Kategorie: Minimalismus

Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen?

Sarah Boudreau

Die sogenannte “Capsule Wardrobe” ist ein beliebter Trend. Doch für welche Menschen und welche Schränke eignet sich das eigentlich? Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen? Ich möchte dir mit diesen Fragen helfen, herauszufinden, ob dieses Prinzip für dich funktionieren könnte.

Capsule Wardrobe anlegen oder nicht?

Momentan erlebt die sogenannte “Kapsel Garderobe” einen echten Hype. Das finde ich persönlich super, denn das heißt auch, dass immer mehr Menschen verstehen, dass es nicht auf die Größe der Kleiderschränke ankommt. Schließlich kann man auch ohne die neusten Trends und ohne Designer-Stücke einen tollen Stil haben! Doch trotzdem ist eine Capsule Wardrobe nicht für jeden ideal – und das ist auch vollkommen okay so.

Eine Capsule Wardrobe ist eine Möglichkeit, an deinem Kleiderschrank und deinem Stil zu arbeiten – aber nicht die Einzige!

Der Kapsel-Schrank im Trend

Nur weil ein Trend existiert, heißt es nicht, dass du diesen auch mitmachen musst. Das ist nicht nur im Bezug auf einzelne Kleidungsstücke so, sondern natürlich auch auf den Umgang damit. Am besten sollte das Prinzip der Capsule Wardrobe auch mit deinem Leben vereinbar sein und dir darüberhinaus noch Spaß bereiten. Gerne wird die Capsule Wardrobe als eine Art “Allheilmittel” im Kampf gegen Fast Fashion gehandelt. Doch das Anlegen einer Capsule Wardrobe ist nicht der einzige Weg, deinen Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten und zu “entschleunigen”.

Eine Möglichkeit von vielen

Versteht mich nicht falsch, ich mag Capsule Wardrobes, habe nicht umsonst eine kleine Anleitung dazu verfasst. Doch trotzdem ist es nun einmal ein Fakt, dass nicht jeder davon profitieren kann. Willst du das beste aus der Kleidung machen, die du bereits besitzt? Nur noch Kleidungsstück besitzen, die sich leicht kombinieren lassen? Generell an deinen Einkaufsgewohnheiten arbeiten? Das alles kannst du mit Hilfe einer Capsule Wardrobe erreichen – aber auch komplett ohne! Eine Capsule Wardrobe ist EINE Möglichkeit, an deinem Kleiderschrank und deinem Stil zu arbeiten – aber nicht die Einzige!

Nichts muss, alles kann

Da wir alle individuell sind und sich sowohl unsere Lebensentwürfe als auch unsere Geschmäcker im Bezug auf Kleidung unterscheiden, kann es nicht DIE Lösung für jeden geben. Für den einen ist es einfach nicht praktisch, drei Monate lang weniger als 40 Kleidungsstücke zu tragen. Der Nächste braucht einfach mehr Abwechslung im Schrank und will sich nicht einschränken müssen. Fragst du dich, ob du dir eine Capsule Wardrobe anlegen solltest? Dann schau dir doch den kurzen Test am Ende des Beitrags an und versuche herauszufinden, ob das Prinzip für dich funktionieren könnte!

Vor- und Nachteile einer Capsule Wardrobe

Nun, was sind denn eigentlich die Vor- und Nachteile einer Capsule Wardrobe im Vergleich zu einem “normalen Schrank”?

Vorteile

  • einfache Planung, zum Beispiel bei Neuanschaffungen
  • immer neue Kombinationsmöglichkeiten entdecken
  • alles ist aufeinander abgestimmt
  • weniger Chaos im Schrank, leicht zu überblicken
  • mehr Übersicht und Erleichterung bei der Entscheidung morgens

Nachteile

  • weniger Auswahl
  • festes Farbschema, einzelne “knallige Teile” fallen raus
  • neue kurzlebige Trends finden keinen Platz
  • falls sich dein Geschmack stark verändern sollte, musst du viel umplanen

Deinen “normalen Schrank” aufwerten

Möchtest du dir keine Capsule Wardrobe anlegen, dann kannst du trotzdem den Inhalt deines Kleiderschranks aufwerten. Das geht zum Beispiel, indem du trotzdem bestimmten Teilen der “Anleitung für eine Capsule Wardrobe” folgst. So könntest du trotzdem deine Kleidungsstücke farblich abstimmen oder mit Hilfe von Apps den Überblick behalten. Wenn mal etwas Zeit hast, kannst du trotzdem deinen Kleiderschrank ausmisten und so regelmäßig neu entscheiden, was du wirklich brauchst und was nicht. Der einzige Unterschied dabei ist, dass du ohne eine begrenzte Anzahl von Kleidungsstücken versuchst, deinen Schrank bestmöglich deinem persönlichen Stil und deinem Lifestyle anzupassen.
Was hältst du vom Prinzip der Kapsel-Garderoben? Möchtest du dir auch in Zukunft eine Capsule Wardrobe anlegen? Warum? Warum nicht?

Test: Solltest du dir eine Capsule Wardrobe anlegen?

Wie viele Kleidungsstücke trägst du regelmäßig im Alltag?
(ausgenommen Unterwäsche, Sportkleidung oder andere spezielle Kleidung für Events)

Eigenen Stil finden: Einfache Tipps für Zwischendurch

Markus Winkler

Den “Bad Hair Day” kennen wir vermutlich alle, aber hattest du auch schon einen “Bad Wardrobe Day”? Warst einfach mit nichts zufrieden, was du im Schrank hast, und hattest keine Ahnung, was du anziehen sollst? Hier findest du einfache Tipps, mit denen du deinen eigenen Stil finden oder zu ihm zurückfinden kannst, wenn mal “Kleiderschrankflaute herrscht”.

Eigenen Stil finden: Kurz und knackig

Die meisten Tipps in diesem Artikel sind einfache Aufgaben, die du locker innerhalb von 10-15 Minuten erledigen kannst. Mit Hilfe dieser Aufgaben kannst du deinen eigenen Stil finden – oder zu ihm zurückfinden – indem du mit deiner Garderobe kreativ wirst und dabei mehr über deinen persönlichen Stil nachdenkst.

Finde neue Inspiration

Wenn du deinen eigenen Stil finden willst, eignen sich Pinterest und Modeblogger ganz wunderbar für neue Outfit-Inspiration. Erwischst du dich auch oft dabei, deine Pinterest-Boards mit Outfits zu füllen, die dir zwar optisch gut gefallen, aber einfach nicht praktisch genug für dein tägliches Leben sind? Egal ob es an den heißgeliebten High-Heels oder den unterschiedlichen Wetterbedingungen liegt – High-Fashion-Bilder spiegeln nicht immer die beste Option für dich wieder.

Outfits für den Alltag

Das soll nicht heißen, dass du diese Bilder nie wieder ansehen oder als Inspiration nutzen solltest, nein. Zu Abwechslung solltest du es dir jetzt zur Aufgabe machen, mindestens 10 Outfits zu finden, die du tatsächlich auch genau wie abgebildet (und zwar mit allen Teilen!) tragen würdest.

