Kategorie: Nachhaltigkeit

Was ist Slow Fashion? Definition & Tipps für nachhaltigen Konsum

James Hollingworth

Slow Fashion – Was ist das und was steckt dahinter? In diesem Artikel möchte ich dir die “Slow Fashion”-Bewegung vorstellen und dir einen groben Überblick über einen nachhaltigeren Umgang mit Mode verschaffen.

Was ist Slow Fashion?

“Slow Fashion” ist im Grunde eine Gegenbewegung zu “Fast Fashion”, was den schnelllebigen Modekonsum in der heutigen Wegwerfgesellschaft beschreibt – hier findest du weitere Informationen über das “Fast Fashion”-Problem und damit zusammenhängende Umweltprobleme.

Definition

Die “Slow Fashion”-Bewegung steht, wie der Name schon verrät, für eine Entschleunigung der Modeindustrie. Der Konsum soll verringert und bereits vorhande Kleidung soll länger getragen werden. Der Hauptgedanke hinter “Slow Fashion” ist also die stärkere Wertschätzung von Kleidung und den Menschen, die sie herstellen. Das Ziel ist, bessere Bedingungen für Mensch und Natur zu schaffen. Indem du nachhaltiger mit Mode umgehst und bewusster konsumierst, kannst du im Alltag ein Zeichen gegen den rasanten Modewahnsinn setzen!

Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten.

Die “Slow Fashion”-Bewegung

Wie bereits beschrieben, richtet sich Slow Fashion vor allem gegen den bösen Trend der “Fast Fashion”. Unter unwürdigen Bedingungen werden mehrere Kollektionen in kürzester Zeit produziert, dabei gelangen Giftstoffe in die Umwelt und wenn etwas übrig bleibt, wird nur ein verschwindend geringer Anteil wirklich recycelt. Da das natürlich ganz und gar nicht nachhaltig oder fair ist, entstand die “Slow Fashion”-Bewegung. Im Gegensatz dazu beschreibt Slow Fashion also nachhaltige Mode, darunter nicht nur fair produzierte Neuware, sondern auch die Nutzung von Second-Hand-Angeboten zur Schonung der Ressourcen.

Mode entschleunigen

Anstelle der kurzlebigen “Fast Fashion”-Trends, setzt Slow Fashion auf Qualität und zeitlose Schnitte. Verringerte Produktionsmengen sorgen für einen geringeren CO2-Ausstoß, beim Bio-Anbau von Materialien verzichtet man auf schädliche Pestizide – wodurch die Umwelt entlastet wird und weniger Müll entsteht. Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten. Besonders in asisatischen Produktionsländern leiden Arbeiter*innen und Bewohner*innen unter den Folgen der “Fast Fashion”-Industrie. Durch die “Slow Fashion”-Bewegung sollen auch die Löhne angehoben und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Vorteile von Slow Fashion

Eigentlich bringt Slow Fashion gar keine Nachteile mit – außer vielleicht für die gierige “Fast Fashion”-Industrie, denn wenn weniger konsumiert wird, nimmt man weniger ein. In dieser Liste habe ich die vielseitigen Vorteile für Mensch und Natur gesammelt.

  • Gesundheit – In “Billiglohn-Ländern” wie zum Beispiel Bangladesch schuften Arbeiter*innen unter menschenunwürdigen Bedingungen für die “Fast Fashion”-Industrie. Die “Slow Fashion”-Bewegung fordert neben Umweltschutz auch verbesserte Arbeitsbedingungen im Bezug auf Fairness und Gesundheit.
  • Wasser – Die Verschmutzung von Wasser und damit einhergehender Wasserknappzeit zählt zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Die “Slow Fashion”-Bewegung verhindert die Ableitung von Abwasser in Flüsse und Seen, schützt so nicht nur die Natur, sondern auch Menschen.
  • Müll reduzieren – Wer bewusster konsumiert und in qualitativ hochwertige Kleidung investiert, vermeidet dadurch auch eine Menge Textilabfall. Im Sinne des “Zero Waste”-Lifestyles kannst du alte Kleidungsstücke noch reparieren, umstylen, upcyceln und ihnen so ein neues Leben einhauchen!
  • Geld sparen – Ja, ein T-Shirt für 4€ erscheint auf den ersten Blick günstig – doch Hand aufs Herz, wie lange halten diese Schnäppchen wirklich, bevor sie auswaschen oder ihre Form verlieren? Wie oft hast du schon lose Nähte gefunden oder plötzlich kleine Löcher entdeckt? Investierst du in qualitative, langlebige Basics, musst du seltener Nachkaufen und sparst damit auf nachhaltige Weise Geld.
  • Minimalismus – Wenn du dich mit Slow Fashion beschäftigst und deinen Konsum überdenkst, entwickelst du ganz nebenbei ein ganz neues Bewusstsein. Somit lernst du mit der Zeit auch, Qualität über Quantität zu schätzen und lebst damit grundsätzlich minimalistischer.

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen.

So kannst du zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen

Möchtest du gerne zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen? Super! Ich habe über die Zeit einige Tipps dazu gesammelt, wie du die “langsame Mode” Stück für Stück in deinen Alltag integrieren kannst!

Slow Fashion in deinen Alltag integrieren

Fange bei deiner bereits vorhandenen Kleidung an. Schau, was dein Kleiderschrank hergibt, was du magst und was nicht, was du ausmisten und weitergeben kannst. Werde dir bewusst darüber, was du alles bereits besitzt.

Nicht gleich wegwerfen!

Findest du beschädigte Kleidungsstücke, überlege dir, ob du selbst die nötigen Reparaturen vornehmen kannst. Alternativ kannst du das Kleidungsstück natürlich auch in eine Änderungsschneiderei bringen und es dort verarzten lassen, damit du länger Freude daran haben kannst.

