “Nicht mein Style”-Liste anlegen

Gut, du möchtest deinen eigenen Stil finden. Du hast darüber nachgedacht, was du magst und was dir gut steht. Aber hast du auch schon mal darüber nachgedacht, was dir NICHT gefällt? Mit einer “Nicht mein Style”-Liste kannst du einen Überblick darüber bekommen, was du sofort aus deinem Kleiderschrank verbannen solltest.

Am anderen Ende anfangen

Die Idee hinter dieser Liste ist, dass du damit im Grunde von hinten anfängst. Anstatt zu versuchen, herauszufinden, wie all die verschiedenen Kleidungsstücke, die dir gefallen, zusammenpassen. Sei bei der Erstellung deiner “Nicht mein Style”-Liste ruhig kleinlich. Überlege dir ganz genau, was du gar nicht magst. Farben, Muster, Materialien, Texturen, Schnitte, bestimmte Kombinationen, Accessoires, Make-Up, ganzes Outfits – schreib alles auf, was für dich nicht in Frage kommt!

Fragen die du dir stellen kannst, um deine “Nicht mein Style”-Liste zu füllen:

  • “Was trage ich nie?”
  • “Woran (Stile, einzelne Kleidungsstücke) gehe ich immer direkt vorbei?”
  • “Welche Kleidung mag ich an anderen, aber nicht an mir?”
  • “Welche Trends habe ich übersprungen/überspringe ich?”
  • “Was würde ich nicht mal für eine Million Euro tragen?”
  • “Was liegt ganz hinten in meinem Schrank? Mit welchen Kleidungsstücken habe ich es erfolglos versucht?”
  • “Gibt es Läden, in denen ich nie etwas finde?”
  • “Wenn ich ein Kleidungsstück aussortiere, woran liegt das?”
  • “Welche Elemente (Details, Passform, Materialien) hindern mich daran, etwas sonst sehr schönes zu kaufen?”

Erweitere deine “Nicht mein Style”-Liste

Nachdem du jetzt deine “Nicht mein Style”-Liste fertig hast, füge jetzt eine zweite Spalte mit der Überschrift “Ich bevorzuge…” hinzu. Schreibe dann, Punkt für Punkt, alles auf, was gute Alternativen für dich darstellt.

Ganz klar nicht mein Style!
  • grelle, sehr kühle Farben & Pastelltöne
  • Hüfthosen
  • hohe Schuhe, besonders mit dünnem Absatz
  • sehr dehnbare Stoffe
  • Glitzer, Strass, Perlen, Nieten
  • Aufdruck, Schriftzug, Markenlogo auf Kleidung
  • starker V-Ausschnitt
  • Rüschen und Volant
  • zu weite, unförmige Mäntel
  • starke, zu deckende, zu mattierende Foundation
Ich bevorzuge…
  • neutrale, warme, gedeckte Farben
  • Hosen mit mittlerer oder hoher Leibhöhe
  • flache Schuhe, ansonsten Blockabsätze
  • eher feste, dicke Stoffe
  • Kleidungsstücke ohne “Klimbim”
  • cleane Oberteile “ohne alles”
  • lieber Rundhals- oder Turtleneck-Ausschnitt
  • geradlinige, nicht zu verspielte Schnitte
  • taillierte Mäntel
  • leichte BB-Cream, lieber mit dewy Finish

Nutze die “Nicht mein Style”-Liste weiter

Nachdem du nun im zweiten Schritt alle guten Alternativen aufgeschrieben hast, hast du nun eine kleine Zusammenfassung deiner Vorlieben und Abneigungen. Du kannst deine “Nicht mein Style”-Liste jetzt als Ausgangspunkt für deine weitere Stilfindung und der Erstellung deiner idealen Garderobe weiterverwenden.