Kleiner Tipp

Wenn du in Zukunft wieder auf der Suche nach Inspiration bist, dann pinne die Bilder nicht einfach kommentarlos, sondern schreibe dazu, was dir besonders gefällt. Sind es die schönen Schuhe, der Oversize-Pulli oder der tolle Mantel? Was hat deine Aufmerksamkeit erregt, was würdest du davon selbst gerne tragen?

Versetze dich in eine andere Welt

Denk mal an all die Zeichentrickserien, die du so kennst. Was haben die Figur gemeinsam? Genau, sie tragen meist nur ein einziges Outfit. Stell dir vor, du wärst eine Zeichentrickfigur: Was wäre DEIN Outfit? Denke dabei nicht nur an Kleidung und Schuhe, sondern auch an Accessoires, Haare und Make-Up.

Schreibe dein Stilkonzept

Keine Frage, visuelle Inspiration ist äußerst hilfreich. Wenn du dir jetzt aber schriftlich eine Liste über deine Vorlieben anlegst, dann zwingt dich das dazu, in einer ganz anderen Weise über die Details nachzudenken. Denke dabei nicht nur an grobe Beschreibungen wie “Rollkragenpullover”, sondern beachte vor allem die Einzelheiten wie zum Beispiel Farben, Formen, Muster, Texturen und bestimmte Kombinationen. Grenze diese Liste dann auf 15 Elemente ein, die dir besonders wichtig erscheinen. Wähle daraus dann drei Stück, die so in deiner Garderobe noch nicht vertreten sind, und überlege, wie du sie integrieren könntest.

Beschreibe, wie sich dein Stil entwickelt hat

Überlege doch mal, wie sich dein Stil über die Jahre entwickelt hat. Beginne bei deiner Kindheit, denke dann an deine Teeniezeit und wo du dich heute siehst. Was wolltest du damals unbedingt zur Schule anziehen? Warum? Was fanden deine Eltern total toll, du aber so gar nicht? Gab es etwas, das du immer gerne gehabt hättest? Auf diese Weise kannst du herausfinden, woran dein Herz schon immer gehangen hat und eventuell findest du auch einige Kleidungsstücke, die du deiner “Nicht mein Style”-Liste hinzufügen kannst.

Konzentriere dich auf das Wesentliche

Fang mal bei Null an und stell dir vor, deine gesamte Kleidung wäre bei einem Brand verloren gegangen: Welche 20 Kleidungsstücke würdest du jetzt kaufen?

Worin fühlst du dich wohl?

Denke an deine Kleidung und überlege, worin du dich ganz besonders wohlfühlst. Lasse dabei aber das Design vorerst außen vor und konzentriere dich auf die Stoffe, Texturen und wie sich ein Kleidungsstück auf deiner Haut anfühlt. Kannst du eine Präferenz erkennen? Magst du dicke, wenig dehnbare Stoffe lieber als dünnes Jersey? Was fühlt sich am besten an? Notiere dir, worin du dich wohlfühlst und welche Stoffe du angenehm findest – sortiere diese Eigenschaften anschließend noch in Kategorien wie “kaltes Wetter” und “warmes Wetter”.

Kurze Ausmist-Session

Wenn du jetzt gerade nicht genug Zeit hast, deinen Kleiderschrank ausgiebig auszusortieren, dann starte doch mit einer kurzen Ausmist-Session. Anstatt gleich alles zu durchforsten, wählst du innerhalb von 5 Minuten nur jeweils ein Teil zum Verschenken, ein Teil zum Ersetzen und ein Teil zu Weitergeben oder Spenden aus.

Erstelle dir eine Farbpalette

Welche Farben bevorzugst du? Unsere Lieblingsfarben beeinflussen nicht nur die Kleidung, die wir tragen. Sieh dich mal in deiner Wohnung um: Welche Farben finden sich immer wieder? Wenn du dabei ein Muster erkennen kannst, dann erstelle dir ein kleines Farbschema. Nutze was du willst – Photoshop, Buntstifte, Papierfetzen oder Verpackungsreste. Deckt sich das Ergebnis mit dem Inhalt deines Kleiderschranks, passt es gut dazu?

Berücksichtige deinen Lifestyle

Wie ich schon in meiner “Anleitung für eine Capsule Wardrobe” erwähnt habe, sollte deine Kleidung zu deinem Lifestyle passen. Ändert sich bei dir etwas – wie etwa ein neuer Job mit Dresscode oder ein neues Hobby – dann solltest du deine Planung noch einmal überdenken. Nimm dir gerne das leere Tortendiagramm aus meinem Artikel als Vorlage und fülle es mit allem, mit dem du deine Zeit verbringst. Ist deine Garderobe vielseitig genug? Braucht ein bestimmter Bereich etwas Zuwendung? Könntest du in einem anderen Bereich dafür ausmisten?

Kleine Challenge mit Accessoires

Nimm dir ein einfaches Outfit vor, zum Beispiel blaue Jeans und ein weißes T-Shirt, und fordere dich selbst heraus: Kreiere mit diesem simplen Outfit 5 komplett unterschiedliche Looks, indem du nur mit Accessoires, Make-Up oder verschiedenen Frisuren arbeitest.

20×20 Challenge

Falls es eine kleine Challenge sein darf, dann wähle 20 Kleidungsstücke (inklusive Schuhe) aus und versuche, daraus 20 verschiedene Outfits zu basteln. Diese kannst du dann mit Accessoires noch weiter verfeinern. Dabei kommt es besonders darauf an, dass du Stücke in passenden Farben und Stilen auswählst. Du kannst dir auch verschiedene Gelegenheiten, wie zum Beispiel “Datenight” oder “Weihnachtsfeier bei der Familie” vorstellen und darauf zugeschnittene Outfits zusammenstellen. Wenn du etwas besonders magst, dann halte es doch auf Bildern fest und nutze das als Grundlage für spätere Anlässe.

Minimalismus und Geschenke?

Kira auf der Heide

Der Juni dieses Jahres war heftig für mich, denn viele liebe Menschen aus meinem Umkreis haben in diesem Monat Geburtstag – jetzt, Anfang Oktober, geht es schon wieder Richtung Weihnachten. Natürlich möchte man nicht mit leeren Händen dort aufschlagen, gibt hier etwas dazu und besorgt dort noch eine Kleinigkeit. Doch man kann sich dem doch nicht einfach komplett entziehen, oder? Wie vertragen sich Minimalismus und Geschenke?

Minimalismus ≠ Geschenke?

Ich überlege schon länger, wie ich mit Feiertagen, Geburtstagen und sonstigen Anlässen umgehen möchte. Momentan bin ich am minimalisieren und möchte mein Leben nachhaltiger gestalten, doch wie verbindet man Minimalismus und Nachhaltigkeit mit Geschenken? Ich bin kein großer Fan von Feierlichkeiten jeglicher Art, von meinem eigenen Geburtstag schon gar nicht. Mich ganz auszuklinken erscheint mir zu radikal, schließlich bin ich als Mensch ein soziales Wesen und habe die Gesellschaft meiner Lieben hin und wieder doch ganz gern. Andererseits blutet mir das Herz, wenn ich sehe, wie viel Geld wir für eigentlich unnötige Gimmicks verbraten und wie etabliert das in unserer Gesellschaft ist.