Second-Hand kaufen

Ein wichtiger Bestandteil der Slow Fashion ist Second-Hand Mode. Viele Unikate und schicke Blusen warten auf neue Besitzer, die sie liebhaben! Kaufst du Second-Hand, schonst du nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern kannst auch Geld sparen, wenn du eher weniger Budget zur Verfügung hast.

Verschenken, tauschen, verkaufen!

Klar, es kommt auch mal vor, dass du ein bestimmtes Kleidungsstück nicht mehr tragen magst oder es einfach nicht mehr passt. Bitte nicht wegwerfen! Lade doch ein paar Freund*innen ein und organisiere eine Tauschparty, bei der ihr neue Lieblingsstücke entdecken könnt. Informiere dich über Flohmärkte in der Nähe oder klick dich durch Secondhand-Seiten und schau, ob du es irgendwo verschenken oder verkaufen kannst. Viele gemeinnützige Organisationen nehmen auch gerne Spenden an – informiere dich aber bitte vorher, was gerade wirklich gebraucht wird!

Kleidung aus-und verleihen

Steht ein Fest an und du hast dafür nichts im Schrank? Anstatt gleich ein neues Kleid oder einen Anzug zu shoppen, kannst du dir für einmalige Anlässe auch Kleidung ausleihen! Bei zahlreichen lokalen Geschäften oder Online-Portalen, wie zum Beispiel UNOWN oder RE-NT, gibt es die Möglichkeit, Kleidung auszuleihen oder sogar selbst zum Leihen anzubieten.

Wertschätzen und pflegen

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen. Erinnere dich immer wieder daran, deinen Besitz auch zu pflegen. Durch regelmäßige Pflege wie “Auslüften lassen” und “textilschonendes Waschen” verlängerst du die Lebensdauer deiner Lieblingsstücke und sparst dir häufige Neukäufe – und schonst dabei gleichzeitig die natürlichen Ressourcen.

Materialien retten und wiederverwenden

Ganz im Sinne von Slow Fashion: Denke langfristiger! Große Stoffstücke oder Knöpfe einer alten Bluse – du kannst noch eine Menge wiederverwenden! Nähe Stoffstücke um, um sie als Putz- oder Trockentücher weiterzuverwenden. Sammle Knöpfe, damit du im Notfall immer einen ersetzen kannst – vielleicht sieht das Hemd dann noch viel cooler aus? Sei kreativ und experimentiere – es gibt viele Möglichkeiten, Vorhandenes neu zu beleben!

Nachhaltig entsorgen

Okay, manchmal bleibt dir nichts anderes übrig. Komplett ausgeleierte T-Shirts mit Löchern und Flecken, die sich partout nicht auswaschen lassen – machen niemanden mehr glücklich, also weg damit! Absolut unbrauchbare Kleidungsstücke kannst du am besten im Hausmüll oder auf einem Wertstoffhof entsorgen.

Die Sache mit den Altkleidercontainern

Altkleidercontainer finden sich an jeder zweiten Straße und wirken auf den ersten Blick wie eine tolle Möglichkeit, ausrangierte Kleidungsstücke zu entsorgen. Doch die dort eingeworfene Kleidung kommt oft gar nicht dort an, wo sie gebraucht wird. Der Altkleidermarkt wird immer unübersichtlicher, es gibt teilweise auch unseriöse Container, und das bringt damit auch die afrikanischen Textilmärkte in Gefahr.

Möchtest du deine ausrangierten Kleidungsstücke in einen Altkleidercontainer geben, achte darauf, dass die Sammlung eine deutsche Adresse hat und unter einer Festnetznummer zu erreichen ist. Außerdem solltest du dich vorher über die jeweilige Organisation informieren und gucken, wie mit den Spenden umgegangen wird. Seriöse Sammler tragen Siegel wie das “BVSE-Qualitätssiegel“, das “DZI-Spendensiegel” oder das der “FairWertung e.V.“.

Slow Fashion: Tipps für den Einkauf

Brauchst du unbedingt einen Mantel um den kommenden Winter zu überstehen? Sind deine alten Schuhe abgelaufen? Hast du sämtliche Shops und Secondhand-Seiten im Internet abgegrast und es findet sich absolut nichts für dich? Dann investiere besser in faire Mode!

Weitere Informationen zu “Fair Fashion” findest du in diesem Artikel.

Nachhaltige Materialien nutzen

Lässt sich der Neukauf nicht vermeiden, solltest du beim Einkaufen auf umweltfreundliche Materialien achten. Leinen, Hanf, Bio-Baumwolle oder möglicherweise auch Bio-Seide sind nachhaltige Materialien, die auch eine lange Lebensdauer aufweisen. Leder hingegen wird nur in den wenigsten Fällen fair produziert, beim Gerben kommen immer noch oft giftige Stoffe wie “Chrom VI” zum Einsatz.

Regional produzierte Kleidung kaufen

Ein Blick auf das Etikett eines Kleidungsstücks zeigt dir, wo es hergestellt wurde. Im Sinne von “Slow Fashion” solltest du darauf achten, lange Transportwege zu vermeiden. Inzwischen findest du im Internet Listen für fair und umweltfreundlich produzierten Waren aus Europa oder Deutschland.

Unterstütze neue Ideen!

Nachhaltige Modelabels sprießen wie Unkraut aus dem Boden – es werden immer häufiger umweltfreundliche Materialien benutzt und auf regionale Produktion gesetzt. Die meisten grünen Labels sind leider noch recht klein und brauchen Unterstützung, um sich am Markt behaupten zu können. Achte deshalb beim Einkauf auf zertifizierte Labels, um den Fortschritt zu unterstützen.