Die “Nicht mein Style”-Liste funktioniert in allen Lebensbereichen

Logischerweise musste du dich mit dieser Vorgehensweise nicht nur auf deine Kleidung beschränken. Du kannst so eine “Nicht mein Style”-Liste in allen Lebensbereichen anwenden, zum Beispiel bei der Einrichtung und Dekoration deiner Wohnung. Gerade wenn man mit seinem Partner zusammenzieht, kann es helfen, wenn beide eine “Nicht mein Style”-Liste machen. So kann man dann abgleichen, was beide nicht mögen und herausfinden, mit was beide Personen cool sind.

Hast du auch schon eine “Nicht mein Style”-Liste angelegt? Wie hat das für dich funktioniert?

Capsule Wardrobe: Anleitung für eine minimierte Garderobe

James Hollingworth

Eine gut durchdachte Capsule Wardrobe kann dir dabei helfen, deine Garderobe zu minimieren und dabei trotzdem immer gut angezogen zu sein. Hier möchte ich dir kurz vorstellen, wie du dir ganz einfach deine eigene Capsule Wardrobe zusammenstellen kannst.

Was ist eine “Capsule Wardrobe”?

Kapsel Garderobe? Was soll das sein? Der Begriff “Capsule Wardrobe” tauchte zuerst im Bezug auf Susie Faux, der Inhaberin der Londoner Boutique “Wardrobe”, auf. Bekanntheit erlangte die sogenannte Capsule Wardrobe jedoch hauptsächlich durch die amerikanische Designerin Donna Karan. 1985 brachte diese eine Kollektion mit sieben Arbeitskleidungsstücken heraus, die sich untereinander austauschen ließen.

Das Prinzip der Capsule Wardrobe ist im Grunde, nur Kleidungsstücke zu besitzen, die nicht so schnell aus der Mode kommen. Mit den zeitlosen Mänteln, Röcken, Kleidern, Oberteilen und Hosen sollen sich immer wieder neue Outfits erstellen lassen, die man je nach Saison noch weiter ergänzen und optimieren kann. Alle Kleidungsstücke sollten sich untereinander gut kombinieren lassen, damit man möglichst viele Outfits zur Auswahl hat. Das gelingt besonders gut, wenn man sich dabei auf ein Farbschema festlegt, das schön harmoniert.

Regeln dürfen gebrochen werden

Oft hört man im Zusammenhang mit Capsule Wardrobes die Zahl 37. Damit ist gemeint, dass 37 Kleidungsstücke für eine Saison, also 3 Monate, ausreichen sollten. Dann kommen unterschiedliche neue Kleidungsstücke dazu und die Garderobe wird so für die nächste Saison angepasst. Wie der Inhalt deines Kleidungsschrankes ist auch die Zahl der Kleidungsstücke ganz individuell – ob dir 37 Kleidungsstücke pro Saison ausreichen, liegt ganz bei dir. Du solltest deine Garderobe schließlich auf dein Leben anpassen, nicht auf eine Zahl, die für jemand anderen vielleicht so funktionieren mag.

Die eigentliche “Capsule Wardrobe Anleitung”

Nachdem die Begrifflichkeiten und das Grundprinzip geklärt sind, möchte ich dir jetzt zeigen, wie du ganz einfach deine eigene Capsule Wardrobe zusammenstellen kannst. Außerdem findest du hier Tipps dazu, wie du deinen eigenen Stil finden und ein passendes Farbschema erstellen kannst.

Diese Anleitung ist natürlich keine Wunderwaffe, wo du nach der Ausführung DIE perfekte Garderobe hast. Bist du dir noch nicht sicher, ob du dir eine Capsule Wardrobe anlegen solltest, dann schau dir doch vorher erst diesen Beitrag hier an und mache den kleinen Test! Eine gut durchdachte Capsule Wardrobe benötigt Zeit, egal ob du länger brauchst, um deinen Stil zu definieren oder dir noch die richtigen Kleidungsstücke fehlen. Das Wichtigste: Nimm dir Zeit, arbeite mit deinen persönlichen Vorlieben und hab Spaß beim Ausprobieren!