Ist weniger nicht mehr?

Jeder will mehr, aber braucht jeder mehr? Jeder möchte mit seinem Geschenk beeindrucken, aber ist das überhaupt nötig? Neuer, teurer, besser, mehr. Konsum, egal wo hin man schaut. Doch sollte weniger nicht mehr sein? Bewusste Beschränkung auf das Nötigste? Fehlanzeige. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich schon viel zu oft miterlebt, wie im Grunde der letzte Schrott verschenkt wurde. Das möchte ich zukünftig, für mich und indirekt auch für meine Liebsten, ändern.

Mit gutem Beispiel voran

Ich habe mir überlegt, mit einem guten Beispiel voranzugehen. Ich habe bereits bekannt gegeben, dass ich nichts großartiges erwarte, mich über gebrauchte Bücher genauso freue wie über frisch gedruckte und mir zum Beispiel eine Einladung zum gemeinsamen Essen wichtiger ist, als das zehnte Jäckchen im Schrank. Bevorzugt möchte ich schöne Erlebnisse mit meinen Lieben und keine Deko, die später eh nur im Regal verstaubt. Außerdem möchte ich in Zukunft durchsetzen, dass ich nur noch Dinge bekomme, die auch auf meiner Wunschliste stehen. Dinge, die ich mir nicht eben so selbst leisten kann und wirklich benötige. Diese können dann sogar etwas hochwertiger und teurer sein, weil meine Gäste zusammenschmeißen und auf tausend Kleinigkeiten verzichten können. So zumindest der Plan. Bleibt fraglich ob das auf Dauer klappt.. oder ob nach dem nächsten Weihnachtsfest wieder alles vergessen ist.

Ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, möchte niemandem meinen aufzwingen und hoffe einfach, dass meine Lieben dann in der Zukunft auch meine Entscheidung für wenigere, aber wertigere Geschenke nachvollziehen können.

Minimalismus und Geschenke = Unmöglich?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und tut sich nicht selten schwer, mit über Jahrzehnten etablierten Traditionen zu brechen. Ich weiß nicht, ob ich meiner Mutter jemals ausreden kann, mir zu jedem Anlass einen Umzugskarton voller Kleinigkeiten zu schicken. Eigentlich ist das schön, weil ich weiß, dass sie das gerne macht und sich nicht dafür verschuldet. Das ist eigentlich alles ganz wunderbar, aber ich möchte das einfach nicht mehr. So viel Zeug an einem Tag… das ist viel mehr als ich mir normalerweise innerhalb von fünf Monaten selbst zulege. Ich habe sie bereits darauf angesprochen, dass so viel eigentlich nicht notwendig ist und trotzdem fand immer wieder eine zusätzliche Kleinigkeit den Weg ins Paket. Aber was soll ich tun? Sie anschreien und schütteln, bis sie es versteht? Das Paket einfach nicht annehmen und zurückschicken lassen? Nein, das könnte ich niemals über mich bringen und würde sie sicherlich verletzen. Ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Lebensentwürfe gibt, möchte niemandem meinen aufzwingen und hoffe einfach, dass meine Lieben dann in der Zukunft auch meine Entscheidung für wenigere, aber wertigere Geschenke nachvollziehen können.

Keine Geschenke mehr von mir?

Ist die Konsequenz daraus jetzt, dass ich selbst nie wieder etwas an andere verschenke? Da ich ein Mensch bin, der lieber schenkt als selbst beschenkt zu werden, habe ich mir natürlich auch darüber meine Gedanken gemacht. Einfach alle Geschenke streichen könnte ich nicht, niemals, dafür mache ich anderen zu gerne eine Freude. Niiiiiemals!

Klasse statt Masse!

Wie bei mir selbst rege ich meine Lieben nun dazu an, mir ihre Wunschlisten zukommen zu lassen. So kann ich mich sicher nicht verkaufen und die beschenkte Person bekommt nur Dinge, die sie sich auch wirklich wünscht. Ich möchte nicht von anderen “zugemüllt werden”, also werde ich das auch nicht tun. Wenn mir jemand keine Wunschliste zukommen lassen kann und auch sonst keine besonderen Wünsche verlauten lässt, halte ich mich zurück und orientiere mich an den allgemeinen Interessen dieser Person.

Aufmerksam planen

Ich habe schon immer aufgehorcht, wenn jemand über seine Wünsche gesprochen hat. So wusste ich bisher immer ganz gut, was gut ankommen könnte und auch gewollt ist. Außerdem bin ich darauf umgestiegen, auf hochwertige, faire Alternativen zurückzugreifen und mich um viele meiner Geschenke möglichst früh zu kümmern. So kann ich bequem innerhalb von Sales nach Rabattcodes oder Secondhand-Schnäppchen Ausschau halten oder selbst etwas anfertigen, muss nicht einen Tag vorher in die Stadt hetzen und fördere dadurch mit etwas Glück noch die Nachhaltigkeit.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema “Minimalismus und Geschenke”? Wie geht ihr mir „Viel- und gerne-Schenkern“ um, seid ihr schon einen Schritt weiter als ich oder stört euch das gar nicht?

Eigenen Stil finden: Die “Nicht mein Style”-Liste

Green Chameleon

Du möchtest deinen eigenen Stil finden? Hast du schon genau darüber nachgedacht, was du NICHT magst? Eine “Nicht mein Style”-Liste kann dir helfen, deine Kleidung oder deine Wohnung genau nach deinem Geschmack zu gestalten.

Deine “Nicht mein Style”-Liste anlegen

Gut, du möchtest deinen eigenen Stil finden. Du hast darüber nachgedacht, was du magst und was dir gut steht. Aber hast du auch schon mal darüber nachgedacht, was dir NICHT gefällt? Mit einer “Nicht mein Style”-Liste kannst du einen Überblick darüber bekommen, was du sofort aus deinem Kleiderschrank verbannen solltest.

Am anderen Ende anfangen

Die Idee hinter dieser Liste ist, dass du damit im Grunde von hinten anfängst. Anstatt zu versuchen, herauszufinden, wie all die verschiedenen Kleidungsstücke, die dir gefallen, zusammenpassen. Sei bei der Erstellung deiner “Nicht mein Style”-Liste ruhig kleinlich. Überlege dir ganz genau, was du gar nicht magst. Farben, Muster, Materialien, Texturen, Schnitte, bestimmte Kombinationen, Accessoires, Make-Up, ganzes Outfits – schreib alles auf, was für dich nicht in Frage kommt!