Achte auf Siegel und Zertifikate

Suchst du neue Kleidung mit guter Qualität aus fairer Herstellung? Vertrauenswürdige, zertifizierte Siegel wie zum Beispiel das “GOTS-Siegel” oder das Siegel der “Fair Wear Foundation” weisen auf nachhaltige Kleidung hin. Das “IVN-Best“-Siegel beispielsweise zeichnet Naturtextilien aus, bei denen vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück keine Chemikalien zum Einsatz kommen. Weitere Siegel wie “Bluesign“, “Cradle to Cradle“, “Standard 100” von Oeko-Tex und das “Fairtrade“-Siegel helfen dir dabei, nachhaltige Kleidung zu erkennen.

Vegane Kleidung

Vegane Kleidungsstücke erkennst du zum Beispiel am “PETA-Approved Vegan“-Siegel. Das heißt, dass diese Mode ohne tierische Materialien wie Leder, Wolle oder Pelz auskommt. Auf den ersten Blick lassen sich diese Materialien ganz einfach identifizieren – doch auch Knöpfe an Jacken oder Schilder an Jeans können beispielsweise aus Horn oder Leder gefertigt sein. Bevorzugst du vegan Kleidung, gehst du damit auf Nummer sicher und setzt ein Zeichen gegen Tierleid.

Capsule Wardrobe anlegen

Ja, auch das Anlegen einer Capsule Wardrobe kann dir helfen, bewusster zu konsumieren. Mach doch mal den kleinen Test am Ende dieses Artikels und finde heraus, ob eine Capsule Wardrobe was für dich sein könnte. Legst du dir eine Capsule Wardrobe an, beschränkst du dich und kaufst dadurch gezielter und weniger ein. Damit sparst du auch Geld und hast am Ende einen übersichtlichen Schrank gefüllt mit Lieblingsstücken, der dir zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten bietet!

Lass dich inspirieren!

Es gibt so viele Möglichkeiten, selbst etwas zur “Slow Fashion”-Bewegung beizutragen. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen Überblick darüber verschaffen, wie du deinen Alltag und deinen Konsum etwas entschleunigen kannst – ganz im Sinne unserer Umwelt und der Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten.

Hast du bereits Erfahrungene mit “Slow Fashion” gemacht? Hast du noch weitere Tipps, die du teilen möchtest? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Nachhaltige Geschenke: Weihnachten und weitere Anlässe

Mel Poole

Nachhaltige Geschenke, ganz ohne dicken Konsum und materielle Güter – geht das überhaupt? Na klar! Hier möchte ich dir einige nachhaltige Geschenke vorstellen, mit denen du vielleicht sogar noch etwas Geld sparen kannst.

Erinnerst du dich auch noch an deine Kindheit, wie du schon Tage vor Weihnachten oder deinem Geburtstag total aufgekratzt und neugierig warst und vielleicht selbst auf Tour gegangen bist, um die versteckten Geschenke aufzustöbern?

Warum schenken wir eigentlich?

Die Idee des Schenkens und des Verschenkens ist schon uralt. Mit Geschenken drücken wir unsere Zuneigung und Verbundenheit aus. Wir Menschen mögen es seit je her, unseren Lieben eine Freude zu machen. Es gibt kaum etwas schöneres als das freudestrahlende Gesicht des Beschenkten. Ich freue mich immer wenn jemand etwas, was ich verschenkt habe, im Alltag oft benutzt oder trägt und damit indirekt zeigt, wie sehr ihm mein Geschenk gefällt.

Damals und heute

Erinnerst du dich auch noch an deine Kindheit, wie du schon Tage vor Weihnachten oder deinem Geburtstag total aufgekratzt und neugierig warst und vielleicht selbst auf Tour gegangen bist, um die versteckten Geschenke aufzustöbern? Auch wenn ich meine Geschenke bereits vorher entdeckt hatte, habe ich trotzdem jedes Jahr brav vor der Tür gewartet, bis meine Eltern alles fertig hergerichtet hatten. Mit der Zeit schenkt man dann natürlich auch selbst mehr und wird nicht mehr nur von Eltern und Verwandten beschenkt. Es kommen Freunde, Partner und vielleicht die eigene Familie dazu, der Kreis der Ver- und Beschenker vergrößert sich.

Was macht den Beschenkten glücklich?

Wie ich schon in diesem Artikel geschrieben habe, möchte ich wirklich nur noch Dinge verschenken, die auch wirklich sinnvoll sind und die mein Gegenüber auch wirklich will. Doch was macht den Beschenkten eigentlich glücklich? Selten dürften es wirklich die dekorativen Tassen oder putzigen Schlüsselanhänger sein, auch wenn sie natürlich trotzdem aussagen, dass man an denjenigen gedacht hat. Nachhaltige Geschenke sehen jedoch anders aus.

Nachhaltige Geschenke für jeden Geschmack

Um dir vielleicht ein wenig Inspiration für nachhaltige Geschenke zu geben, habe ich hier einige Tipps unter verschiedenen Kategorien wie “DIY”, “Gutes tun” oder “miteinander Zeit verbringen” zusammengestellt, wobei sich einige auch überschneiden. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei und du kannst es direkt dieses Jahr umsetzen!

Nachhaltig schenken: generelle Tipps

Hör genau hin!

Auch wenn du es generell schon weißt, möchte ich noch einmal daran erinnern, dass der erste Schritt zu nachhaltigen Geschenken daraus besteht, genau hinzuhören. Wenn du weißt, wofür jemand wirklich brennt und was er liebt, dann kannst du schneller erkennen, womit du deinem Gegenüber wirklich eine Freude machen kannst.

Es muss nicht immer neu sein!