1. Die Bestandsaufnahme

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Um eine Capsule Wardrobe aufzubauen, solltest du herausfinden was du alles besitzt und ob du noch etwas aussortieren könntest. Also nimm am besten erst einmal alles (!) aus dem Schrank und hole auch alle verstreuten Teile aus der Wäsche oder unter dem Bett hervor. Hast du jetzt nur Dinge vor dir, die du auch behalten möchtest, dann ordne wieder alles ordentlich ein. Herrscht jetzt hingegen Chaos, dann nimm dir etwas Zeit und sortiere deinen Kleiderschrank aus, bevor du alles wieder einräumst. Hier findest du meine Tipps & Tricks zum Thema “Kleiderschrank ausmisten“.

2. Passt dein Schrank zu deinem Lifestyle?

Wenn du ganz klar sagen kannst, das alles in deinem Schrank zu deinem Lifestyle passt, dann kannst du diesen Schritt überspringen und direkt mit deinem Stil weitermachen. Bist du dir allerdings nicht so sicher, ob du auch alles nötige hast – oder sogar viel zu viel, was du niemals trägst – dann lass uns mal schauen ob der Inhalt deines Schranks überhaupt zu deinem Lifestyle passt.

Was machst du und wie oft machst du es?

Also, stell dir zu Beginn die Frage, was du eigentlich so machst. Arbeitest du? Gibt es bei dir im Büro einen besonderen Dresscode? Gehst du oft aus? Machst du gerne Sport? Hast du vielleicht ein Hobby, das spezielle Kleidung erfordert? Wie auch immer du deine Zeit füllst: Schreib es auf! Überlege anschließend, wie oft du etwas tust. Fülle dann die Grafik, die ich dir hier angehängt habe, dementsprechend mit unterschiedlich großen Stücken. Mit Hilfe dieses persönlichen Diagramms kannst du auf einen Blick erkennen, wo deine Prioritäten liegen und auch beim Ausmisten oder Shoppen schnell entscheiden, ob ein bestimmter Bereich noch etwas Zuwendung gebrauchen könnte.

Wie viele Outfits brauchst du?

Überlege dir anschließend, in welchem Zeitraum du ungerne zweimal dasselbe Outfit tragen würdest. Nehmen wir als Beispiel mal 2 Wochen. Nimm nun diese 2 Wochen mal “die Anzahl der Outfits, die du für jeden Bereich pro Woche benötigst”. Die Zahl, die dabei herauskommt, zeigt dir, wie viele Outfits du schlussendlich mit deiner Garderobe kreieren können solltest.

Mein persönliches Lifestyle-Diagramm

Mein Diagramm besteht zu großen Teilen aus meinem Studium und Freizeit, beziehungsweise Zeit mit meinem Freund, meiner Familie oder Freunden. Ich gehe nicht allzu oft aus, benötige nicht viel um ausreichend outdoortauglich zu sein und mache noch viel weniger Sport. Für mich wäre es deshalb zum Beispiel unsinnig, mir das dritte “kleine Schwarze” zu kaufen oder mir noch eine Sportleggings zuzulegen. Stattdessen sollte ich lieber auf leicht kombinierbare Kleidungsstücke für den Alltag setzen.

Schau dir an, was du besonders häufig trägst. Warum magst du diese Kleidungsstücke? Gefallen dir die Farben, die Qualität, die Stoffe?

3. Deinen eigenen Stil finden

Weißt du genau, was dir gefällt und worin du dich so richtig wohlfühlst? Super, dann kannst du diesen Schritt überspringen und direkt mit deinem Farbschema weitermachen! Weißt du noch nicht so recht, welcher Stil eigentlich deiner ist, dann lies dich jetzt durch diese Tipps & Tricks.

Schau genau hin!

Schau dir an, was du besonders häufig trägst. Warum magst du diese Kleidungsstücke? Gefallen dir die Farben, die Qualität, die Stoffe? Schreib ruhig mit und halte auf einer Liste fest, was dir in deinem Schrank besonders wichtig ist. Wenn du genug Platz dafür hast, dann hänge alle Kleidungsstücke ordentlich auf Bügel, steck dir einen Zeitraum von etwa 3 Monaten ab und drehe diese immer um, wenn du sie gewaschen wieder in deinen Schrank hängst. Anschließend solltest du alles, was du in diesem Zeitraum nicht getragen hast, aussortieren und entscheiden, ob du das jeweilige Teil weitergeben bzw. spenden oder für eine kommende Saison verwahren möchtest.