Fragen die du dir stellen kannst, um deine “Nicht mein Style”-Liste zu füllen:

  • “Was trage ich nie?”
  • “Woran (Stile, einzelne Kleidungsstücke) gehe ich immer direkt vorbei?”
  • “Welche Kleidung mag ich an anderen, aber nicht an mir?”
  • “Welche Trends habe ich übersprungen/überspringe ich?”
  • “Was würde ich nicht mal für eine Million Euro tragen?”
  • “Was liegt ganz hinten in meinem Schrank? Mit welchen Kleidungsstücken habe ich es erfolglos versucht?”
  • “Gibt es Läden, in denen ich nie etwas finde?”
  • “Wenn ich ein Kleidungsstück aussortiere, woran liegt das?”
  • “Welche Elemente (Details, Passform, Materialien) hindern mich daran, etwas sonst sehr schönes zu kaufen?”

Erweitere deine “Nicht mein Style”-Liste

Nachdem du jetzt deine “Nicht mein Style”-Liste fertig hast, füge jetzt eine zweite Spalte mit der Überschrift “Ich bevorzuge…” hinzu. Schreibe dann, Punkt für Punkt, alles auf, was gute Alternativen für dich darstellt.

Ganz klar nicht mein Style!
  • grelle, sehr kühle Farben & Pastelltöne
  • Hüfthosen
  • hohe Schuhe, besonders mit dünnem Absatz
  • sehr dehnbare Stoffe
  • Glitzer, Strass, Perlen, Nieten
  • Aufdruck, Schriftzug, Markenlogo auf Kleidung
  • starker V-Ausschnitt
  • Rüschen und Volant
  • zu weite, unförmige Mäntel
  • starke, zu deckende, zu mattierende Foundation
Ich bevorzuge…
  • neutrale, warme, gedeckte Farben
  • Hosen mit mittlerer oder hoher Leibhöhe
  • flache Schuhe, ansonsten Blockabsätze
  • eher feste, dicke Stoffe
  • Kleidungsstücke ohne “Klimbim”
  • cleane Oberteile “ohne alles”
  • lieber Rundhals- oder Turtleneck-Ausschnitt
  • geradlinige, nicht zu verspielte Schnitte
  • taillierte Mäntel
  • leichte BB-Cream, lieber mit dewy Finish

Nutze die “Nicht mein Style”-Liste weiter

Nachdem du nun im zweiten Schritt alle guten Alternativen aufgeschrieben hast, hast du nun eine kleine Zusammenfassung deiner Vorlieben und Abneigungen. Du kannst deine “Nicht mein Style”-Liste jetzt als Ausgangspunkt für deine weitere Stilfindung und der Erstellung deiner idealen Garderobe weiterverwenden.

Die “Nicht mein Style”-Liste funktioniert in allen Lebensbereichen

Logischerweise musste du dich mit dieser Vorgehensweise nicht nur auf deine Kleidung beschränken. Du kannst so eine “Nicht mein Style”-Liste in allen Lebensbereichen anwenden, zum Beispiel bei der Einrichtung und Dekoration deiner Wohnung. Gerade wenn man mit seinem Partner zusammenzieht, kann es helfen, wenn beide eine “Nicht mein Style”-Liste machen. So kann man dann abgleichen, was beide nicht mögen und herausfinden, mit was beide Personen cool sind.

Hast du auch schon eine “Nicht mein Style”-Liste angelegt? Wie hat das für dich funktioniert?

Capsule Wardrobe: Anleitung für eine minimierte Garderobe

James Hollingworth

Eine gut durchdachte Capsule Wardrobe kann dir dabei helfen, deine Garderobe zu minimieren und dabei trotzdem immer gut angezogen zu sein. Hier möchte ich dir kurz vorstellen, wie du dir ganz einfach deine eigene Capsule Wardrobe zusammenstellen kannst.

Was ist eine “Capsule Wardrobe”?

Kapsel Garderobe? Was soll das sein? Der Begriff “Capsule Wardrobe” tauchte zuerst im Bezug auf Susie Faux, der Inhaberin der Londoner Boutique “Wardrobe”, auf. Bekanntheit erlangte die sogenannte Capsule Wardrobe jedoch hauptsächlich durch die amerikanische Designerin Donna Karan. 1985 brachte diese eine Kollektion mit sieben Arbeitskleidungsstücken heraus, die sich untereinander austauschen ließen.

Das Prinzip der Capsule Wardrobe ist im Grunde, nur Kleidungsstücke zu besitzen, die nicht so schnell aus der Mode kommen. Mit den zeitlosen Mänteln, Röcken, Kleidern, Oberteilen und Hosen sollen sich immer wieder neue Outfits erstellen lassen, die man je nach Saison noch weiter ergänzen und optimieren kann. Alle Kleidungsstücke sollten sich untereinander gut kombinieren lassen, damit man möglichst viele Outfits zur Auswahl hat. Das gelingt besonders gut, wenn man sich dabei auf ein Farbschema festlegt, das schön harmoniert.

Regeln dürfen gebrochen werden

Oft hört man im Zusammenhang mit Capsule Wardrobes die Zahl 37. Damit ist gemeint, dass 37 Kleidungsstücke für eine Saison, also 3 Monate, ausreichen sollten. Dann kommen unterschiedliche neue Kleidungsstücke dazu und die Garderobe wird so für die nächste Saison angepasst. Wie der Inhalt deines Kleidungsschrankes ist auch die Zahl der Kleidungsstücke ganz individuell – ob dir 37 Kleidungsstücke pro Saison ausreichen, liegt ganz bei dir. Du solltest deine Garderobe schließlich auf dein Leben anpassen, nicht auf eine Zahl, die für jemand anderen vielleicht so funktionieren mag.

Die eigentliche “Capsule Wardrobe Anleitung”

Nachdem die Begrifflichkeiten und das Grundprinzip geklärt sind, möchte ich dir jetzt zeigen, wie du ganz einfach deine eigene Capsule Wardrobe zusammenstellen kannst. Außerdem findest du hier Tipps dazu, wie du deinen eigenen Stil finden und ein passendes Farbschema erstellen kannst.

Diese Anleitung ist natürlich keine Wunderwaffe, wo du nach der Ausführung DIE perfekte Garderobe hast. Bist du dir noch nicht sicher, ob du dir eine Capsule Wardrobe anlegen solltest, dann schau dir doch vorher erst diesen Beitrag hier an und mache den kleinen Test! Eine gut durchdachte Capsule Wardrobe benötigt Zeit, egal ob du länger brauchst, um deinen Stil zu definieren oder dir noch die richtigen Kleidungsstücke fehlen. Das Wichtigste: Nimm dir Zeit, arbeite mit deinen persönlichen Vorlieben und hab Spaß beim Ausprobieren!

1. Die Bestandsaufnahme

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Um eine Capsule Wardrobe aufzubauen, solltest du herausfinden was du alles besitzt und ob du noch etwas aussortieren könntest. Also nimm am besten erst einmal alles (!) aus dem Schrank und hole auch alle verstreuten Teile aus der Wäsche oder unter dem Bett hervor. Hast du jetzt nur Dinge vor dir, die du auch behalten möchtest, dann ordne wieder alles ordentlich ein. Herrscht jetzt hingegen Chaos, dann nimm dir etwas Zeit und sortiere deinen Kleiderschrank aus, bevor du alles wieder einräumst. Hier findest du meine Tipps & Tricks zum Thema “Kleiderschrank ausmisten“.