Ich habe vor meiner Familie und meinen Freunden klar gemacht, dass gebrauchte Geschenke genauso cool sind, wie neu gekaufte. Frag doch einfach mal nach und finde heraus, wie deine Beschenkten zu Gebrauchtware stehen. Haben sie kein Problem damit, dann kannst du, selbst wenn die Geschenke dieser Liste nicht optimal sind, trotzdem der Umwelt etwas gutes tun indem du Secondhand shoppst, anstatt alle Geschenke neu zu kaufen.

Persönlicher Tipp

Um Geld zu sparen oder wirklich DAS perfekte Geschenk zu ergattern, bin ich das ganze Jahr auf der Suche. Ich pinne mir Geschenkideen für verschiedene Anlässe, beobachte Secondhand-Märkte und schaue immer mal wieder, wann bestimmte Seiten Sales oder Gutscheine anbieten. So bin ich vorbereitet und habe, beispielsweise kurz vor Weihnachten, keinen großen Druck, jetzt sofort etwas auftreiben zu müssen.

Setze auf Qualität statt Quantität!

Solltest du also typische Konsumgüter verschenken wollen, schau erst, ob sich das gewünschte Geschenk nicht auch gebraucht auftreiben lässt. Wirst du nicht fündig, oder hat der Beschenkte ein Problem damit, dann achte auf die Qualität und gib lieber für ein hochwertiges, langlebiges Geschenk etwas mehr aus, anstatt in einen Haufen kurzlebiger Krims-Krams-Geschenke zu investieren.

Nachhaltige Geschenke: DIYs

Überleg doch mal, was du gut kannst oder wo deine Talente liegen. Kannst du gut häkeln, stricken, nähen, kochen, malen oder singen? Machst du gerne Makramee oder arbeitest leidenschaftlich gerne im Garten? Lässt sich daraus ein DIY-Geschenk machen?

Selbstgemachtes Essen

Freunde und Familie freuen sich bestimmt über selbstgemachte Leckereien wie Kekse, Pralinen oder Lebkuchen. Ideal dabei ist, dass du ganz nach dem Geschmack der Beschenkten auswählen und im Hinblick auf mögliche Allergien oder Vorlieben Zutaten hinzufügen oder weglassen kannst. Außerdem sind viele selbstgemachte Leckerlis nicht nur günstiger, sondern auch umweltfreundlicher weil viel Verpackungsmüll entfällt. Wenn du magst, kannst du auch gleich einen kompletten Brunch oder ein Dinner ausrichten und es gemeinsam mit deinen Lieben in guter Gesellschaft genießen.

Selbst -genäht, -gestrickt, -gehäkelt

Bist du handwerklich begabt, dann sind selbstgemachte Kleidungsstücke oder Accessoires eine tolle Geschenkidee! Du kannst Materialien und Farben komplett frei wählen und die Größe genau auf den Beschenkten anpassen – alles ganz individuell! Für Weihnachten eignen sich vor allem Wollaccessoires wie Mützen, Schals oder Socken, denn wärmende Kleidungsstücke (mit Liebe in jeder Faser!) kann im Winter eigentlich jeder gut gebrauchen.

Lass andere dein Hobby kennenlernen

Hast du schon Sätze wie “Das schmeckt sooo gut, hast du das Rezept?” oder “Wow, das könnte ich auch gerne, wie geht das?!” gehört? Ob du nun eine Kochbox zusammenstellst und ein Rezept selbst aufschreibst oder ein kleines Set für die Grußkartenerstellung mit Handlettering inklusive passendem Stift zusammenstellst – lass andere dein Hobby kennenlernen, indem sie es selbst ausprobieren! Um dabei noch gemeinsam Zeit zu verbringen, könnt ihr euch treffen und es zusammen angehen.

Nachhaltig schenken & dabei etwas Gutes tun

“Ich brauche nichts.” oder “Ihr müsst mir nichts schenken, ich habe alles!” – kommt dir das bekannt vor? Für Menschen, die eigentlich nichts mehr brauchen, eignen sich diese nachhaltigen Geschenke, mit denen man gleichzeitig etwas Gutes tun kannst. Ja, perfekt! Neben den hier vorgestellten Ideen gibt es natürlich noch viele andere soziale oder umweltfreundliche Anbieter, bei denen du dich nach solchen Geschenken umsehen kannst.

Patenschaften für Tierfreunde

So gut wie alle Zoos bieten Tierpatenschaften an. Bereitet dir das Thema Zoo jedoch Bauchschmerzen, dann gibt es auch die Möglichkeit, Tiere in freier Wildbahn zu unterstützen. Der WWF beispielsweise bietet Tierpatenschaften ab 15€ im Monat an. Mit einem solchen Geschenk hilfst du, die Artenvielfalt zu erhalten und Tiere zu schützen. Je nach Interesse kannst du zwischen verschiedenen Patenschaften auswählen, zum Beispiel für Wölfe in Deutschland, Löwen in Afrika oder Eisbären und Klimaschutz.

Summ Summ: Imkern lernen

Schon einmal daran gedacht, einem eigenen Bienenvolk ein Zuhause zu geben? Honig kaufen kann jeder, ganz einfach im Supermarkt. Imkern kann nicht jeder, lässt sich aber lernen. Hat der Beschenkte Platz für ein Bienenvolk und keine Angst vor den kleinen gelben Tierchen, dann ist das eine großartige Geschenkidee! Orientierungsseminare oder “Kurse für ökologisches Imkern” lassen sich beispielsweise über stadtbienen.org buchen. Auch der Deutsche Imkerbund bietet Anfängerkurse für Interessierte an. Ist nicht genug Platz für ein eigenes Bienenvolk vorhanden, bietet sich auch eine Bienenpatenschaft wie zum Beispiel “BeeGood” von mellifera.de an.

