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Was ist Slow Fashion? Definition & Tipps für nachhaltigen Konsum

James Hollingworth

Slow Fashion – Was ist das und was steckt dahinter? In diesem Artikel möchte ich dir die “Slow Fashion”-Bewegung vorstellen und dir einen groben Überblick über einen nachhaltigeren Umgang mit Mode verschaffen.

Was ist Slow Fashion?

“Slow Fashion” ist im Grunde eine Gegenbewegung zu “Fast Fashion”, was den schnelllebigen Modekonsum in der heutigen Wegwerfgesellschaft beschreibt – hier findest du weitere Informationen über das “Fast Fashion”-Problem und damit zusammenhängende Umweltprobleme.

Definition

Die “Slow Fashion”-Bewegung steht, wie der Name schon verrät, für eine Entschleunigung der Modeindustrie. Der Konsum soll verringert und bereits vorhande Kleidung soll länger getragen werden. Der Hauptgedanke hinter “Slow Fashion” ist also die stärkere Wertschätzung von Kleidung und den Menschen, die sie herstellen. Das Ziel ist, bessere Bedingungen für Mensch und Natur zu schaffen. Indem du nachhaltiger mit Mode umgehst und bewusster konsumierst, kannst du im Alltag ein Zeichen gegen den rasanten Modewahnsinn setzen!

Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten.

Die “Slow Fashion”-Bewegung

Wie bereits beschrieben, richtet sich Slow Fashion vor allem gegen den bösen Trend der “Fast Fashion”. Unter unwürdigen Bedingungen werden mehrere Kollektionen in kürzester Zeit produziert, dabei gelangen Giftstoffe in die Umwelt und wenn etwas übrig bleibt, wird nur ein verschwindend geringer Anteil wirklich recycelt. Da das natürlich ganz und gar nicht nachhaltig oder fair ist, entstand die “Slow Fashion”-Bewegung. Im Gegensatz dazu beschreibt Slow Fashion also nachhaltige Mode, darunter nicht nur fair produzierte Neuware, sondern auch die Nutzung von Second-Hand-Angeboten zur Schonung der Ressourcen.

Mode entschleunigen

Anstelle der kurzlebigen “Fast Fashion”-Trends, setzt Slow Fashion auf Qualität und zeitlose Schnitte. Verringerte Produktionsmengen sorgen für einen geringeren CO2-Ausstoß, beim Bio-Anbau von Materialien verzichtet man auf schädliche Pestizide – wodurch die Umwelt entlastet wird und weniger Müll entsteht. Die “Slow Fashion”-Bewegung soll nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen entlasten. Besonders in asisatischen Produktionsländern leiden Arbeiter*innen und Bewohner*innen unter den Folgen der “Fast Fashion”-Industrie. Durch die “Slow Fashion”-Bewegung sollen auch die Löhne angehoben und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Vorteile von Slow Fashion

Eigentlich bringt Slow Fashion gar keine Nachteile mit – außer vielleicht für die gierige “Fast Fashion”-Industrie, denn wenn weniger konsumiert wird, nimmt man weniger ein. In dieser Liste habe ich die vielseitigen Vorteile für Mensch und Natur gesammelt.