2. Passt dein Schrank zu deinem Lifestyle?

Wenn du ganz klar sagen kannst, das alles in deinem Schrank zu deinem Lifestyle passt, dann kannst du diesen Schritt überspringen und direkt mit deinem Stil weitermachen. Bist du dir allerdings nicht so sicher, ob du auch alles nötige hast – oder sogar viel zu viel, was du niemals trägst – dann lass uns mal schauen ob der Inhalt deines Schranks überhaupt zu deinem Lifestyle passt.

Was machst du und wie oft machst du es?

Also, stell dir zu Beginn die Frage, was du eigentlich so machst. Arbeitest du? Gibt es bei dir im Büro einen besonderen Dresscode? Gehst du oft aus? Machst du gerne Sport? Hast du vielleicht ein Hobby, das spezielle Kleidung erfordert? Wie auch immer du deine Zeit füllst: Schreib es auf! Überlege anschließend, wie oft du etwas tust. Fülle dann die Grafik, die ich dir hier angehängt habe, dementsprechend mit unterschiedlich großen Stücken. Mit Hilfe dieses persönlichen Diagramms kannst du auf einen Blick erkennen, wo deine Prioritäten liegen und auch beim Ausmisten oder Shoppen schnell entscheiden, ob ein bestimmter Bereich noch etwas Zuwendung gebrauchen könnte.

Wie viele Outfits brauchst du?

Überlege dir anschließend, in welchem Zeitraum du ungerne zweimal dasselbe Outfit tragen würdest. Nehmen wir als Beispiel mal 2 Wochen. Nimm nun diese 2 Wochen mal “die Anzahl der Outfits, die du für jeden Bereich pro Woche benötigst”. Die Zahl, die dabei herauskommt, zeigt dir, wie viele Outfits du schlussendlich mit deiner Garderobe kreieren können solltest.

Mein persönliches Lifestyle-Diagramm

Mein Diagramm besteht zu großen Teilen aus meinem Studium und Freizeit, beziehungsweise Zeit mit meinem Freund, meiner Familie oder Freunden. Ich gehe nicht allzu oft aus, benötige nicht viel um ausreichend outdoortauglich zu sein und mache noch viel weniger Sport. Für mich wäre es deshalb zum Beispiel unsinnig, mir das dritte “kleine Schwarze” zu kaufen oder mir noch eine Sportleggings zuzulegen. Stattdessen sollte ich lieber auf leicht kombinierbare Kleidungsstücke für den Alltag setzen.

Schau dir an, was du besonders häufig trägst. Warum magst du diese Kleidungsstücke? Gefallen dir die Farben, die Qualität, die Stoffe?

3. Deinen eigenen Stil finden

Weißt du genau, was dir gefällt und worin du dich so richtig wohlfühlst? Super, dann kannst du diesen Schritt überspringen und direkt mit deinem Farbschema weitermachen! Weißt du noch nicht so recht, welcher Stil eigentlich deiner ist, dann lies dich jetzt durch diese Tipps & Tricks.

Schau genau hin!

Schau dir an, was du besonders häufig trägst. Warum magst du diese Kleidungsstücke? Gefallen dir die Farben, die Qualität, die Stoffe? Schreib ruhig mit und halte auf einer Liste fest, was dir in deinem Schrank besonders wichtig ist. Wenn du genug Platz dafür hast, dann hänge alle Kleidungsstücke ordentlich auf Bügel, steck dir einen Zeitraum von etwa 3 Monaten ab und drehe diese immer um, wenn du sie gewaschen wieder in deinen Schrank hängst. Anschließend solltest du alles, was du in diesem Zeitraum nicht getragen hast, aussortieren und entscheiden, ob du das jeweilige Teil weitergeben bzw. spenden oder für eine kommende Saison verwahren möchtest.

…oder starte eine kleine Challenge!

Um herauszufinden, welche Kleidungsstücke du besonders oft trägst, kann dir die sogenannt 10×10 Challenge helfen. Dabei trägst du 10 Kleidungsstücke für 10 Tage, wobei 10 Outfits entstehen. Mit der Challenge wirst du also quasi gezwungen, mit so wenigen Teilen über die Runden zu kommen und sie passend zu kombinieren. Das kannst du nutzen, um dir darüber bewusst zu werden, was du gerne trägst und was eigentlich gar nicht in deinen Schrank passt. Hast du zwischendurch mal Zweifel an dem Inhalt deines Kleiderschranks, dann kannst du gerne meine Tipps für Zwischendurch nutzen!

Lass dich inspirieren!

Eine schöne Möglichkeit, und für mich fast schon ein Hobby, ist das Erstellen von Collagen. Egal, ob du die Collage analog oder digital erstellst: Du kannst verschiedene Stilrichtungen erkunden und deiner Kreativität dabei freien Lauf lassen!

Möchtest du digital arbeiten, dann kann ich dir nur ans Herz legen, Pinterest zu nutzen. Bei Pinterest findest du unglaubliche Massen an Outfitinspirationen in verschiedensten Stilrichtungen – für jeden ist etwas dabei! Pinne einfach nach Lust und Laune alles, was dir irgendwie gefällt. Nach einiger Zeit kannst du dann anhand deines Boards eine bestimmte Richtung erkennen, die dir besonders gut gefällt.

Kleiner Tipp

Wenn du dir ein wenig mehr Zeit nehmen möchtest, dann notiere dir, welche Elemente, Farben und Stoffe dabei immer wieder auftauchen. So ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass ich total auf Rollkragenpullover aller Art stehe und davon nie genug kriegen könnte. Außerdem tauchten bei mir immer wieder grob gestrickte Kleidungsstücke und gedeckte warme Farben auf. Ein weiterer Tipp, mit dem du deinen eigenen Stil näher ergründen kannst, ist das Anlegen einer “Nicht mein Style”-Liste!

4. Dein Farbschema

Folgst du dieser “Capsule Wardrobe Anleitung” nun schon länger Schritt für Schritt, dann kommt jetzt der Teil, auf den du vermutlich schon gewartet hast. Es ist ja schon ziemlich interessant, zu sehen, wie man durch farbliche Anpassung seine Garderobe aufwerten kann. Dafür entscheidest du dich am besten für maximal sechs Farben, die sich untereinander kombinieren lassen. Hast du noch einzelne Kleidungsstücke übrig, die sich noch nicht einfügen, musst du sie nicht sofort wegwerfen – lass dir Zeit und finde passenden Ersatz.

Grundfarbe

Deine Grundfarbe, oder Basisfarbe, ist – wie der Name schon sagt – der Grundpfeiler deiner Garderobe. Diese Farbe gibt den Ton an und sollte sich einfach mit den anderen Farben kombinieren lassen. Als Grundfarbe habe ich Schwarz gewählt. Du kannst dich natürlich aber auch für ein schönes Blau oder Grau entscheiden – ganz nach deinem Geschmack!