…oder starte eine kleine Challenge!

Um herauszufinden, welche Kleidungsstücke du besonders oft trägst, kann dir die sogenannt 10×10 Challenge helfen. Dabei trägst du 10 Kleidungsstücke für 10 Tage, wobei 10 Outfits entstehen. Mit der Challenge wirst du also quasi gezwungen, mit so wenigen Teilen über die Runden zu kommen und sie passend zu kombinieren. Das kannst du nutzen, um dir darüber bewusst zu werden, was du gerne trägst und was eigentlich gar nicht in deinen Schrank passt. Hast du zwischendurch mal Zweifel an dem Inhalt deines Kleiderschranks, dann kannst du gerne meine Tipps für Zwischendurch nutzen!

Lass dich inspirieren!

Eine schöne Möglichkeit, und für mich fast schon ein Hobby, ist das Erstellen von Collagen. Egal, ob du die Collage analog oder digital erstellst: Du kannst verschiedene Stilrichtungen erkunden und deiner Kreativität dabei freien Lauf lassen!

Möchtest du digital arbeiten, dann kann ich dir nur ans Herz legen, Pinterest zu nutzen. Bei Pinterest findest du unglaubliche Massen an Outfitinspirationen in verschiedensten Stilrichtungen – für jeden ist etwas dabei! Pinne einfach nach Lust und Laune alles, was dir irgendwie gefällt. Nach einiger Zeit kannst du dann anhand deines Boards eine bestimmte Richtung erkennen, die dir besonders gut gefällt.

Kleiner Tipp

Wenn du dir ein wenig mehr Zeit nehmen möchtest, dann notiere dir, welche Elemente, Farben und Stoffe dabei immer wieder auftauchen. So ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich total auf Rollkragenpullover aller Art stehe und davon nie genug kriegen könnte. Außerdem tauchten bei mir immer wieder grob gestrickte Kleidungsstücke und gedeckte warme Farben auf. Ein weiterer Tipp, mit dem du deinen eigenen Stil näher ergründen kannst, ist das Anlegen einer “Nicht mein Style”-Liste!

4. Dein Farbschema

Folgst du dieser “Capsule Wardrobe Anleitung” nun schon länger Schritt für Schritt, dann kommt jetzt der Teil, auf den du vermutlich schon gewartet hast. Es ist ja schon ziemlich interessant, zu sehen, wie man durch farbliche Anpassung seine Garderobe aufwerten kann. Dafür entscheidest du dich am besten für maximal sechs Farben, die sich untereinander kombinieren lassen. Hast du noch einzelne Kleidungsstücke übrig, die sich noch nicht einfügen, musst du sie nicht sofort wegwerfen – lass dir Zeit und finde passenden Ersatz.

Grundfarbe

Deine Grundfarbe, oder Basisfarbe, ist – wie der Name schon sagt – der Grundpfeiler deiner Garderobe. Diese Farbe gibt den Ton an und sollte sich einfach mit den anderen Farben kombinieren lassen. Als Grundfarbe habe ich Schwarz gewählt. Du kannst dich natürlich aber auch für ein schönes Blau oder Grau entscheiden – ganz nach deinem Geschmack!

Neutrale Farben

Entscheide dich hier für mindestens eine neutrale Farbe, die gut zu allen anderen passt. Du kannst auch zwei oder sogar drei neutrale Farben auswählen, wenn du ein großer Fan davon bist. Mit hellen Farben wie Beige, Grau oder Weiß kannst du deine Outfits ganz einfach etwas auflockern, wenn du sonst auf dunklere Töne stehst.