  • Gesundheit – In “Billiglohn-Ländern” wie zum Beispiel Bangladesch schuften Arbeiter*innen unter menschenunwürdigen Bedingungen für die “Fast Fashion”-Industrie. Die “Slow Fashion”-Bewegung fordert neben Umweltschutz auch verbesserte Arbeitsbedingungen im Bezug auf Fairness und Gesundheit.
  • Wasser – Die Verschmutzung von Wasser und damit einhergehender Wasserknappzeit zählt zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Die “Slow Fashion”-Bewegung verhindert die Ableitung von Abwasser in Flüsse und Seen, schützt so nicht nur die Natur, sondern auch Menschen.
  • Müll reduzieren – Wer bewusster konsumiert und in qualitativ hochwertige Kleidung investiert, vermeidet dadurch auch eine Menge Textilabfall. Im Sinne des “Zero Waste”-Lifestyles kannst du alte Kleidungsstücke noch reparieren, umstylen, upcyceln und ihnen so ein neues Leben einhauchen!
  • Geld sparen – Ja, ein T-Shirt für 4€ erscheint auf den ersten Blick günstig – doch Hand aufs Herz, wie lange halten diese Schnäppchen wirklich, bevor sie auswaschen oder ihre Form verlieren? Wie oft hast du schon lose Nähte gefunden oder plötzlich kleine Löcher entdeckt? Investierst du in qualitative, langlebige Basics, musst du seltener Nachkaufen und sparst damit auf nachhaltige Weise Geld.
  • Minimalismus – Wenn du dich mit Slow Fashion beschäftigst und deinen Konsum überdenkst, entwickelst du ganz nebenbei ein ganz neues Bewusstsein. Somit lernst du mit der Zeit auch, Qualität über Quantität zu schätzen und lebst damit grundsätzlich minimalistischer.

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen.

So kannst du zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen

Möchtest du gerne zur “Slow Fashion”-Bewegung beitragen? Super! Ich habe über die Zeit einige Tipps dazu gesammelt, wie du die “langsame Mode” Stück für Stück in deinen Alltag integrieren kannst!

Slow Fashion in deinen Alltag integrieren

Fange bei deiner bereits vorhandenen Kleidung an. Schau, was dein Kleiderschrank hergibt, was du magst und was nicht, was du ausmisten und weitergeben kannst. Werde dir bewusst darüber, was du alles bereits besitzt.

Nicht gleich wegwerfen!

Findest du beschädigte Kleidungsstücke, überlege dir, ob du selbst die nötigen Reparaturen vornehmen kannst. Alternativ kannst du das Kleidungsstück natürlich auch in eine Änderungsschneiderei bringen und es dort verarzten lassen, damit du länger Freude daran haben kannst.

Second-Hand kaufen

Ein wichtiger Bestandteil der Slow Fashion ist Second-Hand Mode. Viele Unikate und schicke Blusen warten auf neue Besitzer, die sie liebhaben! Kaufst du Second-Hand, schonst du nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern kannst auch Geld sparen, wenn du eher weniger Budget zur Verfügung hast.

Verschenken, tauschen, verkaufen!

Klar, es kommt auch mal vor, dass du ein bestimmtes Kleidungsstück nicht mehr tragen magst oder es einfach nicht mehr passt. Bitte nicht wegwerfen! Lade doch ein paar Freund*innen ein und organisiere eine Tauschparty, bei der ihr neue Lieblingsstücke entdecken könnt. Informiere dich über Flohmärkte in der Nähe oder klick dich durch Secondhand-Seiten und schau, ob du es irgendwo verschenken oder verkaufen kannst. Viele gemeinnützige Organisationen nehmen auch gerne Spenden an – informiere dich aber bitte vorher, was gerade wirklich gebraucht wird!

Kleidung aus-und verleihen

Steht ein Fest an und du hast dafür nichts im Schrank? Anstatt gleich ein neues Kleid oder einen Anzug zu shoppen, kannst du dir für einmalige Anlässe auch Kleidung ausleihen! Bei zahlreichen lokalen Geschäften oder Online-Portalen, wie zum Beispiel UNOWN oder RE-NT, gibt es die Möglichkeit, Kleidung auszuleihen oder sogar selbst zum Leihen anzubieten.

Wertschätzen und pflegen

Schätze das, was du besitzt! Wer zu viel hat, verlernt schnell, das Vorhandene wertzuschätzen. Erinnere dich immer wieder daran, deinen Besitz auch zu pflegen. Durch regelmäßige Pflege wie “Auslüften lassen” und “textilschonendes Waschen” verlängerst du die Lebensdauer deiner Lieblingsstücke und sparst dir häufige Neukäufe – und schonst dabei gleichzeitig die natürlichen Ressourcen.