Neutrale Farben

Entscheide dich hier für mindestens eine neutrale Farbe, die gut zu allen anderen passt. Du kannst auch zwei oder sogar drei neutrale Farben auswählen, wenn du ein großer Fan davon bist. Mit hellen Farben wie Beige, Grau oder Weiß kannst du deine Outfits ganz einfach etwas auflockern, wenn du sonst auf dunklere Töne stehst.

Akzentfarbe

Zum Schluss ergänzt du deine Farbpalette nun noch um ein oder zwei Akzentfarben. Die Akzentfarben kommen nicht so oft vor wie die anderen Farben, lassen sich aber trotzdem gut kombinieren und passen gut zum Rest.

Mach es dir einfach!

Deine persönliche Farbpalette lässt sich ganz einfach visualisieren, wenn du sie in eine quadratische Darstellung einfügst. Deshalb habe ich dir hier ein Beispiel dafür angehängt, das du gerne abspeichern und damit in einem Bildbearbeitungsprogramm deiner Wahl mit verschiedenen Kombinationen experimentieren kannst. Wenn du es lieber traditionell magst, kannst du dir die Quadrate auch auf einem Blatt Papier aufzeichnen und ausmalen.

Meine persönliche Farbpalette

Für mich habe ich die Grundfarbe Schwarz gewählt. Meine neutralen Farben sind Beige, Grau und ein eher “dreckiges Weiß”, Richtung Elfenbein. Als Akzentfarbe habe ich zuerst einen recht neutralen Khaki-Ton gewählt, da Grün meine Lieblingsfarbe ist, ich mich aber nicht in allen Tönen mag. Meine zweite Akzentfarbe ist ein gedecktes Dunkelrot.

Ergänzungen und Empfehlungen

So, mit der groben Capsule Wardrobe Anleitung sind wir nun durch. Bleiben noch kleine Tipps & Tricks, mit denen dir die Erstellung deiner Capsule Wardrobe einfacher gelingen könnte.

Kleine Randnotiz

Fehlen dir jetzt noch einige Kleidungsstücke, mit denen du gerne deinen Schrank ergänzen würdest? Überlege dir genau, wie diese sich kombinieren ließen und warum du sie unbedingt willst. Falls du immer noch davon überzeugt bist, eine Ergänzung zu brauchen, dann kauf bitte nicht so viel neu – der Umwelt zu Liebe! Schau dich doch erst einmal im Secondhandbereich um. Findest du da nichts passendes, und muss es wirklich neu sein, dann investiere lieber in hochwertige Kleidungsstücke, die fair und ökologisch produziert wurden.

Nützliche Apps

Neben kleinen analogen Listen und klassichen Tabellen am Computer gibt es inzwischen auch eine gute Auswahl an Apps, mit denen du an deiner Capule Wardrobe arbeiten kannst. Informiere dich doch mal über Apps wie zum Beispiel ClosetSpace, Cladwell, YourCloset oder Stylebook. Ich teste momentan die App “XZ Closet”, die mir nicht nur Outfits anhand von Wetterdaten vorschlägt, sondern mir auch ermöglicht, jeden Tag festzuhalten, was ich getragen habe.

Kurze Zusammenfassung

  • 1. Bestandsaufnahme
  • 2. Schrank auf deinen Lifestyle anpassen
  • 3. Stil finden
  • 4. Farbschema erstellen
  • 5. Bewusst konsumieren

Zum Abschluss…

…möchte ich dir noch ganz viel Spaß bei der Stilfindung, dem Erstellen deiner persönlichen Farbpalette oder dem Ausmisten deines Kleiderschrankes wünschen! Ich hoffe, dass ich dir mit dieser kleinen Capsule Wardrobe Anleitung weiterhelfen und dich eventuell sogar inspirieren konnte. Hast du noch weitere Tipps oder Anmerkungen zum Erstellen einer Capsule Wardrobe? Möchtest du einen Tipps teilen, der dir sehr geholfen hat? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Kleiderschrank ausmisten: Tipps zum Aussortieren

Lauren Fleischmann

Möchtest du deinen Kleiderschrank ausmisten? Nur noch Lieblingsstücke besitzen oder einfach eine Art Frühlingsputz machen? Ganz egal, hier versorge ich dich mit Tipps & Tricks!

Kleiderschrank ausmisten: Meine Tipps

Egal ob du, wie ich, am liebsten nur noch Lieblingsstücke besitzen willst oder einfach nur mal deinen Kleiderschrank ausmisten magst – es kann sehr befreiend und befriedigend wirken, dich von alten Kleidungsstücken zu trennen. Damit du direkt loslegen kannst, habe ich hier eine kleine Liste mit den wichtigsten Punkten zur Vorbereitung für dich.

  • Nimm dir Zeit – Umso größer dein Kleiderschrank ist, desto länger dürfte das Ausmisten dauern. Ich würde dir empfehlen, dir einen Tag am Wochenende freizuhalten damit du dabei keinen Stress hast.
  • Mach es dir gemütlich – Wirf dich in gemütliche Kleidung, die du leicht an- und ausziehen kannst, denn du wirst bestimmt das ein oder andere Teil anprobieren wollen.
  • Spieglein, Spieglein –… an der Wand, bleibt das Teil im Kleiderschrank? Ein Spiegel ist ziemlich praktisch damit du schauen kannst, wie dir das Teil an dir gefällt.
  • Musik macht Laune – Eigentlich selbsterklärend – schalte deine Lieblingsmusik ein und hab Spaß!
  • Boxen und Säcke – Ordnung muss sein! Stell dir deshalb schon vor dem Aussortieren einige Aufbewahrungsboxen, Kartons oder Müllsäcke bereit, damit du nachher nicht spontan danach suchen musst.
  • Generell gilt – Beginne mit Bereichen, die dir leicht fallen. Wenn du mit deinen liebsten Erinnerungsstücken beginnst, schwelgst du wohl möglich stundenlang in Erinnerungen oder wirst schlimmstenfalls traurig und kommst so nie ans Ziel.

Meine Lieblingsmethoden zum Kleiderschrank ausmisten

Ich stelle dir in den folgenden Absätzen meine Lieblingsmethoden zum Ausmisten deines Kleiderschranks vor. Schalte alle Lichter ein, mach deine Lieblingsmusik an und wirf dich in gemütliche Klamotten. Es kann losgehen! Da du vermutlich auch mal mit dem Kleiderschrank ausmisten fertig bist, lassen sich diese Methoden natürlich auch wunderbar auf alle anderen Bereichen anwenden.

Kelli McClintock

Die 3-Kisten-Methode

Die Autorin Rita Pohle (“Weg damit! Entrümpeln befreit!“) entwickelte die drei Kisten Methode. Diese funktioniert ganz einfach und du brauchst dazu lediglich drei Kisten oder Kartons. Wenn du diese gerade nicht zur Hand hast, kannst du dir auch mit drei einfachen Stapeln behelfen – damit lässt sich auch zwischendurch schnell der Kleiderschrank ausmisten!

1. Kiste: Müll

Die erste Kiste ist für Müll. Also für alles was du seit einem Jahr nicht mehr gebraucht hast, abgenutzt oder einfach nicht mehr zu retten ist. Achte aber darauf, dass du die “Müll”-Kiste schnell loswirst denn sonst besteht die Gefahr, dass du doch noch einmal darin wühlst und unnützen Kram rettest.