Denen helfen, die fast nichts besitzen

Aktionen wie “OxfamUnverpackt” haben jede Menge Ideen, wie man mittellosen Menschen eine Freude machen kann. Inzwischen stehen mehr als 150 Geschenke und verschiedene Ausführungen zur Auswahl. Geschenke wie Nahrungspakete, Kondome, eine Ziege, Trinkwasser oder ein ganzes Klassenzimmer unterstützen sowohl Oxfams Nothilfe- und Entwicklungsprojekte, sowie Kampagnen für eine gerechtere Welt ohne Armut. Hast du also Menschen in deinem Umkreis, die im Grunde schon alles haben und nichts brauchen, dann lässt sich auf diese Weise Menschen, die fast nichts besitzen, helfen und eine Freude machen. Als Dank für die Teilnahme bekommen die Beschenkten eine Grußkarte mit einem Kühlschrankmagneten und haben die Möglichkeit, das Geschenk als Spende steuerlich abzusetzen.

Bäume pflanzen mal anders

Hat der Beschenkte keinen eigenen Garten oder zu wenig Platz, um selbst Bäume zu pflnazen, dann kann man auch pflanzen lassen. Vereine wie Prima Klima verkaufen Baumpflanzungen als Geschenk. Der Beschenkte erhält eine Baum-Urkunde und tut ganz nebenbei etwas für den Klimaschutz.

Nachhaltige Geschenke: persönliche Gutscheine

Gutscheine von Amazon, H&M und Zalando kennt jeder. Diese Gutscheine können durchaus nützlich sein, wenn man jemandem ein paar neue Kleidungsstücke ermöglichen will, aber sich bezüglich des Stils unsicher ist. Trotzdem sind diese Gutscheine, solange sie nicht digital ausgestellt werden, auf Plastik gedruckt und auch die Anbieter alles andere als nachhaltig. Persönliche Gutscheine, dazu noch liebevoll gestaltet, machen da gleich viel mehr her – auch im Sinne der Nachhaltigkeit!

Die Kategorien “persönliche Gutscheine” und “miteinander Zeit verbringen” hängen eng zusammen und überschneiden sich sogar ziemlich. Trotzdem habe ich mich, der Übersichtlichkeit wegen, dafür entschieden, die Tipps in zwei Kategorien zu unterteilen.

Personalisierte Shoppingtrips

Um von den klassischen Plastikkärtchen, die nur in einem Laden gelten, wegzukommen, bieten sich personalisierte Shoppingtrips als nachhaltige Geschenke an. So können insbesondere “Secondhand-Shoppingtrips” ein tolles Erlebnis werden, wenn ihr gemeinsam durch die Secondhandläden eurer Stadt zieht und nach neuen Lieblingsteilen sucht. Erfahrungsgemäß bleibt es dabei aber nicht nur beim Stöbern, sondern artet schnell zu einer kleinen Modenschau der grässlichsten Muster und knalligsten Farben aus.

Wiederverwendbare Artikel & Aktivität

Verschenkst du beispielsweise einen wiederverwendbaren Kaffeebecher oder Edelstahlstrohhalme, dann lässt sich dieses Geschenk ganz wunderbar mit einer passenden Aktivität verbinden – indem du den Beschenkten zum Beispiel noch auf einen Kaffee oder zum kreativen Cocktail machen einlädst, wo die neuen Artikel direkt zum Einsatz kommen. Ziemlich clever!

Eintritt oder Tickets

“Das müssen wir unbedingt mal ausprobieren” oder “Lass uns da mal hin!” sind beste Voraussetzungen für diese Idee. Warum nicht einfach mal den Eintritt oder die Tickets für interessante Veranstaltungen übernehmen?

  • Tickets für ein Konzert oder das Theater
  • Tagesticket fürs Schwimmbad oder Spa
  • Popcorn und Kinoticket
  • Eintritt für den Freizeitpark

An die frische Luft

Um gemeinsam mit dem Beschenkten an die frische Luft zu kommen, könntet ihr beispielsweise als Ehrenamt Hunde aus dem Tierheim ausführen, eine Naturwanderung oder eine organisierte Pilzsammlung besuchen. Das bedeutet nicht nur gemeinsame Zeit in der Natur, sondern auch neues Wissen und jede Menge Spaß!

Das Wiedersehen vorbereiten

Damit man überhaupt zusammen sein kann, kannst du Freunde oder Familienmitglieder, die weiter weg wohnen, mit einem Bahn- oder Flixbusticket oder einem Jahresabo der Bahncard überraschen – ein tolles nachhaltiges Geschenk!

Werde privater Touristenführer

Triffst du dich das erste Mal mit Freunden oder Familie in deiner Stadt, dann bietet sich eine persönliche Stadtführung an. Gib dein Wissen weiter, zeige deine Lieblingsplätze, empfehle Restaurants oder Wanderwege – und lasse deine Besucher die Stadt aus deiner Perspektive erleben!

Gutscheine für jeden Zweck

Neben Gutscheinen für Erlebnisse oder Aktivitäten, kannst du auch ein kleines Heftchen mit verschiedenen “Helfer-Gutscheinen” für jeden Zweck verschenken. So könntest du zum Beispiel “Beete umgraben”, “Fahrrad reparieren”, “Wände streichen”, “Möbel verrücken”, “Auto waschen” oder “beim Wocheneinkauf helfen” mit aufnehmen und auf diese Weise nicht nur helfen, sondern auch Zeit mit deinen Lieben verbringen.

Nachhaltig schenken & miteinander Zeit verbringen

Was gibt es schöneres als Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen? In Kombination mit der Kategorie der “persönlichen Gutscheine” findest du hier Tipps dazu, wie du ganz einfach “gemeinsame Zeit verschenken” kannst.