Materialien retten und wiederverwenden

Ganz im Sinne von Slow Fashion: Denke langfristiger! Große Stoffstücke oder Knöpfe einer alten Bluse – du kannst noch eine Menge wiederverwenden! Nähe Stoffstücke um, um sie als Putz- oder Trockentücher weiterzuverwenden. Sammle Knöpfe, damit du im Notfall immer einen ersetzen kannst – vielleicht sieht das Hemd dann noch viel cooler aus? Sei kreativ und experimentiere – es gibt viele Möglichkeiten, Vorhandenes neu zu beleben!

Nachhaltig entsorgen

Okay, manchmal bleibt dir nichts anderes übrig. Komplett ausgeleierte T-Shirts mit Löchern und Flecken, die sich partout nicht auswaschen lassen – machen niemanden mehr glücklich, also weg damit! Absolut unbrauchbare Kleidungsstücke kannst du am besten im Hausmüll oder auf einem Wertstoffhof entsorgen.

Die Sache mit den Altkleidercontainern

Altkleidercontainer finden sich an jeder zweiten Straße und wirken auf den ersten Blick wie eine tolle Möglichkeit, ausrangierte Kleidungsstücke zu entsorgen. Doch die dort eingeworfene Kleidung kommt oft gar nicht dort an, wo sie gebraucht wird. Der Altkleidermarkt wird immer unübersichtlicher, es gibt teilweise auch unseriöse Container, und das bringt damit auch die afrikanischen Textilmärkte in Gefahr.

Möchtest du deine ausrangierten Kleidungsstücke in einen Altkleidercontainer geben, achte darauf, dass die Sammlung eine deutsche Adresse hat und unter einer Festnetznummer zu erreichen ist. Außerdem solltest du dich vorher über die jeweilige Organisation informieren und gucken, wie mit den Spenden umgegangen wird. Seriöse Sammler tragen Siegel wie das “BVSE-Qualitätssiegel“, das “DZI-Spendensiegel” oder das der “FairWertung e.V.“.

Slow Fashion: Tipps für den Einkauf

Brauchst du unbedingt einen Mantel um den kommenden Winter zu überstehen? Sind deine alten Schuhe abgelaufen? Hast du sämtliche Shops und Secondhand-Seiten im Internet abgegrast und es findet sich absolut nichts für dich? Dann investiere besser in faire Mode!

Weitere Informationen zu “Fair Fashion” findest du in diesem Artikel.

Nachhaltige Materialien nutzen

Lässt sich der Neukauf nicht vermeiden, solltest du beim Einkaufen auf umweltfreundliche Materialien achten. Leinen, Hanf, Bio-Baumwolle oder möglicherweise auch Bio-Seide sind nachhaltige Materialien, die auch eine lange Lebensdauer aufweisen. Leder hingegen wird nur in den wenigsten Fällen fair produziert, beim Gerben kommen immer noch oft giftige Stoffe wie “Chrom VI” zum Einsatz.

Regional produzierte Kleidung kaufen

Ein Blick auf das Etikett eines Kleidungsstücks zeigt dir, wo es hergestellt wurde. Im Sinne von “Slow Fashion” solltest du darauf achten, lange Transportwege zu vermeiden. Inzwischen findest du im Internet Listen für fair und umweltfreundlich produzierten Waren aus Europa oder Deutschland.

Unterstütze neue Ideen!

Nachhaltige Modelabels sprießen wie Unkraut aus dem Boden – es werden immer häufiger umweltfreundliche Materialien benutzt und auf regionale Produktion gesetzt. Die meisten grünen Labels sind leider noch recht klein und brauchen Unterstützung, um sich am Markt behaupten zu können. Achte deshalb beim Einkauf auf zertifizierte Labels, um den Fortschritt zu unterstützen.