2. Kiste: Weitergeben

Die zweite Kiste ist für Dinge die du selbst nicht mehr benutzt, die aber noch zu gut für den Müll sind. Der Inhalt dieser Kiste wird verkauft, verschenkt oder gespendet. Am Besten setzt du dir auch hier ein Zeitlimit, sonst hast du die Kiste ewig lange herumstehen.

3. Kiste: Schatzkiste

Die dritte Kiste ist deine persönliche Schatzkiste. Dort steckst du alles hinein, was du gerne behalten willst, aber gerade noch keinen Platz hat. Nachdem du aussortiert (und somit mehr Platz) hast, kannst du entscheiden, was davon (wieder) in deine Schränke oder Regale einziehen darf.

Kisten, Kisten, Ausmisten

Der Vorgang ist dann eigentlich selbsterklärend. Du beginnst nun irgendwo mit dem Aussortieren und räumst alles in die jeweiligen Kisten. Es gibt im Internet auch zahlreiche Anleitungen für 4- oder 5-Kisten Methoden, die aber alle ähnlich funktionieren. Wenn du magst, kannst du diese auch testen und der 3-Kisten-Methode zum Beispiel einfach eine weitere Kiste für “Vielleicht”-Gegenstände hinzufügen und diese für beispielsweise 3 Monate stehen lassen. Was du nach Ablauf dieser Zeit nicht benutzt oder vermisst hast, kommt dann ebenfalls weg.

Persönlicher Tipp

Mir persönlich hat es auch geholfen, ohne (!) den Einsatz einer “Vielleicht”-Kiste, meine persönliche Schatzkiste möglichst klein zu wählen. Die “Vielleicht”-Kiste solltet ihr bei dem Trick mit dem kleineren Karton besser nicht einsetzen. Ansonsten könntet ihr in Versuchung geraten, stattdessen alles in die “Vielleicht”-Kiste zu stopfen. Weil der Karton sich schnell füllte, habe ich auf diese Weise automatisch mehr aussortiert als ich es normalerweise für notwendig erachtet hätte und war dabei wirklich ehrlich und kritisch.

Dan Gold

Die KonMari-Methode

Momentan ist sie in aller Munde: die KonMari Methode ist berühmt und das dazugehörige Buch (“Magic Cleaning“) der Autorin Marie Kondō wurde ein echter Bestseller. Die Methode selbst funktioniert ebenfalls recht einfach, etwas komplizierter wird es erst bei den besonderen Arten, die Kleidung zu falten. In ebenfalls drei Schritten kannst du mit dieser Methode deinen Kleiderschrank ausmisten und dabei vielleicht ganz neu entdecken.

1. Nach Kategorien ausmisten

Du gehst hierbei nach Kategorie, nicht nach Zimmer vor. Das heißt erst alle Kleidungsstücke, dann alle Bücher, alle Stifte und so weiter. Sortierst du jetzt beispielsweise gerade deinen Kleiderschrank, dann solltest du alle Kleidungsstücke aus dem gesamten Haus zusammentragen (auch aus der Wäsche) und auf einen Haufen werfen.

2. Jedes Teil in die Hand nehmen

Bist du nun beim Kleiderschrank ausmisten, solltest du jedes Kleidungsstück einzeln in die Hand nehmen und dich fragen, ob es dich glücklich macht und ob du es in deinem Leben brauchst. Wenn dies nicht der Fall ist, gilt das jeweilige Kleidungsstück als aussortiert. Wenn dir die Trennung zu schwer fällt empfiehlt KonMari sich bei dem Kleidungsstück für die gemeinsame Zeit zu bedanken und es zu verabschieden.

Stelle deine eigenen Fragen!

Ich habe schon häufiger gehört, dass einige von dieser doch recht vagen Standardfrage abweichen und sich dabei stattdessen Fragen wie “Sitzt du bequem?” “Stehst du mir?” oder “Wann habe ich dich das letzte Mal getragen?” stellen. Ich denke, das lässt sich ganz beliebig variieren und du solltet selbst schauen, wie es für dich am besten klappt. Stelle deine eigenen Fragen!

3. Alles hat einen festen Ort

Alles, was am Ende bleiben darf, bekommt einen festen Ort. Kleidungsstücke, zum Beispiel, werden ordentlich gefaltet und kommen an einen festen Ort in deinem Schrank. Schau dich einfach mal auf Youtube um, dort gibt es jede Menge unterschiedlicher Videos zum Thema “Falten à la Marie Kondo” (zum Beispiel “Marie Kondo: Basic Folding Method“). Bücher kommen geordnet ins Regal und Creme in die Schublade im Badezimmer. Möchtest du das nächste Mal deinen Kleiderschrank ausmisten, hast du direkt eine gewisse Grundordnung, anhand der du dich durcharbeiten kannst.

Warum funktioniert die Methode so gut?

Psychologie beim Kleiderschrank ausmisten? Tatsächlich! Dadurch, dass du erst jedes Teil einzeln in die Hand nehmen und ihm anschließend (sofern du es behälst) einen festen Ort zuweisen musst, ist diese Methode meiner Erfahrung nach zwar die zeitaufwändigste, aber auch die effektivste. Du machst dir auf diese Art und Weise tatsächlich mehr Gedanken zu einzelnen Gegenständen und wirst richtig kritisch. Ich habe zum Beispiel auch im Nachhinein noch einiges aussortiert, als ich keinen sinnvollen festen Ort für diesen oder jenen Krimskrams finden konnte.

Kleiderschrank ausmisten = Kleidung wegwerfen?

Mein größter Kritikpunkt an dem Buch ist, dass die junge Autorin so stark auf das rigorose Entsorgen der aussortierten Dinge erpicht ist. Klar, es ist sinnvoll den alten Kram nicht ewig in der Wohnung stehen zu haben, aber mir bricht da im Hinsicht auf Nachhaltigkeit das Herz. Ich empfehle dir, vor allem wenn du dir tatsächlich das Buch zulegen solltet, gut erhaltene Dinge weiterzugeben oder zu spenden, anstatt sie einfach in die Tonne zu kloppen.

 

Kleidung ist nicht gleich Kleidung

Soweit so gut. Du hast eine Kiste mit unrettbaren Stücken, die in den Müll kommen. Dann eine Kiste mit Teilen, die du selbst nicht mehr liebst, die aber noch gespendet oder verkauft werden können – und natürlich alles, was du noch benutzt. Doch was ist mit dem “kleinen Schwarzen” oder deinen Pumps? Mit deiner alten Lieblinghose, die zu klein geworden ist, oder dem Shirt mit dem offenen Saum?