Kochen, backen oder grillen

Warum nicht mal zusammensetzen, gemütlich um den Grill herum oder ans Feuerchen? Zur Weihnachtszeit gemeinsam Kekse backen und individuell dekorieren oder etwas leckeres kochen, um es dann in kleiner Runde zu verspeisen.

Filmabend

Ein klassischer Filmabend mit den gemeinsamen Lieblingsfilmen, oder Filmen, die ihr unbedingt mal ansehen wolltet, ist ein tolles nachhaltiges Geschenk. Ausgestattet Kuscheldecken, Popcorn und Keksen kann nichts schiefgehen! Wollt ihr euren Horizont erweitern, könnt ihr auch gemeinsam eine Dokumentation ansehen und anschließend darüber diskutieren. Was hat euch berührt, was inspiriert, was bringt euch zum Nachdenken?

Gesellschaftsspiele

Auch ein gemütlicher Abend mit Gesellschaftsspielen wie Cluedo, die Siedler von Catan, Monopoly oder Phase 10 macht sich super. Nicht aufgepasst hat man plötzlich die ganze Nacht mit Spielen verbracht und dabei eine Menge Spaß gehabt!

Gemeinsames lesen

Bücher zu verschenken ist einfach. Eine schöne Abwechslung ist, wenn ihr euch gegenseitig vorlest und dabei vielleicht sogar bestmöglich die Stimmen imitiert. Nicht nur gemütlich, sondern unter Umständen auch sehr erheiternd.

Zusammen malen

Hast du noch eine große Pappe oder eventuell sogar eine Leinwand rumfliegen und sowohl Farbe als auch Pinsel? Dann malt doch gemeinsam! Macht eure Lieblingsmusik an, deckt den Boden ab und versorgt euch mit Snacks. Dann wird drauflosgepinselt! Je nachdem, wie viele Kunstwerke entstehen, könnt ihr jeder eines mit nach Hause nehmen und habt damit eine wunderschöne Erinnerung geschaffen.

Möchtest du auch nachhaltig schenken?

Und jetzt bist du dran: Was verschenkst du dieses Jahr? Besorgst du nachhaltige Geschenke? Hast du noch weitere Ideen, wie man nachhaltig schenken kann? Was wünschst du dir selbst? Feierst du überhaupt Weihnachten, wie verbringt deine Familie die Feiertage?

Was ist Fast Fashion? Ursachen, Probleme & Lösungen

Heidi Fin

Hipper, schicker, neuer, schneller – die Modeindustrie ist außer Kontrolle geraten. “Fast Fashion” findet sich in jeder Einkaufsstraße, leider zu Lasten der Umwelt. Doch was genau ist Fast Fashion? In diesem Artikel erfährst du, was die Ursachen sind, welche Probleme dadurch entstehen und wie du persönlich dagegen angehen kannst.

Definition: Fast Fashion

Vom Designer auf den Laufsteg, vom Laufsteg in die Filialen der großen Modeketten. All das in nur wenigen Wochen. Kaum ist die neuste Mode vorgestellt, arbeiten große Modehändler eifrig daran, den jeweiligen Style zu imitieren und schnellstmöglich in die Läden zu bringen – so entstehen schnell mehrere Kollektionen in kürzester Zeit. Und genau das ist auch die grundsätzliche Definition von Fast Fashion: “Mehr Kollektionen in kürzerer Zeit”. Dadurch können Kunden neuste Mode schnell in den Läden finden und günstig selbst erwerben.

Das “Fast Fashion-Problem”

Neue Trends zu günstigen Preisen? Klingt doch ganz gut, oder? Leider nicht, denn genau da liegt das Problem. Es wird produziert und produziert, gekauft und gekauft. Dadurch lässt sich bei “dem Durchschnittskunden” die Entwicklung einer “Wegwerf-Einstellung” beobachten: “Kostet doch nicht so viel, das kann ich mir mal gönnen.” – und das zum Erscheinen jeder neuen Kollektion, mehrmals jährlich. Am Ende landen Tonnen von Textilien im Müll, oft sogar komplett ungetragen. Eine Studie von Labfresh zeigt, dass jeder Deutsche 4,7 Kilogramm Textilabfall im Jahr verursacht. Davon werden 0,4 kg als gebrauchte Kleidung am Markt bleiben und nur 0,5 kg werden durch Recycling dem Produktionskreislauf wieder hinzugefügt. So werden 1,2 kg Textilien pro Person umweltschädlich verbrannt und ganze 2,7 kg landen auf Mülldeponien.

Während das ständig wechselnde Angebot und verlockend günstige Preise Kunden in die Läden ziehen, arbeiten im Hintergrund tausende Menschen für einen Hungerlohn, um das zu ermöglichen. Fast Fashion trägt nachweislich zur Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern bei. Da viele große Modehersteller natürlich möglichst günstig produzieren wollen, führt diese Entwicklung zusätzlich auch zur Verschiebung von Arbeitsplätzen aus der EU in den asiatischen Raum.

Ein weiteres Problem ist der Schutz von intellektuellem Eigentum und dem dreisten Kopieren. In der Vergangenheit haben nicht wenige Designer beklagt, dass große Modeketten ihre Designs kopiert und zu Geld gemacht haben. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das der australischen Designerin Shannon Sheedy, und ihrem Label “The Dharma Door”, deren Design dreist von der Fast Fashion-Kette Mango geklaut wurde.