Achte auf Siegel und Zertifikate

Suchst du neue Kleidung mit guter Qualität aus fairer Herstellung? Vertrauenswürdige, zertifizierte Siegel wie zum Beispiel das “GOTS-Siegel” oder das Siegel der “Fair Wear Foundation” weisen auf nachhaltige Kleidung hin. Das “IVN-Best“-Siegel beispielsweise zeichnet Naturtextilien aus, bei denen vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück keine Chemikalien zum Einsatz kommen. Weitere Siegel wie “Bluesign“, “Cradle to Cradle“, “Standard 100” von Oeko-Tex und das “Fairtrade“-Siegel helfen dir dabei, nachhaltige Kleidung zu erkennen.

Vegane Kleidung

Vegane Kleidungsstücke erkennst du zum Beispiel am “PETA-Approved Vegan“-Siegel. Das heißt, dass diese Mode ohne tierische Materialien wie Leder, Wolle oder Pelz auskommt. Auf den ersten Blick lassen sich diese Materialien ganz einfach identifizieren – doch auch Knöpfe an Jacken oder Schilder an Jeans können beispielsweise aus Horn oder Leder gefertigt sein. Bevorzugst du vegan Kleidung, gehst du damit auf Nummer sicher und setzt ein Zeichen gegen Tierleid.

Capsule Wardrobe anlegen

Ja, auch das Anlegen einer Capsule Wardrobe kann dir helfen, bewusster zu konsumieren. Mach doch mal den kleinen Test am Ende dieses Artikels und finde heraus, ob eine Capsule Wardrobe was für dich sein könnte. Legst du dir eine Capsule Wardrobe an, beschränkst du dich und kaufst dadurch gezielter und weniger ein. Damit sparst du auch Geld und hast am Ende einen übersichtlichen Schrank gefüllt mit Lieblingsstücken, der dir zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten bietet!

Lass dich inspirieren!

Es gibt so viele Möglichkeiten, selbst etwas zur “Slow Fashion”-Bewegung beizutragen. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag einen Überblick darüber verschaffen, wie du deinen Alltag und deinen Konsum etwas entschleunigen kannst – ganz im Sinne unserer Umwelt und der Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten.

Hast du bereits Erfahrungene mit “Slow Fashion” gemacht? Hast du noch weitere Tipps, die du teilen möchtest? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Was ist Fast Fashion? Ursachen, Probleme & Lösungen

Heidi Fin

Hipper, schicker, neuer, schneller – die Modeindustrie ist außer Kontrolle geraten. “Fast Fashion” findet sich in jeder Einkaufsstraße, leider zu Lasten der Umwelt. Doch was genau ist Fast Fashion? In diesem Artikel erfährst du, was die Ursachen sind, welche Probleme dadurch entstehen und wie du persönlich dagegen angehen kannst.

Definition: Fast Fashion

Vom Designer auf den Laufsteg, vom Laufsteg in die Filialen der großen Modeketten. All das in nur wenigen Wochen. Kaum ist die neuste Mode vorgestellt, arbeiten große Modehändler eifrig daran, den jeweiligen Style zu imitieren und schnellstmöglich in die Läden zu bringen – so entstehen schnell mehrere Kollektionen in kürzester Zeit. Und genau das ist auch die grundsätzliche Definition von Fast Fashion: “Mehr Kollektionen in kürzerer Zeit”. Dadurch können Kunden neuste Mode schnell in den Läden finden und günstig selbst erwerben.

Das “Fast Fashion-Problem”

Neue Trends zu günstigen Preisen? Klingt doch ganz gut, oder? Leider nicht, denn genau da liegt das Problem. Es wird produziert und produziert, gekauft und gekauft. Dadurch lässt sich bei “dem Durchschnittskunden” die Entwicklung einer “Wegwerf-Einstellung” beobachten: “Kostet doch nicht so viel, das kann ich mir mal gönnen.” – und das zum Erscheinen jeder neuen Kollektion, mehrmals jährlich. Am Ende landen Tonnen von Textilien im Müll, oft sogar komplett ungetragen. Eine Studie von Labfresh zeigt, dass jeder Deutsche 4,7 Kilogramm Textilabfall im Jahr verursacht. Davon werden 0,4 kg als gebrauchte Kleidung am Markt bleiben und nur 0,5 kg werden durch Recycling dem Produktionskreislauf wieder hinzugefügt. So werden 1,2 kg Textilien pro Person umweltschädlich verbrannt und ganze 2,7 kg landen auf Mülldeponien.