Akzentfarbe

Zum Schluss ergänzt du deine Farbpalette nun noch um ein oder zwei Akzentfarben. Die Akzentfarben kommen nicht so oft vor wie die anderen Farben, lassen sich aber trotzdem gut kombinieren und passen gut zum Rest.

Mach es dir einfach!

Deine persönliche Farbpalette lässt sich ganz einfach visualisieren, wenn du sie in eine quadratische Darstellung einfügst. Deshalb habe ich dir hier ein Beispiel dafür angehängt, das du gerne abspeichern und damit in einem Bildbearbeitungsprogramm deiner Wahl mit verschiedenen Kombinationen experimentieren kannst. Wenn du es lieber traditionell magst, kannst du dir die Quadrate auch auf einem Blatt Papier aufzeichnen und ausmalen.

Meine persönliche Farbpalette

Für mich habe ich die Grundfarbe Schwarz gewählt. Meine neutralen Farben sind Beige, Grau und ein eher “dreckiges Weiß”, Richtung Elfenbein. Als Akzentfarbe habe ich zuerst einen recht neutralen Khaki-Ton gewählt, da Grün meine Lieblingsfarbe ist, ich mich aber nicht in allen Tönen mag. Meine zweite Akzentfarbe ist ein gedecktes Dunkelrot.

Ergänzungen und Empfehlungen

So, mit der groben Capsule Wardrobe Anleitung sind wir nun durch. Bleiben noch kleine Tipps & Tricks, mit denen dir die Erstellung deiner Capsule Wardrobe einfacher gelingen könnte.

Kleine Randnotiz

Fehlen dir jetzt noch einige Kleidungsstücke, mit denen du gerne deinen Schrank ergänzen würdest? Überlege dir genau, wie diese sich kombinieren ließen und warum du sie unbedingt willst. Falls du immer noch davon überzeugt bist, eine Ergänzung zu brauchen, dann kauf bitte nicht so viel neu – der Umwelt zu Liebe! Schau dich doch erst einmal im Secondhandbereich um. Findest du da nichts passendes, und muss es wirklich neu sein, dann investiere lieber in hochwertige Kleidungsstücke, die fair und ökologisch produziert wurden.

Nützliche Apps

Neben kleinen analogen Listen und klassichen Tabellen am Computer gibt es inzwischen auch eine gute Auswahl an Apps, mit denen du an deiner Capule Wardrobe arbeiten kannst. Informiere dich doch mal über Apps wie zum Beispiel ClosetSpace, Cladwell, YourCloset oder Stylebook. Ich teste momentan die App “XZ Closet”, die mir nicht nur Outfits anhand von Wetterdaten vorschlägt, sondern mir auch ermöglicht, jeden Tag festzuhalten, was ich getragen habe.

Kurze Zusammenfassung

  • 1. Bestandsaufnahme
  • 2. Schrank auf deinen Lifestyle anpassen
  • 3. Stil finden
  • 4. Farbschema erstellen
  • 5. Bewusst konsumieren

Zum Abschluss…

…möchte ich dir noch ganz viel Spaß bei der Stilfindung, dem Erstellen deiner persönlichen Farbpalette oder dem Ausmisten deines Kleiderschrankes wünschen! Ich hoffe, dass ich dir mit dieser kleinen Capsule Wardrobe Anleitung weiterhelfen und dich eventuell sogar inspirieren konnte. Hast du noch weitere Tipps oder Anmerkungen zum Erstellen einer Capsule Wardrobe? Möchtest du einen Tipps teilen, der dir sehr geholfen hat? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Die Monster unter unseren Betten

Jp Valery

Ihr kennt doch sicherlich noch alle diese vollkommen irrationalen Ängste, die wir als Kinder hatten. Bei dem einen waren es grausame Monster unter dem Bett, bei dem nächsten war es die steile Treppe hinab in den Keller, bei einem anderen waren es Geister um Mitternacht. Egal was sie waren, sie waren da.