Ursachen & Folgen

Eigentlich ist es ganz einfach, die Ursachen von Fast Fashion zu benennen. Wir sind alle Schuld – die Konzerne, die sich höhere Profite erhoffen, und die Konsumenten, die regelmäßig preiswert shoppen wollen. Diese Wünsche, das Verlangen nach neusten Trends und möglichst vielen Verkäufen, lässt sich leider nur zu Lasten unterbezahlter Arbeiter*innen und der Umwelt ermöglichen. Fürchterliche Arbeitsbedingungen, Giftstoffe in der Produktion – ein durch und durch dreckiges Geschäft mit ernsthaften Folgen.

Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Gravierende Folgen von Fast Fashion

Dieses dreckige Geschäft funktioniert nur, indem in der Produktion und allen verwendeten Materialien gespart wird. Um die steigende Nachfrage nach günstigen Textilien zu bedienen, wird neben Erdöl (für synthetische Fasern wie zum Beispiel das beliebte Polyester) viel Baumwolle nötig. Um für Baumwollnachschub zu sorgen, und dabei möglichst billig einkaufen zu können, werden Regenwälder abgeholzt. Auf den gewonnen Ackerflächen wird dann mit Hilfe eines unglaublich hohen Wasserverbrauchs Baumwolle angebaut, wobei den Bauern nicht sonderlich viel davon bleibt, und zusätzlich gerne mit giftigen Pestiziden hantiert.

Fast Fashion ist umweltschädlich

Leider schaden der Umwelt nicht nur der Baumwollanbau, sondern auch Industrieabfälle, die zum Beispiel über das Abwasser in die Natur geraten und so zur Bodendegradation beitragen. Während der eigentlich heilige Fluss Ganges in Indien immer noch zur Trinkwasserproduktion und zur Bewässerung von Ackerflächen genutzt wird, fließen allein durch die Lederherstellung jeden Tag etwa 50 Millionen Liter Industrie-Abwasser in das Gewässer. Außerdem kommt es durch Fast Fashion zu einer erhöhten Verschwendung von Ressourcen, denn wo viel produziert wird, bleibt auch mehr übrig. Ausrangierte Ware, die nicht mehr von Hilfsorganisationen angenommen werden kann, wird verbrannt, denn die meisten Kleidungsstücke sind so billig, dass es sich nicht mehr lohnt, sie erneut aufzuarbeiten.

Die gesellschaftlichen Folgen von Fast Fashion

Die Modeindustrie ist riesig und schafft jede Menge Arbeitsplätze – doch unter welchen Bedingungen? Gerade in Ländern wie Bangladesch, wo der Billiglohn leider noch immer an der Tagesordnung ist, haben die Moderiesen eine Goldgrube gefunden. Was ist das für ein Job, den man unter katastrophalen Bedingungen ausführen muss?

Verschwindend geringer Stundenlohn, oft keine Festanstellungen, keine Geschwerkschaften geschweige denn Arbeitsschutz, Mutterschaftsgeld oder Rentenansprüche. Die Arbeit mit ätzenden Chemikalien in dunklen und dreckigen Hallen, das ist der Alltag für etwa 4 Millionen Menschen, die in Bangladesch in der Textilindustrie angestellt sind. Doch für was genau? Für das T-Shirt, das am Ende für 4,99€ im Laden hängt und von trendbewussten Konsumenten geshoppt wird. Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Vor- und Nachteile von Fast Fashion

Leider ist vielen Konsumenten nicht bewusst, was sich hinter den ordentlich aufgereihten Jeans verbirgt. Doch Fast Fashion hat nicht nur Nachteile, sondern bringt auch einige Vorteile mit. Du solltest dir überlegen, inwiefern die Vorteile die Nachteile überwiegen und wie wichtig dir günstige Trendteile sind. Auch für Geringverdiener und Menschen, die Sozialleistungen erhalten, gibt es inzwischen einige Alternativen. Ohne eine grundlegende Änderung im Bezug auf unser Konsumverhalten können wir nicht so weitermachen.

Vorteile

  • günstige Preise für den Endverbraucher
  • große Auswahl
  • modisch aktuell
  • überall erhältlich

Nachteile

  • umweltschädlich
  • schlechte Arbeitsbedingungen in der Herstellung
  • provoziert Verschwendung, sorgt für mehr Abfall
  • oft nicht langlebig, von geringer Qualität

Mögliche Lösungsansätze

Die umweltfreundliche Antwort auf “Fast Fashion” ist “Slow Fashion”. Wie der Name schon vermuten lässt, bezeichnet Slow Fashion die Wertschätzung des eigenen Besitzes und ist damit auch ein Teil des minimalistischen Lebensstils. Es bringt nicht viel, nur noch faire Kleidung zu kaufen, aber dabei noch immer so massig zu konsumieren wie zuvor. Um Fast Fashion auszubremsen, sind Wertschätzung und reduzierter Konsum die beste Möglichkeit.

Genau hinschauen

Zara, H&M, Esprit, C&A, Mango, Urban Outfitters. Ich denke, fast jeder von uns hat bereits Fast Fashion geshoppt, wenn auch nur unabsichtlich. Zum Glück gibt es mittlerweile schon eine Menge Anbieter, die sich auf faire Mode spezialisieren. Außerdem wächst das Angebot von Secondhand Online Plattformen und Flohmärkten weiterhin an. Wenn wir genau hinschauen, können wir Fast Fashion in unseren Schränken vermeiden.