Während das ständig wechselnde Angebot und verlockend günstige Preise Kunden in die Läden ziehen, arbeiten im Hintergrund tausende Menschen für einen Hungerlohn, um das zu ermöglichen. Fast Fashion trägt nachweislich zur Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern bei. Da viele große Modehersteller natürlich möglichst günstig produzieren wollen, führt diese Entwicklung zusätzlich auch zur Verschiebung von Arbeitsplätzen aus der EU in den asiatischen Raum.

Ein weiteres Problem ist der Schutz von intellektuellem Eigentum und dem dreisten Kopieren. In der Vergangenheit haben nicht wenige Designer beklagt, dass große Modeketten ihre Designs kopiert und zu Geld gemacht haben. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das der australischen Designerin Shannon Sheedy, und ihrem Label “The Dharma Door”, deren Design dreist von der Fast Fashion-Kette Mango geklaut wurde.

Ursachen & Folgen

Eigentlich ist es ganz einfach, die Ursachen von Fast Fashion zu benennen. Wir sind alle Schuld – die Konzerne, die sich höhere Profite erhoffen, und die Konsumenten, die regelmäßig preiswert shoppen wollen. Diese Wünsche, das Verlangen nach neusten Trends und möglichst vielen Verkäufen, lässt sich leider nur zu Lasten unterbezahlter Arbeiter*innen und der Umwelt ermöglichen. Fürchterliche Arbeitsbedingungen, Giftstoffe in der Produktion – ein durch und durch dreckiges Geschäft mit ernsthaften Folgen.

Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Gravierende Folgen von Fast Fashion

Dieses dreckige Geschäft funktioniert nur, indem in der Produktion und allen verwendeten Materialien gespart wird. Um die steigende Nachfrage nach günstigen Textilien zu bedienen, wird neben Erdöl (für synthetische Fasern wie zum Beispiel das beliebte Polyester) viel Baumwolle nötig. Um für Baumwollnachschub zu sorgen, und dabei möglichst billig einkaufen zu können, werden Regenwälder abgeholzt. Auf den gewonnen Ackerflächen wird dann mit Hilfe eines unglaublich hohen Wasserverbrauchs Baumwolle angebaut, wobei den Bauern nicht sonderlich viel davon bleibt, und zusätzlich gerne mit giftigen Pestiziden hantiert.

Fast Fashion ist umweltschädlich

Leider schaden der Umwelt nicht nur der Baumwollanbau, sondern auch Industrieabfälle, die zum Beispiel über das Abwasser in die Natur geraten und so zur Bodendegradation beitragen. Während der eigentlich heilige Fluss Ganges in Indien immer noch zur Trinkwasserproduktion und zur Bewässerung von Ackerflächen genutzt wird, fließen allein durch die Lederherstellung jeden Tag etwa 50 Millionen Liter Industrie-Abwasser in das Gewässer. Außerdem kommt es durch Fast Fashion zu einer erhöhten Verschwendung von Ressourcen, denn wo viel produziert wird, bleibt auch mehr übrig. Ausrangierte Ware, die nicht mehr von Hilfsorganisationen angenommen werden kann, wird verbrannt, denn die meisten Kleidungsstücke sind so billig, dass es sich nicht mehr lohnt, sie erneut aufzuarbeiten.

Die gesellschaftlichen Folgen von Fast Fashion

Die Modeindustrie ist riesig und schafft jede Menge Arbeitsplätze – doch unter welchen Bedingungen? Gerade in Ländern wie Bangladesch, wo der Billiglohn leider noch immer an der Tagesordnung ist, haben die Moderiesen eine Goldgrube gefunden. Was ist das für ein Job, den man unter katastrophalen Bedingungen ausführen muss?