Was ist mit Kleidung, die…

  • …du nur selten brauchst? Brauchst du die Kleidung nur für besondere Anlässe, die Arbeit oder seltene Events? Dann hänge sie zurück in den Schrank, aber sondere sie ein wenig von deiner Alltagskleidung ab.
  • …nicht richtig passt? Hängst du wirklich an einem nicht mehr passenden Kleidungsstück, könnte sich der Besuch beim Schneider für dich lohnen.
  • …alt und angekratzt ist? Möchtest du davon noch gerne etwas tragen? Dann könntest du versuchen, kleinere Reparaturen selbst durchzuführen. Klappt das nicht, bleibt dir auch hier die Schneiderei, wenn das Teil es dir wert ist.

Minimalismus: Was das ist & was es für mich bedeutet

Kara Eads

Laut dem Duden ist Minimalismus „die bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste“. Schön, soweit so gut. Doch was genau bedeutet das nun für mich und meinen Alltag?

Wie ich zum Minimalismus gekommen bin

Eigentlich könnte man meinen, dass der „Grundstein des Minimalismus“ schon seit meiner Kindheit vorhanden sein sollte. Aufgewachsen bin ich in einer durchschnittlichen Familie der unteren Mittelschicht. Wir waren nicht reich und mir wurde nicht mit Kaviar der Popo gecremt. Ich war priviligiert genug, nicht hungern zu müssen und hatte genug übrig um mir kleine Annehmlichkeiten des alltäglichen Lebens. leisten zu können. Trotzdem wurde mir beigebracht, nichts zu verschwenden, zuerst die Reste aus dem Kühlschrank zu essen, sorgsam mit meinem Besitz umzugehen und zu schätzen, was meine Eltern damals für mich, von ihrem hart erarbeiteten Geld, kauften.

Vorstellung VS Realität

Realität: So einfach ist das leider nicht. Wirklich nicht. Als ich dann auszog verdoppelte sich, fast schon explosionsartig, mein Besitz. Wenn man plötzlich Herr (oder eher Frau) über sein eigenes Leben ist, Geld nur für sich zur Verfügung hat und nur seinen eigenen verkorksten Geschmack berücksichtigen muss, dann kann das schnell nach hinten losgehen. So war es jedenfalls bei mir.

Mein Geistesblitz

Eines schönen Tages saß ich im Bad und sortierte meine Back-Ups. Da kam mir der längst überfällige Geistesblitz, dass das doch einfach viel zu viel Kram war. Kurzerhand sortierte ich allerhand aus und beseitigte nebenbei auch gleich noch einige Kosmetikleichen, die schon zu lange ein trauriges Dasein in der hintersten Ecke des Schrankes fristeten. Keine spektakuläre, dramatische Geschichte,- aber ich war angefixt. So scrollte ich einige Tage danach durchs Internet, stieß auf Minimalismus, las mich durch zahlreiche Forenbeiträge und Blogs. Ich wollte mich von überflüssigem Ballast befreien und fing direkt fleißig an, auszusortieren wo ich konnte.

Ist Minimalismus nur für reiche Leute?

Ist Minimalismus lediglich ein Trend der Oberschicht? Was ist mit Leuten, die sich eh nur das Nötigste leisten können und an ihren Sachen hängen, die nichts zum Aussortieren haben? Ist es nicht unglaublich vermessen, ausgerechnet “wenig Besitz” zum Trend zu erklären? Ich persönlich denke, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich freiwilig um seinen Besitz zu erleichtern, solange man nicht “aussortiert, um aussortiert zu haben”. Für mich gehen deshalb “Minimalismus”, “Achtsamkeit” und “Nachhaltigkeit” ganz nah Hand in Hand – gegen hirnlose Shoppingorgien und für einen grüneren, bewussteren Konsum.

Ich möchte mich auf die Dinge besinnen, die wirklich wichtig oder nötig sind. Ich möchte besitzen, was ich brauche, nicht was ich “besitzen könnte”.

Minimalismus persönlich definieren

Für mich bedeutet Minimalismus, mich von Dingen zu befreien, die mein Leben nicht bereichern. Ich brauche keine zwanzig Püppchen im Regal, die mich beim Abstauben eh nur nerven. Ich brauche kein Tafelsilber für eine ganze Armee, wenn bei mir höchstens mal fünf liebe Leute gleichzeitig zusammenkommen. Ich brauche keine Kleider, an denen noch die Etiketten hängen, nur weil diese im Laden irgendwie viel süßer aussahen als später in meinem Schrank. Ich will keine Dinge, die mich mehr belasten als sie mir Nutzen oder Freude bringen. Ich möchte mich auf die Dinge besinnen, die wirklich wichtig oder nötig sind. Ich möchte besitzen, was ich brauche, nicht was ich “besitzen könnte”. Meiner Meinung nach kann jeder Minimalist, oder derjenige, der es werden möchte, seinen ganz persönlichen Minimalismus definieren.

Erst denken, dann ausmisten

Nun muss ich zugeben, dass meine spontane Beschreibung ein Stück weiter oben nicht der Wahrheit entspricht. Nie habe ich zwanzig Püppchen oder ungetragene Kleidung besessen. Ich weiß aber, dass es Menschen gibt, bei denen genau das der Fall ist – die geradezu in Zeug schwimmen. Ich hatte, und habe, dafür ganz andere Baustellen… wie zum Beispiel mein (fast schon leidenschaftliches) Horten von Back-Ups meiner Lieblingsprodukte. Ich würde sogar behaupten, dass fast jeder, der genug Geld zur Verfügung hat, irgendwo etwas übertreibt. Und genau diese Baustellen gilt es zu erkennen und sinnvoll zu bearbeiten – wegwerfen kann jeder. Was bringt es dir, auszusortieren um dann beim nächsten Shoppingtrip schließlich die doppelte Menge zu kaufen? Etwas wegzuwerfen, was du in drei Wochen dringend brauchst? Meiner Meinung nach bringt der Vorsatz des Minimalismus nichts, ohne dieses Vorhaben nicht auch gründlich durchdacht zu haben.

Minimalismus ist nicht für jeden was

Minimalismus ist keine Pflicht und muss nicht für jeden was sein. Es ist vollkommen okay, wenn du dich davon nicht angesprochen fühlst. Für mich ist es, persönlich definiert, allerdings bisher eine riesige Erleichterung. Bis heute habe ich eine Menge Dinge weggegeben, verschenkt oder in die Tonne gekloppt, weil sie leider für nichts mehr zu gebrauchen waren. Dabei versuche ich jetzt zusätzlich, mein Leben nach meinen eigenen Grundsätzen plastikfrei(er) und nachhaltiger zu gestalten. Ich bin jedoch noch lange nicht fertig. Ich möchte ein gemütliches Heim mit Charakter, in dem sich ausschließlich Dinge befinden, die ich auch nutze und schätze… und mein Leben dadurch etwas vereinfachen und entspannen. Für mich ist der Minimalismus, oder meine Interpretation davon, eine Fokussierung auf das, was mir persönlich wirklich wichtig ist – in allen Bereichen meines Lebens.

Zusammenfassung: Für mich ist Minimalismus…

  • … weniger Konsum.
  • … weniger Materialismus.
  • … nur an dem festzuhalten, was mir wichtig ist und mich glücklich macht.
  • … mehr Zeit für das Wesentliche.
  • … Erleichterung und Entspannung.