So kannst du Fast Fashion vermeiden

  • vorhande Kleidungsstücke liebhaben & pflegen
  • auf Qualität statt Quantität setzen, z.B. eine “Capsule Wardrobe” anlegen
  • bewusst konsumieren und weniger einkaufen
  • gebraucht kaufen, wenn immer es möglich ist
  • Kleidung verschenken, tauschen oder verkaufen
  • reparieren, umnähen oder upcyclen anstatt wegzuwerfen

Weiterführende empfehlenswerte Ressourcen zum Thema Fast Fashion

Fazit

Die anfangs gestellte Frage “Was ist Fast Fashion?” lässt sich zusammengefasst so beantworten: Eine wichtige Rolle spielen dabei die immer neuen Kollektionen in geringer Qualität, die zu günstigen Preisen angeboten werden. Dadurch werden die Konsumenten dazu verleitet, häufiger neue Kleidung zu shoppen und dementsprechend auch mehr wegzuwerfen. Ausbaden müssen das die unterbezahlten Arbeiter*innen – und natürlich die Umwelt. Fast Fashion ist ein ernstzunehmendes Problem, das es sowohl aus umwelttechnischer, als auch aus ethischer Sicht, zu lösen gilt.

Natürliches Raumspray selber machen

Mitzie Organics

Während du so vor dich hin lebst, entstehen über die Zeit immer wieder Gerüche, die nicht gerade angenehm sind. Deine Mülleimer, der Wäschekorb, deine Lieblings-Turnschuhe, dein Hund, das Katzenklo, Experimente in der Küche – das sind nur einige Ursachen für Mief, der sich hin und wieder bei dir ausbreiten kann. Wenn Lüften alleine nicht hilft, oder dein Badezimmer überhaupt kein Fenster hat, kann ein natürliches Raumspray Abhilfe schaffen. Gemischt mit der Allzweckwaffe Natron lassen sich so schlechte Gerüche neutralisieren und wieder eine angenehme Atmosphäre verbreiten.

So kannst du natürliches Raumspray selber machen

Natürliches Raumspray lässt sich super einfach und schnell herstellen, du benötigst dafür lediglich eine ausgewaschene, ausgediente Sprühflasche und folgende Zutaten:

  • 300 ml Wasser
  • 100 ml Alkohol (ab ca. 40% Vol.)
  • 20 g Natron
  • einige Tropfen ätherisches Öl (optional)

Diese Zutaten gibst du in deine Sprühflasche und schüttelst sie, bis sich das Natron komplett aufgelöst hat. Danach solltest du eine leicht milchige Flüssigkeit haben, die du nun in die Luft sprühen kannst um den Muff zu vertreiben. Deine Flasche solltest du vor jedem Gebrauch noch einmal kurz schütteln.

Raumspray alkoholfrei?

Hast du absolut keinen geeigneten Alkohol im Haus? Haben deine Freunde keine Reste von der letzten Party übrig? Dann kannst du das Rezept natürlich auch ohne Alkohol ausprobieren. Allerdings solltest du dann abgekochtes Wasser nutzen und das Spray schnell aufbrauchen, denn durch den fehlenden Alkohol ist es leider nicht sonderlich lange haltbar. Wenn du den Alkohol weglässt, stelle also am besten nur eine kleine Menge her.

Wie wirkt das selbstgemachte Raumspray?

Natron ist ein Geruchskiller, der sich bewährt hat, schlechte Gerüche zu neutralisieren. Auch als Deo-Ersatz, Anti-Käsefuß-Behandlung für Schuhe oder Lufterfrischer kannst du Natron verwenden. Mehr zur Anwendung von Natron findest du hier. Die ätherischen Öle kannst du ganz nach deinem Geschmack auswählen und somit für einen dezenten Duft sorgen. Der Alkohol desinfiziert, sorgt für die Lösung der Inhaltsstoffe und macht die Mischung länger haltbar. Keine Sorge, auf den Geruch wirkt sich der Alkohol nicht aus, denn er verfliegt beim Zerstäuben zum Großteil.

Variationen des natürlichen Raumsprays

Anstelle ätherischer Öle kannst du Düfte aus der Natur nutzen. Stellst du Pflanzenwässer (Hydrolate) aus frischen Blüten, Blättern von Kräutern und Pflanzen selbst her, kannst du diese auch nutzen um deine Räume dezent zu beduften. Dafür empfehle ich dir aber, das Pflanzenwasser höher zu dosieren als die ätherischen Öle. Außerdem verringert sich damit auch die Haltbarkeitszeit deines erfrischenden Raumsprays. Natürlich kannst du dein Raumspray auch nach Belieben mit den unterschiedlichsten Ölen für verschiedene Zwecke einsetzen.

Rosenduft direkt aus dem Garten

Hast du Lust, etwas aufwendigeres auszuprobieren? Dann schnapp dir ein verschließbares Glas, etwa vier Hände frischer Duftrosenblätter und ein wenig Wodka. Gib die Rosenblätter in das Glas, kipp 100 Milliliter Wodka hinzu und stelle das verschlossene Glas für 14 Tage an einen sonnigen Ort, damit die Mischung ordentlich durchziehen kann. Fülle danach den Sud durch einen Kaffee- oder Teefilter in eine Sprühflasche. Jetzt musst du die Flasche nur noch mit destilliertem Wasser auffüllen, vor Gebrauch kräftig schütteln – und schon ist der Rosenduft aus dem Garten bereit für den Einsatz!

Weitere Tipps und Varianten

  • bei hartnäckigen Essengerüchen: Essig und Wasser
  • beruhigende Wirkung: Lavendel- und Zirbenöl
  • gute Laune: Orangen- oder Zitronenöl
  • frische Brise: Pfefferminzöl

Kleine Warnung!

Achtung! Wenn du ätherische Öle falsch oder in zu hohen Dosen anwedest, können ätherische Öle fiese Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Hautreizungen oder sogar Krämpfe verursachen. Achte bei der Benutzung und Lagerung unbedingt auf Haustiere und Kleinkinder, sei vorsichtig wenn du Schwanger bist und Asthma oder Bluthochdruck hast. Sprühe damit niemals auf empfindliche Schleimhäute!