Verschwindend geringer Stundenlohn, oft keine Festanstellungen, keine Geschwerkschaften geschweige denn Arbeitsschutz, Mutterschaftsgeld oder Rentenansprüche. Die Arbeit mit ätzenden Chemikalien in dunklen und dreckigen Hallen, das ist der Alltag für etwa 4 Millionen Menschen, die in Bangladesch in der Textilindustrie angestellt sind. Doch für was genau? Für das T-Shirt, das am Ende für 4,99€ im Laden hängt und von trendbewussten Konsumenten geshoppt wird. Wenn man hinter die Kulissen schaut, ist der Preis für ein 4,99€ T-Shirt doch um einiges höher.

Vor- und Nachteile von Fast Fashion

Leider ist vielen Konsumenten nicht bewusst, was sich hinter den ordentlich aufgereihten Jeans verbirgt. Doch Fast Fashion hat nicht nur Nachteile, sondern bringt auch einige Vorteile mit. Du solltest dir überlegen, inwiefern die Vorteile die Nachteile überwiegen und wie wichtig dir günstige Trendteile sind. Auch für Geringverdiener und Menschen, die Sozialleistungen erhalten, gibt es inzwischen einige Alternativen. Ohne eine grundlegende Änderung im Bezug auf unser Konsumverhalten können wir nicht so weitermachen.

Vorteile

  • günstige Preise für den Endverbraucher
  • große Auswahl
  • modisch aktuell
  • überall erhältlich

Nachteile

  • umweltschädlich
  • schlechte Arbeitsbedingungen in der Herstellung
  • provoziert Verschwendung, sorgt für mehr Abfall
  • oft nicht langlebig, von geringer Qualität

Mögliche Lösungsansätze

Die umweltfreundliche Antwort auf “Fast Fashion” ist “Slow Fashion”. Wie der Name schon vermuten lässt, bezeichnet Slow Fashion die Wertschätzung des eigenen Besitzes und ist damit auch ein Teil des minimalistischen Lebensstils. Es bringt nicht viel, nur noch faire Kleidung zu kaufen, aber dabei noch immer so massig zu konsumieren wie zuvor. Um Fast Fashion auszubremsen, sind Wertschätzung und reduzierter Konsum die beste Möglichkeit.

Genau hinschauen

Zara, H&M, Esprit, C&A, Mango, Urban Outfitters. Ich denke, fast jeder von uns hat bereits Fast Fashion geshoppt, wenn auch nur unabsichtlich. Zum Glück gibt es mittlerweile schon eine Menge Anbieter, die sich auf faire Mode spezialisieren. Außerdem wächst das Angebot von Secondhand Online Plattformen und Flohmärkten weiterhin an. Wenn wir genau hinschauen, können wir Fast Fashion in unseren Schränken vermeiden.

So kannst du Fast Fashion vermeiden

  • vorhande Kleidungsstücke liebhaben & pflegen
  • auf Qualität statt Quantität setzen, z.B. eine “Capsule Wardrobe” anlegen
  • bewusst konsumieren und weniger einkaufen
  • gebraucht kaufen, wenn immer es möglich ist
  • Kleidung verschenken, tauschen oder verkaufen
  • reparieren, umnähen oder upcyclen anstatt wegzuwerfen

Weiterführende empfehlenswerte Ressourcen zum Thema Fast Fashion

Fazit

Die anfangs gestellte Frage “Was ist Fast Fashion?” lässt sich zusammengefasst so beantworten: Eine wichtige Rolle spielen dabei die immer neuen Kollektionen in geringer Qualität, die zu günstigen Preisen angeboten werden. Dadurch werden die Konsumenten dazu verleitet, häufiger neue Kleidung zu shoppen und dementsprechend auch mehr wegzuwerfen. Ausbaden müssen das die unterbezahlten Arbeiter*innen – und natürlich die Umwelt. Fast Fashion ist ein ernstzunehmendes Problem, das es sowohl aus umwelttechnischer, als auch aus ethischer Sicht, zu lösen gilt.