Damals und heute

Aber auch heute, obwohl wir lange aus dem Alter heraus gewachsen sind, begleiten uns weiterhin viele Ängste und Sorgen. Wir werden nicht erwachsen und mit einem Mal lösen sich alle unsere Ängste in Wohlgefallen auf. Unsere Ängste verschieben sich und wachsen mit uns, passen sich unserem Erwachsenenleben an. Nun sind es nicht mehr die Monster unter dem Bett, sondern die Monster in unserem Kopf, die uns nachts wachhalten. Jetzt ist es nicht mehr die Kellertreppe im trauten Heim, sondern die dunkle Gasse auf dem Rückweg von der Arbeit. Es sind keine fantasiereichen Geister mehr, sondern die Schatten verpasster Chancen und verlorener Freunde, die uns verfolgen.

Unsere Monster leben und wachsen mit uns, so wie auch wir leben und wachsen.

Ich und meine Monster

Unsere Monster leben und wachsen mit uns, so wie auch wir leben und wachsen. Nicht nur durch unsere Erziehung, sondern vor allem durch unsere eigene Erfahrungen und Erlebnisse, wurden wir zu den Menschen die wir heute sind. Auch unsere Ängste und Sorgen machen einen gewissen Teil unserer Persönlichkeit aus. Wir besiegen ehemalige Ängste, während wir stetig wachsen. Unsere Ängste sind menschlich, deshalb ist es auch vollkommen okay, dass hin und wieder auch neue hinzukommen.. auch wenn wir das nicht unbedingt wahrhaben wollen. Lange schien Angst in der Gesellschaft verpönt zu sein, was genauso schwachsinnig ist, wie die Theorie, dass „echte Männer“ angeblich nicht weinen. Ich habe das Gefühl, dass sich das während der letzten Jahre deutlich verbessert hat. Viele Menschen sind aufmerksamer geworden und sprechen auch selbst offen über ihre Ängste und Sorgen. Nicht nur eine allgemein weit offenere Gesellschaft, sondern auch das Internet mit unzähligen anonymen Foren, haben meiner Meinung nach dazu beigetragen, dass viele Menschen sich inzwischen freier zu ihrer Gefühlswelt äußern können.

Ich will meine Monster nicht besiegen…

Auf der anderen Seite kursieren vor allem im Internet haufenweise Ratgeber dazu, wie man bitteschön mit seiner Angst umzugehen hat. Hier wird einem dazu geraten, sich direkt einweisen und therapieren zu lassen, dort werden Tipps gegeben, wie man innerhalb von drei Wochen ein Angst- und Sorgenfreier Mensch wird. Für mich ist das ein großer dampfender Haufen Bullshit. Natürlich gibt es tiefgehende Ängste, Traumata und psychische Krankheiten, die jemanden in seinem Leben schrecklich einschränken können. Diese sollte man natürlich besser in Kooperation mit professionellen Beratern und Psychologen aufarbeiten. Darüber möchte ich aber gar nicht diskutieren, denn für mich ist das in diesem Fall gar nicht notwendig. Ich möchte noch einmal verdeutlichen, dass Ängste vollkommen menschlich sind. Daran sollte man nicht mit dubiosen Internet-Ratgebern herumschustern und sich vielleicht selbst noch tiefer in die Scheiße reiten, wenn man dann nach drei Wochen doch nicht komplett sorgenfrei ist wie versprochen.

…sondern mit ihnen leben.

Ich versuche, mit meinen Ängsten Frieden zu schließen… und empfehle euch, das selbe zu versuchen. Es werden immer neue Erfahrungen auf euch zukommen, die euch Angst bereiten oder Sorgen hinterlassen. Das könnt ihr nicht beeinflussen, ohne euch dauerhaft im Keller zu verschanzen und nie wieder vor die Tür zu gehen. Akzeptiert eure Ängste, stellt euch ihnen und wachst ganz nebenbei über euch hinaus. Lasst eure Monster zu süßen Monsterchen werden. Angst zu haben bedeutet immer neue Herausforderungen zu finden. Doch ohne diese wäre das Leben auch ziemlich langweilig, findet ihr nicht auch?